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Auf einen Cafe mit Ludger Beerbaum... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Mittwoch, 15. Februar 2012 um 20:52

Basel. Er hat mal gesagt, nach den Olympischen Spielen in London sei Schluss, dann werde er sich anderen Aufgaben widmen, "aber immer mit Pferden." Inzwischen denkt Ludger Beerbaum auch schon wieder anders...

 

Am 8. Juli 2012 ist Stichtag. Endgültiger Meldeschluss einer Equipe für die Olympischen Reiterspiele in London im August. Am 8. Juli endet auch der 97. CHIO von Deutschland in Aachen. Am Abend nach dem Großen Preis muss Bundestrainer Otto Becker die fünf Springreiter für Olympia nennen, „doch ich halte nichts davon, nicht gleich festzulegen, wer in der Mannschaft reitet und wer nicht“, sagt er. Er kennt alles aus eigener Erfahrung.  Der bisher so erfolgreiche Coach Otto Becker (53) aus Albersloh bei Münster, der mit deutschen Equipen zuletzt den Welt- und auch Europatitel gewann, einst im Sattel selbst ein Könner,  will sich festlegen, „damit gibt es auch keine Unruhe im Team.“

 

Beerbaum hofft auf seine siebten Spiele

 

Auf die Teilnahme an seinen siebten Olympischen Spielen hofft Ludger Beerbaum (48), „dafür stelle ich alles zurück.“ Bisher gewann er bei Olympia vier Goldmedaillen, die fünfte Goldmedaille vermasselte ihm die unangemeldete Salbe gegen Mauke in Athen bei Goldfever. Sonst hätte er bereits 2004 mit der  Goldausbeute von Hans Günter Winkler gleichgezogen, den will er auch noch überholen, das gehört zu seinem Naturell. Ludger Beerbaum will immer der Erste werden oder sein.

 

Ludger Beerbaum mit Gewinner-Pose

(Foto: Olaf Rutschek)

Olympia-Einzelsieger war er 1992 in Barcelona, mit allen seinen Plaketten müsste er zufrieden sein, 112 Mal ritt er einen Preis der Nationen für Deutschland, Rekordstarter, neunmal deutscher Meister, sechsmal Europameister, Weltcupgewinner, mehr geht ja fast nicht. Doch der Ehrgeiz treibt den langen Niedersachsen weiter an. Der Familienvater mit herrlicher Reitanlage in Riesenbeck, der sein erstes Erfolgspferd Wetteifernde bei einem belgischen Bauern nach Jahren wieder fand, heruntergekommen, die Stute zurückkaufte und ihr das Gnadenbrot gab bis zum Tode („ihr habe ich doch alles zu verdanken“), blickt über jeden Parcours hinaus. Einmal meinte er, es wäre möglich, dass er von jetzt auf gleich sage, Schluss, Aus, Amen. Doch nun in Basel während des CSI erklärte er, „nach London wird man sehen.“ An die Themse will er mit der Stute Gotha, „aber vielleicht auch mit dem Hengst Chaman.“ Er weiß es eben noch nicht. Doch eines darf gesagt werden: Einer wie er muss ins Team. Er kennt den Druck bei einer solchen Veranstaltung, und nur wenige wie er kann ihn auch aushalten – und noch anderen helfen, die vielleicht schlotterbeinig in den Sattel gehoben werden.

 

Alarmglocken für Reiten bei Olympia

 

Als Ludger Beerbaum 1989 bei Paul Schockemöhle weggehen musste, hätte ihn auch gleich in der Nachbarschaft Alwin Schockemöhle aufgefangen. Für den zweimaligen Olympiasieger und großen Pferdemann war Ludger Beerbaum immer einer, mit dem man arbeiten und gewinnen konnte. Beerbaum, der vielleicht kompletteste Springreiter der Welt, Sportler und Geschäftsmann, immer mit klarem Kopf, aufrichtig und manchmal zu ehrlich auch anderen gegenüber, ging seinen eigenen Weg. Er denkt generell über den Springsport nach. Zum Beispiel darüber, dass Reiten aufpassen müsse, „nicht aus dem Olympischen Programm zu fliegen.“ Ansätze sind seit Jahren zu erkennen, für die reiterlichen Wettkämpfe haben die Veranstalter beispielsweise unglaubliche Summen zu investieren, oft in der Vielseitigkeit Millionen für einen Tag, den Hindernisaufbau des Geländerittes.

 

Beerbaum sieht vor allem die große Gefahr in der Global Champions Tour. Dort wird ordentlich Geld verdient, das Ambiente stimmt, die Reiter werden regelrecht hofiert. Dort wurde auch schon laut über die Gründung eines neuen Weltverbandes nachgedacht. Das wäre das Ende des Springsports bei Olympia. Aber Olympia, so sagte mal der frühere Europameister Johan Heins (Niederlande), „bringt nur dem etwas, der Gold gewinnt.“ Wer nicht zu den ersten Dreien gehöre, also ohne Plakette abreise, habe Zeit vertan, möglicherweise gar sein Pferd für Olympia übertrainiert – und müsse danach viele Turniere sausen lassen.

 

Geldquelle Global Champions Tour…

Die Global Champions Tour ist für die Springreiter ein wahrer Geldquell. Tour-Direktor und Erfinder Jan Top (50) aus Holland will vor allem auch verdienen, dazu braucht er Sponsoren, die wiederum sind vor allem zu locken mit dem Hinweis auf TV-Übertragung eines privaten Sportkanals und damit, die Weltelite geschlossen und ständig am Start zu haben. Doch in diesem Jahr reiben sich die Termine zwischen der ebenfalls jeweils im Freien stattfindenden Springen der Global Champions Tour und der Topliga mit den besten Nationen-Preis-Equipen der Welt, dazu kommt Olympia in London.Die Reiter drängen eher zu den Fleischtöpfen der Global-Tour, doch die Nationen-Preise der Offiziellen Turniere lediglich mit Reserve-Equipen zu beschicken, wäre ein Fehltritt und stieße beim Internationalen Olympischen Komitee garantiert auf Unverständnis. Ludger Beerbaum: „Wir vom Internationalen Springreiter-Club haben abgestimmt und uns dafür ausgesprochen, dass von den Turnieren, die einer bei der Global Tour reitet, nur die Hälfte in die Punktewertung einfließt.“ Beerbaum ist Vize-Präsident des Clubs, und er hat das Sagen, was Jan Tops gar nicht passt, „der will nämlich am liebsten alles bestimmen“, wie Dr. Hanfried Haring, Präsident der Europäischen Reiter-Föderation, sagt. Die Entscheidung über den Vorschlag des Springreiter-Clubs liegt nun beim Springkomitee des Weltverbandes (FEI). Und dort dürfte keiner so hirnrissig sein, sich gegen Olympia und für die Geldader Global Champions Tour zu entscheiden. Doch, wer weiß…

 


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