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Harrie Smolders - Laute Gedanken des Weltranglisten-Ersten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Alexandra Koch/ DL   
Freitag, 25. Mai 2018 um 13:45

Harrie Smolders auf Don

(Foto: Kalle Frieler)

 

Den Haag. Es war am Ende nur eine Frage von Tagen, bis Harrie Smolders die Führung auf der Weltrangliste der Springreiter übernahm vom US-Amerikaner Kent Farrington, der wegen eines Armbruchs mit dem Turniersport aussetzen musste. Nun ist er die Nummer 1, er war es bereits an Erfolgen des Jahres 2017 allemal bereits.

 

Harrie Smolders ist zurecht an der Spitze der Springreiter-Weltrangliste. Der smarte Niederländer, im letzten Jahr u.a. Vize-Europameister und vorzeitig Gewinner der geldträchtigen Global Champions Tour, geht auch mit seinen Pferden entsprechend um. Und er horcht auch in sie hinein. Deshalb stimmt auch sein sportliches Management.

Emerald, Don, Zinius drei wohlklingende Namen, es handelt sich um die drei aktuellen Erfolgspferde von Harrie Smolders. Don ist ein 14 Jahre alter niederländischer Hengst und sein Partner auf dem Weg zu Silber in Göteborg. Emerald wurde in Belgien gezüchtet und ist ebenfalls 14 Jahre alt. Er holte mit ihm 2016 Platz 2 beim Weltcup-Finale, ebenfalls in der schwedischen Metropole, die ein gutes Pflaster für den Niederländer zu sein scheint. Und Zinius, ebenfalls 14 und ebenfalls aus den Niederlanden, stand zwar immer im Schatten der beiden anderen, übertrumpfte diese jedoch in der Weltcup-Saison 2017/18 durch zahlreiche Siege und Platzierungen.

„Ich denke, mein Erfolg hat viel mit meiner Philosophie des Trainings und Managements der Pferde zu tun. Ich muss dafür sorgen, dass es ihnen gut geht und dass sie gleichzeitig auf den Punkt fit sind“, sagt Smolders. „Beispielsweise bekommen Don und Emerald zwei Monate Pause im Winter, damit sie einmal richtig entspannen können. Sie danach wiederaufzubauen, nimmt natürlich erneut ein paar Monate in Anspruch. Aber ich denke, dadurch können sie im Sommer so erfolgreich sein. Es geht ganz viel darum, in die Pferde hineinzuhorchen, welche Bedürfnisse sie genau haben.“

Über Zinius´ Erfolge im Winter war er selbst am meisten überrascht: „Zinius hat mich wahnsinnig erfreut. Das hätte ich niemals erwartet. In den letzten 30 Runden, die er vor dem Weltcup-Finale gegangen ist, hatte er nur zwei Abwürfe. Er stand immer etwas im Schatten der anderen beiden, aber nun ist er herausgetreten und zeigt wirklich, was er kann und hat einen super Lauf.“

Beim Weltcup-Finale in Paris-Bercy vor einigen Wochen lief es allerdings nicht ganz so gut, nur Platz 17 kam am Ende heraus. Dennoch hat Smolders aufgrund seiner Spitzenposition in der Welt aktuell großen Grund zur Freude.

Über seine Top-Pferde kann der Reiter nur strahlen und schwärmen: „Sie haben alle drei unterschiedliche Qualitäten, aber in ihrer Qualität sind sie allesamt herausragend. Für mich als Reiter ist es das Ziel und die Kunst, die ich beherrschen muss, ihre Schwächen nicht als solche erscheinen zu lassen. Ich muss alle ihre Stärken und Schwächen kennen, sodass ich sie gezielt danach einsetzen kann. Nur so kann ich als Reiter in diesen schweren Prüfungen erfolgreich sein.“

Management ist alles

Harrie Smolders merkt an, dass die eigenen Bedürfnisse niemals über jenen des Pferdes stehen dürften. Das sei am wichtigsten. Außerdem sei es die Aufgabe des Reiters, für jedes Pferd die geeigneten Springen herauszufinden. „Der eine lässt sich perfekt auf ein Championat vorbereiten, der andere findet seine Erfüllung eher in Zeitspringen“, sagt er. Der Blick auf die Rangliste sei eher eine Gefahr, betont der Reiter. Dennoch ist er über seine aktuelle Position natürlich glücklich. „Ich habe mich eigentlich nie auf die Rankings konzentriert. Mein Fokus lag immer auf den Pferden und ihren Bedürfnissen. Hätte ich mich nur auf die Weltrangliste konzentriert, hätte ich einfach immer weitergemacht und mich nur auf die Springen konzentriert, „das verleitet dazu, den Pferden keine bzw. wenig Pausen zu geben, und das ist nicht meine Art. Ich versuche immer auf meine Pferde zu hören, ob sie mir signalisieren, dass sie eine Pause brauchen. Oder ob sie mir andererseits auch sagen, dass sie bereit sind, bei einer großen und wichtigen Prüfung an den Start zu gehen. Ich muss darauf achten, wann sie erfahren genug sind für die jeweilige Prüfung und dass sie sich wohlfühlen und diese in Angriff nehmen möchten. Wenn etwas nicht passt, würde ich nicht mit ihnen starten. Wenn es den Pferden gut geht, ist meine Philosophie, kommt der Erfolg fast automatisch.“

Schon als Kind fing Harrie Smolders mit dem Reiten an. „Meine Eltern hatten immer Pferde, das Züchten war für sie einfach Hobby. Meine Schwester ritt lange vor mir und war auchauf Turnieren unterwegs. Aber ihr erstes Pony wurde zu klein für sie, und sie bekam ein größeres. Meine Eltern wollten das erste Pony dann verkaufen, da ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht viel aus dem Reiten machte. Fußball war viel besser! Doch als sie vor mir standen und vom Verkauf sprachen, sagte ich nur ganz laut: Nein, nein, nein! Und so begann ich mit dem Reiten.“

Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis Harrie Smolders eine Profi-Karriere einschlug. Mit fast 20 ritt er seine erste Prüfung über Hindernisse von 1,30 m. Nach dem Abitur stand er vor der Entscheidung, entweder Uni und Studium der Betriebswirtschaft – „oder mit Pferden Geld verdienen.“ Er entschied sich für den Reitsport und ging für ein paar Monate zu Johan Heins, dem niederländischen Ex-Europameister und ehemaligen Schüler von Olympiasieger Alwin Shcockemöhle (Mühlen). „Nach sechs Monaten war ich mir sicher, dass ich mein Leben mit Pferden verbringen werde. Ich ritt und lernte noch vier Jahre bei Johan Heins, bevor ich zu Axel Verlooy ging und mich dort vom Ein-Sterne-Niveau immer weiter hocharbeitete.“

Weltreiterspiele als Ziel

Auch für Harrie Smolders stehen die Weltreiterspiele in diesem Jahr natürlich im Blickpuinkt. „In der Grünen Saison sind für mich die Weltreiterspiele, wo wir Niederländer uns ja noch für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren müssen, sowie die Global Champions League und Global Champions Tour die großen Ziele, auf die ich besonders hinarbeiten werde. Alles, was dann noch dazu kommt, ist reine Zugabe“, sagt er und lacht. „Ich möchte nicht zu hohe persönliche Erwartungen pflegen, denn das bringt zwangsläufig Enttäuschungen mit sich. Eine Saison, wie die im vergangenen Jahr, ist ja nahezu unmöglich zu wiederholen. Am wichtigsten ist es, dass sich kein Pferd - und auch ich nicht – verletzt.“

Auch wenn er natürlich gerne bei den bevorstehenden Wettkämpfen wieder ganz vorne mitmischen würde, betont Smolders doch, dass er schon so viel erreicht habe und im Grunde genommen bereits sehr glücklich sei. „Ich denke, das Größte, was ich schaffte, ist, dass ich in so vielen unterschiedlichen Wettkämpfen ganz vorne stehen konnte: Sieg bei der Global Champions Tour und bei der Global Champions League, bei denen man über 15 Stationen hinweg top sein muss, der zweite Platz bei den Europameisterschaften und der Sieg für die Niederlande beim Nationenpreis-Finale in Barcelona. Das waren schon ein paar echte Highlights. Hinter all diesen Siegen und Platzierungen steckt so viel mehr, als man im ersten Moment denken möchte. Viele Runden und Qualifikationen, die dem eigentlichen Event vorangestellt sind. Und immer im richtigen Moment, waren wir da. Das ist, denke ich, der größte Erfolg für uns, auf den ich sehr stolz bin.“

Harrie Smolders hat zwei Kinder und lebt mit seiner Frau in Lage-Mierde westlich von Valkenswaard, fast an der Grenze zu Belgien. Mit seinen Kindern spielt er gerne Fußball, der kleinere Sohn interessiert sich momentan auch für Pferde. Das Glück im Leben scheint er gefunden zu haben. „Am wichtigsten ist die Gesundheit, und wenn die gegeben ist, dann freue ich mich, dass ich das tun kann, was ich liebe“, sagt er.

 

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