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Asylant Alexander Onischenko strebt das Präsidentenamt in der Ukraine an... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig/ Offz/Welt am Sonntag   
Montag, 23. April 2018 um 13:03

Alexander Onischenko auf dem Reitturnier 2013 in Doha

(Foto: GCT/ Stefano Grasso)

Barcelona/ Berlin. Millionär und Springreiter Alexander Onischenko will nun nach einem Vierseiten-Bericht in der „Welt am Sonntag“ in seiner Heimat Ukraine 2019 Präsident werden, dort war er 2016 abgetaucht  - er möchte  Asyl in Spanien erhalten…

 

 

Vor über zehn Jahren kaufte der ukrainische Millionär Alexander Onischenko (49) alles, was auf dem Pferdemarkt zu erwerben war, Pferde wie Reiter. Er zog wie der Rattenfänger über Land. Als Erste heuerte 2005 die aus Bayern stammende Katharina Offel bei ihm an. Ein Jahr zuvor war sie Deutsche Meisterin geworden, doch der deutsche Verband hielt sie anscheinend für den CHIO von Deutschland in Aachen nicht gut genug und verweigerte eine Startgenehmigung. Aus Enttäuschung nahm sie die Offerte von Onischenko an. Der Ukrainer, selbst mit mehr Ehrgeiz als Talent im Springsattel, lockte weiter mit gutem Salair und entsprechendem Beritt. Pferde erwarb er, was er an Klasse erhalten konnte und was auf dem Markt war. Die Equipe bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen bestand aus Katharina Offel, dem Holsteiner Björn Nagel sowie den inzwischen ebenfalls „eingekauften“ Belgiern Gregory Wathelet und Jean-Claude Vangeenberghe. Um Team-Bronze fehlten dem Quartett am Ende bei Punktgleichheit zwei Hundertstelsekunden gegenüber Deutschland.

 

Onischenko kaufte in Herzlake bei Osnabrück eine feudale Reitanlage und rekrutierte weiter für seine Kavallerie Sattelkönner wie den Brasilianer Cassio Rivetti oder den Ungarn Ferenc Szentirmai. Onischenko, der auch beste Trainer engagierte wie z.B. Heinrich-Wilhelm Johannsmann und auch bei Paul Schockemöhle Unterricht nahm, qualifizierte sich auf einem geleasten Pferd auf der „Sunshine Tour“ in Andalusien für die Olympischen Reiterspiele 2008 in Hongkong, wurde dort aber bereits im ersten Springen des Teamwettbewerbs abgeläutet…

 

„Man weiß nicht, was er morgen macht…“

 

Dem Ruf des Geldes folgten weitere Springreiter, so der deutsche Doppel-Olympiasieger Uli Kirchhoff und später auch der dreimalige deutsche Meister Rene Tebbel. Da ritten andere bereits wieder für ihr Heimatland, wie Wathelet oder Björn Nagel, der mal sagte: „Onischenko ist unberechenbar, man weiß nicht, was er morgen macht oder plant – vielleicht alle Pferde aus einer Laune heraus verkauft.“ Bei den Olympischen Spielen in London erreichte die ukrainische Equipe mit Zahlmeister Onischenko das Finale nicht.

 

Höhepunkt wäre möglicherweise für die Söldnertruppe das Jahr 2016 geworden. Die Equipe stieg wieder in die höchste Klasse der Nationen-Preisliga (Division I) auf, hatte sich für das Finale um die Nationen-Preis-Trophäe in Barcelona qualifiziert und Startrecht bei Olympia in Rio de Janeiro. Doch wenige Wochen vor dem Abflug nach Südamerika hockte die Truppe in ziemlich gedrückter Stimmung  im Trainingszentrum Herzlake zusammen. Ihr Hauptsponsor, Pferdebesitzer und auch zusätzlich Präsident der nationalen Föderation, Alexander Onischenko, fehlte. Der Unternehmer, gleichzeitig Mitglied im Parlament des Landes, steckte zu jenem Zeitpunkt in einem angeblichen Korruptionsskandal, seine diplomatische Immunität war aufgehoben worden, und er war einfach abgetaucht, um einer Verhaftung zu entgehen. Mit seinem Privatjet war den möglichen Häschern in der Ukraine entkommen. Ein Verfahren wäre gegen Zahlung von 20 Millionen Dollar eingestellt worden, daran glaubte Onischenko jedoch nicht.

 

An jenem Abend in Herzlake war auch Paul Schockemöhle anwesend, der vielleicht größte Händler mit Springpferden weltweit. Zu ihm hatte Onischenko nicht weniger als 44 seiner rund 100 Pferde bringen lassen, zum Verkauf, doch, so sagte der dreimalige Europameister im „bedröppelten“ Kreis, er werde die Equipe unterstützen. So flog die Mannschaft der Ukraine ohne den Chef und Pferdebesitzer nach Rio und war dort am Ende aber nur dabei.

 

Dann wurde es still um Alexander Onischenko, der mit den Klitschko-Brüdern befreundet ist und neben seiner Muttersprache auch Deutsch, Französisch und Englisch spricht. Er war aus den Schlagzeilen verschwunden, auch wenn er im Süden Spaniens noch kleinere Turniere ritt. Bis nun eben. Da bot ihm die „Welt am Sonntag“ die große Bühne. Gleich auf vier Seiten durfte er sich ausbreiten und sein Enthüllungsbuch auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch  über den Oligarchen und Präsidenten Petro Poroschenko („Peter der Fünfte“) bewerben.

 

Jeder ist korrupt in der Ukraine

 

In dem Exklusiv-Interview mit der „WamS“ nennt er die Politik der Ukraine korrupt, und er könne das belegen, weil er selbst 2,5 Millionen Dollar an Abgeordnete gezahlt habe. Das Geschäftsmodell von Poroschenko beruhe auf reiner Schutzgelderpressung, behauptet Onischenko. Im Sommer 2016 sei er über Weißrussland nach Deutschland geflohen, weil seine Verhaftung bevorstand. In Deutschland habe er von keiner amtlichen Seite Unterstützung erfahren, deshalb habe er Spanien als Ersatzexil gewählt. In Barcelona mietete er in einem Luxushotel eine Suite als Büro. Spanien habe er deshalb gewählt, „weil die spanischen Behörden gegen Poroschenko wegen Geldwäsche ermitteln, der hat das in der Ukraine geklaute Geld besonders gerne in Spanien investiert“. Er habe sich den iberischen Behörden als Zeuge angeboten, „im Gegenzug erhalte ich von ihnen eine Aufenthaltserlaubnis und zusätzlich einen gewissen Schutz, zum Beispiel gegen den Haftbefehl aus Kiew und die wiederkehrenden Auslieferungsanträge.“ In Spanien beantragte Onischenko einen Asylantrag, „und solange der läuft, darf mich kein EU-Staat zurück in die Ukraine schicken“. Auf die Frage, ob in der Ukraine jemand nicht korrupt sei, sagt Onischenko: „Ich kenne keinen, jeder ist korrupt.“

 

Über seine eigene Geldverdiener-Karriere ist aus der „WamS“ zu erfahren, dass er nach der Wende und dem Zusammenbruch der ehemaligen UdSSR anfing, mit Gebrauchtwagen zu handeln, die er in Deutschland kaufte und mit Transportern in die Ukraine schaffte. Mit einem Lada für 800 DM habe er angefangen, den er für 2000 Mark veräußerte. Dann stieg er um auf Neuwagen, ab 2002 sei er im Gasgeschäft tätig gewesen. Bald hieß es, er nehme mit Gas am Tag eine Million Euro ein. Über sein eigenes Vermögen sagt er nichts, so nebenbei, dass mit Gas jährlich einen Gewinn zwischen 30 und 60 Millionen Dollar machte. Er besitze noch ein bisschen Geld, „ich komme zurecht“.

 

Im nächsten Jahr will er gegen Poroschenko bei der Präsidenten-Wahl als Gegner antreten, wenn er als Kandidat zugelassen werde, dann würde er die Immunität zurückerhalten und könnte auch in der Ukraine zum Wahlkampf auftreten. Als Präsident würde er den Geschäftsleuten seines Landes Folgendes sagen: „Zahlen Sie bitte ab sofort Steuern, für Kindergärten, Schulen, neue Straßen, und zahlen Sie nicht mehr wie bisher nur in die Tasche des Präsidenten.“

 

 

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