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Erinnerungen an Parcoursbauer Werner Deeg... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 08. März 2026 um 19:05

­Feuchtwangen. Auf dem Rückflug von einem Seminar in Tokio ist der bekannte internationale Parcours-Bauer  Werner Deeg einer Herzattacke erlegen. Deeg, einer der wenigen deutschen Parcoursgestalter auf höchstem Level, war 74 Jahre alt.

Auf dem Rückflug aus Tokio, wo er für den Weltverband FEI ein Seminar im Hindernisaufbau für Springreiter abhielt, starb der international bekannte und geachtete Parcoursbauer Werner Deeg. Trotz Erstehilfe-Maßnahmen an Bord und sofortiger medizinischer Betreuung nach der Notlandung der Maschine konnte sein Leben nicht gerettet werden. Werner Deeg war 74 Jahre alt.

Im Zivilberuf hatte Werner Deeg eine Fahrschule in Feuchtwangen, doch sein anderes Leben lebte er im Reitsport aus. Bis Ende 2013 war er mit Olaf Petersen senior, Arno Gego und Frank Rothenberger der einzige Parcoursbauer von Deutschland, der auf Level 4 berechtigt war, auch bei Olympischen Spielen und Internationalen Championaten die Hindernisgestaltung vorzugeben.  
       
Deutschland hatte schon immer ausgezeichnete Springreiter, aber auch Parcoursbauer. Kein Wunder also, dass der oft so recht schwerfällige Weltverband (FEI) das irgendwann auch mal merkte und eine Arbeitsgruppe schuf mit den Deutschen Werner Deeg, Frank Rothenberger und Stefan Wirth und dem Venezolaner Leopoldo Palacios sowie als Koordinator Gerry Mullins (Irland). Titel: „Entwicklung und Schaffung neuer Strukturen“. Eineinhalb Jahre dachte das Quintett angestrengt nach, dann wurden Fakten geschaffen und von der FEI abgehakt. Wer in Zukunft sich zum Hindernisgestalter berufen fühlt, hat sich einer Prüfung aus Praxis und Theorie zu stellen. Und wer nach oben will, hat zuerst unten anzufangen. Pöstchen können nicht mehr wie Gutscheine verteilt werden, und schon gar nicht, wenn das Kürzel „International“ zu stehen hat.

Die „Structure of CD Education“ beruht auf vier Stufen, bei der FEI „Level“ genannt. Davor steht die Basisarbeit. Um aber sich dort vorstellen zu dürfen, muss man von der jeweiligen nationalen Föderation vorgeschlagen worden sein. Dabeisein in der dreistündigen Einweisung von Allgemeinwissen über die FEI, deren Aufgaben und Tätigkeiten zum Beispiel ist Pflicht. Bei positivem Abschlusstest erhält der Prüfling ein Zertifikat und einen entsprechenden Eintrag in sein sogenanntes Logbuch.

Wer einsteigen will in Level 1, muss die Einführung erfolgreich hinter sich gebracht haben und vorgeschlagen sein von der nationalen FN. Bedingung: Vorkenntnisse, zwischen 25 und 55 Jahre alt, er braucht zwei Mentoren von einer Liste von sogenannten Tutoren. Der Lehrgang dauert fünf Tage, die Prüfung muss abgelegt werden in Theorie und Praxis. Nach erfolgreichem Test steht im Zeugnis "Level 1 Course Designer Jumping". Er darf danach bei nationalen und internationalen Springen als „Assi“ mitarbeiten. Innerhalb eines Jahres soll der „Level 1“ sechsmal assistieren bei Springen mit den Schwierigkeitsgraden zwischen einem und fünf Sternen und zwei unterschiedlichen Parcourschefs, was in seinem Logbuch festgehalten werden muss. Um diesen Standard zu halten, muss einer in drei Jahren diese angeführten Bedingungen erfüllen, sonst hat er die Prüfung zu wiederholen oder wird aus der Liste gestrichen. Wer höher hinaus möchte, kann sich nach zwölf Monaten für „Level 2“ anmelden.

Angenommen wird zum Lehrgang über drei Tage mit Theorie, Praxis und abschließender Prüfung, wer die Anforderungen auf „Level 1-Stufe“ erfüllt hat und auf zwei Mentoren verweisen kann. Bei bestandenem Examen darf sich der Prüfling „FEI Course Designer Level 2“ bezeichnen. Er ist damit berechtigt, die Parcoursgestaltung bei Internationalen Konkurrenzen mit zwei Sternen und – ganz neu -  auch bei Offiziellen Internationalen Turnieren (CSIO) mit zwei Sternen - wie beispielsweise in Südkorea, Usbekistan oder Georgien – als Chef zu verantworten. Um die Level 2-Position zu halten, muss innerhalb von drei Jahren als selbständiger Hindernisbauer  zweimal oder bei sechs Turnieren mit zwei bis fünf Sternen als Assistent – und unter zwei verschiedenen Parcoursbauern – gearbeitet haben. Auf „Level 2“ verharrt einer mindestens zwei Jahre, ehe er sich möglicherweise für höhere Weihen empfehlen möchte.
Voraussetzung für das Seminar „Level 3“: Nicht nur die Auflagen von Level 2 erfüllt zu haben, sondern man muss auch bereits zwei höher gestellten Kollegen bei sechs CSI mit drei, vier und fünf Sternen  zur Hand gegangen sein.

Der Lehrgang dauert drei Tage und endet mit einem Tauglichkeitsnachweis in Theorie und Praxis sowie Aushändigung einer entsprechenden Urkunde. Der „FEI Level 3 Course Designer Jumping“ ist befugt, die Parcourslandschaft bei CSI`s wie bei der „Global Champions Tour“ und bei CSIO`s mit jeweils fünf Sternen - wie beim Weltfest in Aachen zum Beispiel - zu gestalten, außerdem bei kontinentalen Meisterschaften – außer den Senioren-Europameisterschaften – und regionalen Titelkämpfen. Um die Level 3-Stellung halten zu können und um nicht die Nähe zur Praxis zu verlieren, hat der betreffende Titelträger innerhalb von drei Jahren zweimal die Rolle als Parcourschef  bei  Drei-Sterne-CSI`s auszuüben oder sechsmal als maßgeblicher Mitdenker unter zwei verschiedenen Parcoursverantwortlichen gearbeitet zu haben bei Turnieren mit drei bis vier Sternen. 

Nach der festgeschriebenen FEI-Bestimmung kann einer nur einmal in seinem Leben diesen „Parcours-Oscar“ gewinnen. Voraussetzung dabei ist zunächst einmal, überhaupt in den Dunstkreis jener „Götter“ vorgedrungen zu sein, sich sonnen zu dürfen auf der Ebene „Level 4“, wo jene „O`s“ thronen,  die sich bei Offiziellen Internationalen Springreiter-Turnieren (CSIO) verwirklichen dürfen. Einzige Ausnahme bisher: Olaf Petersen Senior, der bereits zweimal bei Olympischen Spielen eingesetzt war, nämlich in Seoul 1988 und Athen 2004.

Früher brauchte es neben Können vor allem Beziehungen, um den „O“-Orden angeheftet zu bekommen. Nun ist festgeschrieben: Wer innerhalb von zwei Jahren viermal bei einem Drei-Sterne-CSI und zweimal bei einem Fünf-Sterne-CSIO die Linien und Hinderniskombinationen bestimmt, wird dann immer noch nicht in den „Generalsstand“ erhoben, er muss dann eigens noch den Segen  vom FEI-Jumping-Komitee und einer Gruppe aus Level-4-Parcoursbauern erhalten. Der Level-4-Course Designer besitzt damit das Recht zur Gestaltung eines Finals um den Weltcup, zu  Prüfungen bei Welt- und Europameisterschaften sowie gleichzeitig zum einzigen Mal für den Entwurf eines Olympischen Parcours. Wer länger zum ziemlich geschlossenen Kreis gehören will, muss innerhalb von zwei Jahren für sechs Turniere mit drei bis fünf Sternen angefordert worden sein. Eine Altersgrenze wurde ebenfalls beschlossen: Ab dem 1.Januar 2011 darf ein Parcourschef nicht mehr älter als 70 Jahre alt sein.

Werner Deeg, der in nicht weniger als 75 Ländern Seminare abhielt und Parcours baute, im berühmten Spruce Meadows von Kanada in die „Hall of Fame“ aufgenommen wurde, machte sich aber auch oft andere Gedanken, so zum Beispiel auf der Sunshine Tour in Andalusien, wie dort ordentlich Geld gemacht wird. Und so errechnete er schon vor 15 Jahren, dass auf der fünf Wochen dauernden Tour rund 80.000 Euro umgesetzt werden, pro Gang zum Örtchen je 50 Cent…

 


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