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Isabell Werth oder: "Der liebe Gott ist auch ein Sportler..." PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 16. September 2018 um 18:39

Isabell Werth - gibt auch als Springreiterin eine gute Figur ab...

(Foto: Kalle Frieler)

Tryon. In Tryon holte Isabell Werth ihre zehnte Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft, Huricane Florence raubte ihr möglicherweise die elfte, weil die Kür abgesagt werden musste. Nie war jemand im Reitsport erfolgreicher als sie, und doch hat sie die Bodenhaftung keinmal verloren, auch das macht sie so einmalig.

 

 

Der erfolgreichste Springreiter Hans Günter Winkler ließ seine Medaillen zu einer Platte verschmelzen und für seine gute Stube eine Art Teetisch alter Prägung basteln. Hätte Isabell Werth (49) ähnliches im Sinn, stände in ihrer Wohnung wohl dann eine Tafel für die gesamte Verwandtschaft. In den 30 Jahren ihrer Zugehörigkeit zur internationalen Hautevolee im Dressursport kam schon einiges zusammen an Plaketten, insgesamt allein aus Gold 45 Medaillen, sechs von Olympia, zehn bei Weltmeisterschaften, 17 beim Championat Europas und zwölf bei deutschen Titelkämpfen, dazu gewann sie bisher dreimal auch den Weltcup. Und immer auf von ihr selbst ausgebildeten Pferden, wozu nicht zuletzt ihr großer Lehrmeister und Entdecker Dr. Uwe Schulten-Baumer beitrug. Und der sagte mal über das Reiten und speziell über sie in seinem letzten Interview: „Grand-Prix-Pferde kann man nicht kaufen, sie werden gemacht. Voraussetzung sind das Beherrschen der Reittechnik, wie im Lehrbuch gefordert, dann Gefühl, das Erfassen und Reagieren von und auf Situationen sowie das Können, sich hineinzudenken in ein Pferd, was nicht erlernbar ist. Isabells Stärke ist ihre Reitqualität. Das kann man sich nicht aus Büchern aneignen, das hat man. Sie kann im Bruchteil einer Sekunde erkennen, wie das Pferd plötzlich auf irgend etwas reagieren wird – und stellt sich darauf ein. Sie ist einsatzbereit, nervenstark und kämpferisch.“

Nach der Mannschafts-Goldmedaille in Tryon ritt sie auf der Westfalen-Stute Bella Rose, die von November 2015 in Stuttgart bis zum Swarowski-Turnier in Tirol im Juni 2018 wegen verschiedener Verletzungen nicht vorgestellt werden konnte, im Grand Prix Special der Weltreiterspiele zu einem die Konkurrenz wahrlich deprimierenden Ergebnis von 86,246 Prozentpunkten. Und wahrscheinlich nie zuvor erhielt ein Teilnehmer in der schwierigsten Prüfung  aus Disziplin, Geduld und Können so oft die Höchstnote „10“. Die sieben Juroren waren wohl so verzückt von diesem Vortrag, dass sie nicht weniger als 41 mal die Höchstnote in den Laptop diktierten, und jeweils auf die „10“ hatten sich dabei wahrlich ohne Absprache Annette Fransen-Jacobäus (Schweden) und Mariette Sanders-Gansewinkel (Niederlande) festgelegt. Und dass die 14-jährige Fuchs-Stute von Belissimo überhaupt in die Arena zurückkehren konnte, ist zum großen Teil auch dem begnadeten Schweizer Tierarzt Dr. Hans Stihl zu verdanken, den vor über 35 Jahren Olympiasieger Alwin Schockemöhle (81) bei den besten deutschen Springreitern einführte.

Aber auch das zeichnet Isabell Werth aus, die seit 2014 einen Handels- und Ausbildungsstall neben dem elterlichen Hof von Brigitte und Heinrich Werth in Rheinberg am Niederrhein – mit Blickkontakt zu Schwester Claudia - betreibt. Nach dem Abitur 1989 begann sie neben dem wahrlich harten täglichen Training beim „Doktor“, wie Uwe Schulten-Baumer genannt wurde, ein Jurastudium, das sie mit dem Staatsexamen abschloss. Danach arbeitete sie in der Anwaltskanzlei von Dr. Oexmann in Hamm und von 2001 bis 2004 in der Sponsoring-Abteilung des Unternehmens Karstadt, dort lernte sie auch ihren Lebensgefährten Wolfgang Urban kennen, sie sind Eltern eines Jungen.

Während die anderen Teammitglieder der Dressur-Equipe an diesem Montag Tryon Richtung Europa verlassen, bleibt Isabell Werth am Ort der 8. Weltreiterspiele, ihrer Freundin, Gönnerin und Pferdebesitzerin Madeleine Winter-Schulze (77) zuliebe. Die war nämlich nach dem Gewinn der Mannschafts-Goldmedaille mit dem ihr angeborenen Temperament Richtung Stallzelt geeilt, dann aber auf einer Gummimatte ausgerutscht und gestürzt, dabei zog sie sich einen glatten Oberschenkelhalsbruch zu, der einige Stunden später im Krankenhaus von Tryon operiert wurde. Nach dem Titelgewinn im Grand Prix Special ließ sich Isabell Werth mit der Goldmedaille gleich ins Hospital fahren, von wo beide ein Foto in die Heimat posteten.

Das Lebensmotto  von Isabell Werth lautet übrigens: „Der liebe Gott ist auch ein Sportler…“

 

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