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Erinnerung an "Miss Europa" Jelena Petuschkowa PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hans-Joachim Begall/ DL   
Mittwoch, 14. September 2022 um 17:24

Jelena Petuschkowa auf dem Trakehner-Rappen Pepel

(Foto: Ehemaliges Verbandarchiv der DDR)

Rostock. Die Dressurreiter der ehemaligen UdSSR gehörten nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu den führenden Aktiven im internationalen Viereck. Und am meisten in Erinnerung blieb Dr. Jelena Petuschkowa mit ihrem Rapphengst Pepel. Achim Begall erinnert an sie.

Vor 55 Jahren holten sich in Aachen Josef Neckermann und die bundesdeutsche Dressurequipe Gold bei den Europameisterschaften. Außerdem stand 1967 eine Frau im Mittelpunkt der Soers: Jelena Petuschkowa, die mit den UdSSR-Mannschaftsreitern Ivan Kizimow und Mikhail Kopejkin die Silbermedaille gewann. Eine strenge Jury wählte die Moskauerin damals zur "Miss Europa", ein Prädikat für die eleganteste Amazone im Dressursattel. "Es war eine freudige Überraschung für mich... und ich freute mich über die Silbervase genauso wie über das herrliche französische Parfüm", sagte sie damals in einem Interview über die gewonnenen Ehrenpreise.

Drei Jahre später triumphierte Jelena Petuschkowa dann richtig in der Aachener Soers. In einem spannenden Finale wurde die damals 29-Jährige, die mit 1,60 Meter Größe und 59 kg im Sattel des Trakehner Rapphengstes Pepel saß, als erste Amazone Weltmeisterin in dieser Disziplin. Liselott Linsenhoff musste sich auf Piaff mit drei Punkten Unterschied geschlagen geben. Dazu gab es für Jelena noch Gold mit der Equipe, zu der auch Ivan Kizimow und Ivan Kalita gehörten. Vier Jahre später kam das gleiche Team in Kopenhagen hinter der deutschen Equipe (Klimke, Linsenhoff und Schlüter) zu WM-Silber.

Angefangen hatte die am 17. November 1940 in Moskau geborene Jelena Wladimirowna Petuschkowa (in Russland wird an den Vornamen der Vatersname angehängt) mit dem Reiten 1956 noch ohne sportliche Ambitionen. "Ich durfte ganz einfach mit meiner Mama im Sokolniki-Park einen Spazierritt machen", sagte die Moskauerin einst der Nachrichtenagentur "Nowosti". Dabei hat sie in der Schule erst einmal Bekanntschaft mit dem Ballett gemacht. "Im Tanzen zu Pferde", wie einmal ihre Kollegen den Sport nannten, gewann die Moskauerin dann mit der Mannschaft Olympische Medaillen 1968 in Mexico und 1972 in München.

Mit 16 Jahren versuchte sich Jelena Petuschkowa beim Klub "Uroshai" (zu Deutsch: Ernte) zunächst im Springsattel und zwei Jahre später im Dressurviereck. "Man hat mir ein sehr gutes Pferd zur Verfügung gestellt, mit dem ich erstaunlich schnell die Grundschule des Dressurreitens erlernte und gute Fortschritte erzielte", sagte sie einmal. Von 1962 bis 1987 gehörte die Doktorandin der Biochemie zur sowjetischen Nationalmannschaft. In der UdSSR wurde sie 13 Mal Meisterin. Trainer Grigori Terentjewisch Anastasjew vervollkommnete einst das Paar Petuschkowa-Pepel zu einer Einheit.

Nach ihrem Vorbild gefragt, sagte sie in einem Interview: "Ich habe ein Ideal, das ist Sergej Filatow, der auf Absint durch große internationale Erfolge den Dressursport in der UdSSR weit vorangebracht hat." Ihren Tagesablauf hat sie einmal so geschildert: "Ich stehe um 5.30 Uhr auf, bin um 6.30 Uhr zum Training auf dem Dressurviereck, wo ich zwei Stunden mit meinen Pferden arbeite. Um 10 Uhr muss ich schon wieder in der Universität sein. Dazu kommt noch Fremdsprachenunterricht..." Ihre wissenschaftliche Dissertation in Biochemie hat sie erfolgreich bei ihrem Professor Sergej Sewerin eingereicht.

Im Leben stand Jelena Petuschkowa immer ihren Mann. Schon an der Mädchenschule spielte sie häufig männliche Rollen. "Das kam mir natürlich beim Pferdesport zustatten, im Grunde genommen ist es der einzige, bei der Männer und Frauen als Gleichwertige rivalisieren. Um in die Landesauswahl zu gelangen, musste ich die Vorstellungen des starken Geschlechts brechen, was nicht ohne Auswirkungen auf meine Charaktermerkmale bleiben konnte", schrieb sie einmal einen Journalisten. Später ergänzte die wissenschaftliche Assistentin der bekannten Lomonossow-Universität: "Das Dressurreiten erfordert weniger physische, dafür aber um so mehr psychische Fähigkeiten, die hohes Einfühlungs- und Konzentrationsvermögen voraussetzen, und diesbezüglich stehen wir den Männern nicht nach."

Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn mit 13 Medaillen bei Olympia (3) sowie Europa- (8) und Weltmeisterschaften (2) übernahm Jelena Petuschkowa, die zeitweise mit dem Hochsprung-Olympiasieger Weltrekordhalter Waleri Brumel verheiratet war, verschiedene Ämter in Sportorganisationen. So war sie von 1983 bis 1991 Vizepräsidentin des Nationalen Olympischen Komitees der Sowjetunion, von 1996 bis 1999 Präsidentin des Russischen Reitsportverbandes und ab 1997 Nationaltrainerin der russischen Dressurmannschaft, sowie von 1995 bis 2004 Vorsitzende der Ländergruppe III (ehemalige Sowjetrepubliken und Vorderasien) der Internationalen Reiterlichen Vereinigung.

Jelena Petuschkowa starb am 8. Januar 2007 mit 66 Jahren in Moskau nach langem Leiden an den Folgen eines Gehirntumors. Ihre Grabskulptur befindet sich auf dem Friedhof Trojekurowo - Ruhestätte vieler bekannter Persönlichkeiten - in der russischen Hauptstadt.

 

 

 


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