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"Team Aubi" - das Gesamtkunstwerk PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Wehner in Rheinpfalz / DL   
Dienstag, 10. August 2021 um 14:43

Zwei Wettbewerbe, zwei Goldmedaillen – Olympia-Debütantin Jessica von Bredow-Werndl ist die erfolgreichste deutsche Olympionikin von Tokio. Die Dressurkönigin und ihre Stute Dalera haben schönes und faires Reiten zelebriert. Und sie nehmen bald schon das nächste Edelmetall ins Visier.

 

Aubenhausen/Tokio. „Das Glück der Erde“ lautet der Titel des Buchs, das Jessica von Bredow-Werndl im vergangenen Jahr geschrieben hat. Im Geiste möchte man den Satz sofort ergänzen mit: „... liegt für sie auf dem Rücken der Pferde.“ Aber das wäre dann doch zu vorhersehbar, zu banal. Die 35-Jährige hat den Titel jedenfalls mit der Unterzeile „Was ich täglich von meinen wunderbaren Pferden lernen darf“ versehen. Und schon als sie im letzten Jahr in Balve gerade ihren ersten deutschen Meistertitel gefeiert hatte, stellte sie sehr bestimmt fest: „Das Buch ist keine Biographie.“ Denn die Geschichte, ihre Geschichte und die ihrer Pferde, sei ja hoffentlich noch lange nicht zu Ende erzählt ...

Ob sie da schon an dieses goldene Kapitel von Tokio gedacht hatte? Womit sie jedenfalls niemals gerechnet hätte, war dies: die Olympischen Spiele als erfolgreichste deutsche Sportlerin zu beenden. „Ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, gestand Jessica von Bredow-Werndl direkt nach ihrer Heimkehr noch in der ersten Woche der Spiele. Und nun, mit etwas Abstand, ist sie schon wieder voll in den Alltag einer Berufsreiterin eingetaucht. Ein Alltag, der sich nicht großartig verändert habe. „Es ist die Bestätigung, dass wir mit unserer Herangehensweise auf dem richtigen Weg sind. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich auch sehr erschöpft bin“, wie sie nun am Wochenende der RHEINPFALZ berichtete.

„Wahnsinnige Dankbarkeit“ verspürt Jessica von Bredow-Werndl, „dass ich das erleben durfte, dass ich ein so wunderbares Pferd, ein tolles Team und eine tolle Familie hinter mir habe.“ Im Moment ihres zweiten Olympiasiegs in Tokio, dem Erfolg in der Einzelkür nach zuvor Teamgold mit dem ebenfalls besten Ritt von allen, zogen „wie ein Zeitraffer“ 30 Jahre ihres Reiterlebens vor ihrem geistigen Auge vorbei. Mit einer festen Größe: Aubenhausen, die herrliche Anlage der Familie Werndl im Landkreis Rosenheim. „Team Aubi“ ist zum Markenzeichen geworden. Der für seine blumigen Formulierungen berühmt-berüchtigte TV-Pferdesportkommentator Carsten Sostmeier würde es wohl als „hippologisches Gesamtkunstwerk“ bezeichnen.

Jessicas  zwei Jahre älterer Bruder Benjamin Werndl hätte es beinahe als Ersatzreiter nach Tokio geschafft, das Geschwisterpaar hat sich über all` die Jahre  als Trainerteam gegenseitig unterstützt. Und es steht für Haltung,  was den Umgang mit Tieren und damit auch den Dressurpferden betrifft. Die Geschwister sind aus Tierschutzgründen von Kindesbeinen an Vegetarier, Jessica von Bredow-Werndl hat zusammen mit einem Ausrüster vegane Reitstiefel (ohne Leder) entwickelt.

Schönes und faires Reiten – das demonstrierten Jessica von Bredow-Werndl und ihre Stute Dalera nun auch in Tokio. In perfekter Harmonie tanzte das Traumpaar  in der bezaubernden Kür durchs „La La Land“. Selbst als deutsche Doppelmeisterin 2021 hat die junge Mutter  vor Tokio noch einmal an den letzten kleinen Stellschrauben gedreht, um dann ein sagenhaftes Ergebnis herauszuholen.  Grundsätzlich gibt sie zu: „Ich glaube, dieses Jahr Verschiebung von Olympia hat mir persönlich geholfen. Wir sind reifer, erfahrener, stärker.“ Früher verrutschte Dalera auch mal der versammelte Schritt – für den Laien kaum zu erkennen, aber wenn Takt und Reinheit dieses Ganges verloren gehen, ist das für die Punktzahl gravierend. Sie hat auch daran gearbeitet. Still und leise, ohne es an die große Glocke zu hängen.  Schon in Balve, dann in Kronberg bei der letzten Olympia-Sichtung und nun in Tokio war schlichtweg jede Lektion auf absolutem Weltklasse-Niveau.

Als Jessica von Bredow-Werndl 2018 das erste Mal mit der damals elfjährigen Trakehnerstute bei der DM in Balve auftauchte, ahnte sie, was hieraus erwachsen könnte. Richter Dietrich Plewa (Rheinzabern) sah bereits „ein kommendes Championatspferd“. Nun ist Dalera Doppel-Olympiasiegerin – und bald  Dreifach-Europameisterin? Die EM in Hagen im September ist angepeilt. Schließlich könne sie ihr Pferd  einfach  „in Urlaub schicken“ – und dann zeige ihr Dalera schon, wenn sie wieder arbeiten will. „Ein klares Zeichen ist immer das Bocken beim Ausreiten, das hat sie vorgestern getan“, berichtete „JBW“ am Freitag der RHEINPFALZ. Einen Tag später stand der deutsche EM-Kader – mit ihr und Dalera an der Spitze.

 


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