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Neues Pferd für Medaillen-Hoffnung Hannelore Brenner PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Wehner   
Donnerstag, 19. Januar 2012 um 09:46


Wachenheim. Für Hannelore Brenner, eine der erfolgreichsten Parareiterinnen der Welt, war bereits vor Weihnachten schon Weihnachten. Sie kaufte ein mögliches neues Erfolgspferd – nach London und Olympia will sie aber noch mit Women of the World.

Hannelore Brenner, die amtierende zweifache Paralympicssiegerin im Dressurreiten, hat sich zwei sehnlichste Wünsche im letzten Jahr schon lange vor dem Heiligen Abend selbst erfüllt. Zum einen ihren ersten Sieg in einer S-Dressur der Regelreiter. Und zum anderen - perspektivisch gesehen noch wichtiger - den Kauf des potenziellen Nachfolgers für ihr Erfolgspferd Women of the World, mit dem sie 2012 noch bei den Paralympics in London antreten will. Aber da „die Olle”, wie Brenner (48) ihre Stute nur scheinbar spöttisch, vielmehr liebevoll nennt, bald 17 wird, suchte die Dressurreiterin mit Handicap, die für den pfälzischen RC Hofgut Petersau an den Start geht, sehr lange nach einem Nachwuchspferd.

Und nun steht er im Stall in Wachenheim, lugt mit wachen Augen neugierig aus seiner großen Box. Gestatten: Kawango, genannt Kiwi. Kiwi? Bei einem Fuchs? Hannelore Brenner lacht: „Naja, er war ziemlich dick, als er kam. Und außerdem ist er noch grün.” Sie erklärt: „Kiwi muss im Prinzip von Anfang an lernen und muskulär aufgebaut werden.” Im Sommer noch hatte sie betont, dass der Neue im Optimalfall schon die M-Lektionen intus haben sollte: „Leider ist Kiwi noch nicht soweit ausgebildet, wie wir es uns gewünscht haben, aber das machen wir dann halt selbst.” Typisch Hannelore Brenner!

„Wir”, das sind sie und Lebensgefährtin Dorte Christensen. Als Kiwi Besuch von der RHEINPFALZ bekommt, longiert die Trainerin den sechsjährigen Trakehner-Wallach gerade in der Halle des Wachenheimer Stalls, der Christensen gehört. Gefunden haben sie ihn in Warendorf, „aber das war Zufall”, erzählt Brenner. Denn eigentlich sollten sie sich dort einen Braunen anschauen - „doch der hatte einen Schlafzimmerblick, wir dachten: Was ist das denn?” In der Box nebenan, da eben stand Kawango, der bildhübsche Fuchs. „Der gefiel uns gleich total gut, wir haben uns in ihn verguckt”, gesteht Hannelore Brenner, die seit einem Reitunfall inkomplett querschnittsgelähmt ist. Man lernte sich kennen, schlief eine Nacht darüber, traf sich am darauf folgenden Tag nochmals - „und dann haben wir ihn gleich im Hänger heimgefahren.”

Ein Fuchs also, wie Women of the World. Zufall? „Ja”, entgegnet Hanne Brenner, um dann aber grinsend doch zuzugeben: „Sicher ist das so, dass uns Füchse besonders gefallen.” Und sofort entspinnt sich ein Fachgespräch zwischen ihr und Dorte Christensen über Farben und Abzeichen, während Kiwi gelassen auf seinem Trensengebiss herumkaut und abdampft. „Ein ganz freundliches Pferd und relativ unerschrocken”, hat Hanne Brenner längst gemerkt - gerade letzteres ist natürlich für eine Reiterin mit Handicap besonders wichtig.
Im Stall steht der Neue direkt neben dem hochdekorierten Erfolgspferd. Das passt. „Er wiehert immer, wenn die Olle kommt”, berichtet Hannelore Brenner. Sie glaubt, dass mit Kiwi jetzt „zum ersten Mal kontinuierlich gearbeitet wird”, deshalb die muskulären Rückstände: „Über den Winter haben wir Aufbauarbeit zu leisten, aber er ist ein Pferd mit Potenzial. Er hat viel Schwung, lässt sich aber sitzen.” Seine Gelassenheit indes könnte dafür sorgen, dass er irgendwann einmal eine „Schwäche” seiner prominenten Stallnachbarin nicht teilen wird: die regelrechte Phobie vor Siegerehrungen. „Solange die Olle nicht blind und taub ist, wird das nichts mehr”, sagt Hanne Brenner lachend. Was nichts daran ändert, dass Women of the World, im September in Belgien mit EM-Gold und -Silber dekoriert, in London natürlich nochmals - bildlich gesprochen - aufs Podium springen soll…

 

Zur Person Hannelore Brenner


Hannelore Brenner ist seit einem Reitunfall 1986 inkomplett querschnittsgelähmt. Schon mit 12 Jahren begann sie mit dem Reiten und war vor ihrem Unfall Vielseitigkeitsreiterin. Bei den Landesmeisterschaften in Luhmühlen stürzte sie am drittletzten Hindernis, und ihr Pferd begrub sie unter sich. Schon bald nach dem Unfall begann sie aus therapeutischen Gründen wieder mit dem Reiten und war jahrelang, wie sie selbst sagt, „Hobbyreiterin“. Ende der Neunziger wurde Hanne Brenner dann vom Ehrgeiz gepackt, und sie ritt wieder Turniere. Der internationale Durchbruch war der Gewinn der Weltmeisterschaft in Grade III, der – bisherige – Höhepunkt ihrer Karriere die drei Medaillen in Hongkong mit ihrer mittlerweile 15-jährigen Hannoveraner Stute „Women of the World“.

Die 46-jährige Diplom-Betriebswirtin arbeitet heute bei Lotto Rheinland-Pfalz in Mainz. Geboren in Lüneburg, studierte das „Nordlicht“ in Heidelberg und blieb nach ihrem Abschluss im Süden. Das Lebensmotto der begeisterten Tiefsee-Taucherin lautet: „Behindert ist nur der, der sich selbst behindert“.

Weiter sagt Hannelore Brenner: „Ich habe rundum das Gefühl, wirklich vollständig als Behinderte in unserer Gesellschaft integriert zu sein. Dafür spricht auch mein mir sehr wichtiger Freundeskreis, der aus Behinderten und aus Nichtbehinderten besteht. Ich bin der Überzeugung, dass Integration bei den Betroffenen selbst beginnt – nur so können die Nichtbehinderten die Hemmschwelle überwinden.“ Interessant ist, dass sie von sich behauptet, nicht mehr mit der „Hannelore Brenner vor dem Unfall“ tauschen zu wollen.

 


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