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Reitmeister Herbert Meyer wurde 73 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 14. Februar 2012 um 11:06

 

(Foto: Kalle Frieler)

Lilienthal. Fünf eigene junge Pferde hat er noch, „langweilig wird mir wahrlich nicht“, Reitunterricht gibt er keinen mehr. Er nimmt immer noch Klavierstunden, fährt zu Turnieren und am Geburtstag mit Frau Gretel meist nach Afrika zu Freunden. Den 73. feierte er diesmal Zuhause in Lilienthal bei Bremen.

 

 

Aufhören wollte Herbert Meyer als Bundestrainer bereits nach den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, dann aber beknieten ihn die Reiter, er blieb und verlängerte den Kontrakt bis 2000, bis Olympia in Sydney. Er hat nicht nur schöne Zeiten hinter sich, auch ganz schwierige.

 

1985 übernahm Herbert Meyer den nicht unbedingt dankbaren Job als Bundestrainer der deutschen Springreiter, unmittelbar nach dem tödlichen Flugzeugabsturz Hermann Schriddes. Springreiten war in Deutschlands immer auch mit dem Gewinn von Goldmedaillen verbunden, erfolgsorientiert, egal wo. Es war die Zeit, als Paul Schockemöhle noch im Sport zwischen Oxer und Planke "regierte", der Ludger Beerbaum, den heutigen Bundescoach Otto Becker und Franke Sloothaak auf seiner Gehaltsliste stehen hatte. Und Schockemöhle ritt damals auch noch selbst mit. Es war die Zeit, als auch keiner in Warendorf wagte, gegen die "Bastion Mühlen" eine Attacke zu reiten. Doch Herbert Meyer biss sich durch.Er wusste, seine Stunde würde kommen. Die Zeit und die Erfolge gaben ihm recht.

 

Herz schlägt für Werner Bremen

 

Herbert Meyer wuchs als Sohn eines Landwirts mit Pferden auf. Leistungen, nicht Sprüche, machten auf ihn aufmerksam. Am 1. Februar 1958 holte man ihn an die Reitakademie nach München-Riem, 1960 rief ihn das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) nach Warendorf. Dort waren bereits Fritz Ligges, Hermann Schridde und Lutz Merkel, als Trainer fungierte Hans Günter Winkler. Meyer, dessen Herz für den Fußball-Verein SV Werder Bremen schlägt - kein Wunder, lebt er doch auf Hautnähe zu Werder in Lilienthal - ist auch der Entdecker der großartigen Stute Simona, die als Auktionspferd in Verden (Aller) unter dem Namen Weinglück an den Kaffee-Röster Jacobs  verkauft wurde. "Ich hatte nicht genügend Geld, war aber interessiert, weil ich die Möglichkeiten des Pferdes erkannte." Dem Besitzer des Vollblutgestüts Fährhof, der die Stute als Jagdpferd gekauft hatte, luchste Meyer mit einem Freund die Hannoveranerin dennoch ab. Sie wurde in Simona umgetauft, ging erfolgreich unter Herbert Meyer auch in Nationenpreisen und wurde, als Meyer sich 1968 für die Trainerlaufbahn entschied, an Alwin Schockemöhle verkauft. Der spätere Olympiasieger erwischte jedoch einen wohl für die Ankaufsuntersuchung nicht gerade kompetenten Tierarzt. Dieser bescheinigte Simona im Hinblick auf Hochleistung eine gewisse Untauglichkeit, nämlich aufgrund der früheren allgegenwärtigen Berufskrankheit der Springpferde: Hufrollenentzündung, und mit dem Herzen war anscheinend auch einiges nicht in Ordnung. Meyer musste Simona zurücknehmen, doch Hartwig Steenken erwarb sie - und wurde 1974 in Hickstead mit ihr Weltmeister.

 

Wollte immer nur Manager sein…

 

Seine Aufgabe sah Herbert Meyer vor allem im Management. "Ich kann doch einem Ludger Beerbaum oder Franke Sloothaak nicht sagen, wie sie zu reiten haben. Ich meine jedoch, ich muss für den Erfolg die Voraussetzungen schaffen." So dürfe der Erfolg niemals daran scheitern, "dass man mir vielleicht Vorwürfe hinknallt, man habe nur deshalb nicht gut abgeschnitten, weil die Vorbereitung nicht stimmte.“ Meyer musste vor allem koordinieren. Jeder Veranstalter möchte nicht nur einen Olympiasieger verpflichten, sondern auch dessen bestes Pferd. International läuft die Saison volle zwölf Monate, jedes Wochenende werden Spitzenleistungen - auch zu Spitzenpreisgeldern - verlangt. Die deutschen Spitzenreiter sind Unternehmer mit den entsprechenden Kosten. So veranschlagt Ludger Beerbaum seinen Stall mit monatlichen Fixkosten von weit über 100.000 Euro. Meyer: "Da muss sich schon etwas bewegen im Parcours. Und Geld gibt's bekanntlich ja immer nur vorne." Der Bundestrainer sah seine Aufgabe aber auch darin, "Sponsoren, Mäzene und Pferdebesitzer noch mehr zu hegen und zu pflegen, denn ohne sie gibt es auch keinen Reitsport."

 

Tief getroffen von der Barr-Affaire 1990

 

Am meisten mitgenommen hat ihn "das Theater 1990 um Paul Schockemöhle", die Barr-Affaire, die größte Freude "habe ich empfunden nach dem Gewinn der Mannschafts-Goldmedaille in Seoul 1988 und dann in Atlanta 1996". Über die EM 1995 in St. Gallen, als die Mannschaft wegen der schlechten Bodenverhältnisse abreiste, kam er lange Zeit nicht hinweg. Für diese faire Geste gegenüber dem Partner Pferd erhielt er zusammen mit der Equipe den »Fairness-Preis« des Verbandes der Deutschen Sportjournalisten.

Beim „Turnier der Sieger“ im August 1998 in Münster wurde der 1989 mit dem Ehrentitel "Reitmeister" bedachte Herbert Meyer mit dem „Friedensreiterpreis“ ausgezeichnet, der großen Persönlichkeiten des Reitsports zuerkannt wird. Auf der Jahreshauptversammlung Ende April 1999 in Saarbrücken wurde dem Reitmeister das Goldene Reiterkreuz angeheftet, eine der höchsten Auszeichnungen, die der Verband zu vergeben hat. Er erhielt am 14.Juli 1999 nach dem Preis der Nationen des CHIO in Aachen zusammen mit Gustav Pfordte den begehrten und überall geschätzten „Goldenen Ring“ des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), und die Familie Southern, die alljährlich zum berühmten CSIO von Kanada in Sichtweite der Millionenstadt Calgary einlädt, nahm ihn in die eigene „Ruhmeshalle des Reitsports“ 2001 auf.

 

Erfolge als Bundestrainer:


1988   Seoul: Mannschafts-Gold und Einzel-Bronze

1990   Weltreiterspiele Stockholm: Mannschafts-Silber

1992   Olympische Spiele Barcelona: Einzel-Gold

1994   Weltreiterspiele Den Haag: Mannschafts-Gold, Einzel-

Gold und Einzel-Bronze

1996   Olympische Spiele Atlanta: Mannschafts- und Einzel-Gold

1997   EM Mannheim: Mannschafts- und Einzel-Gold 1998

1998   Weltreiterspiele Rom: Mannschafts-Gold und Einzelbronze

1999   EM in Hickstead: Mannschafts-Gold

2000   Olympische Spiele in Sydney: Mannschafts-Gold

 

 


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