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Weiteres hohes Amt für Martin Richenhagen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Donnerstag, 31. Oktober 2019 um 21:57

Reinhard (links) und Martin Richenhagen - zwei Brüder, zwei Dressurrichter

(Foto: Kalle Frieler)

New York. Auf den deutschen Industriemager Martin Richenhagen wartet ein weiteres hohes Amt: Der aus Köln-Mülheim stammende Chairman des US-Weltkonzerns AGCO wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums des American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) gewählt.

Er muss nicht selbst auf die Kanzel, um sein Können zu verkünden, er braucht keinen Herold, der von ihm Kund gibt. Er ist einfach gut. So verfolgen ihn wahrlich Ämter um Ämter neben seinem Hauptjob. Die Rede ist von Martin Richenhagen (67). Der Rheinländer mit Geburtsort Köln-Mülheim, der in den USA sein Glück nicht suchte, sondern fand, kam nun zu einem weiteren tragenden hohen Amt, er wurde zum Vorsitzenden des Kuratoriums des American Institute for Contemporary German Studies an der John Hopins University (AICGS) gewählt, ein zentraler Punkt für wissenschaftliche und sicherheitspolitische Fragen zwischen den USA und Deutschland. Er löst im Frühjahr Jacques Brand an der Spitze dieses Gremiums ab. Seine Wahl wurde, wie in den USA meist üblich, auf einem Galadinner verkündet, diesmal im hochnoblen Capriani Downtown Hotel in Mannhattan.

Mit ihm trinkt man gerne auch ein Bier

Martin Richenhagen ist keiner, der hinter Posten und Pöstchen herhechelt, auch Ehren-Ämter verfolgen ihn im Gegenteil geradezu selbst. Er gehört dennoch immer noch zu jenen, mit denen man gerne auch ein Bier trinkt. Schampus braucht er nicht. Nach dem Abitur studierte er Theologie, Philosophie und Romanistik in Bonn, er ritt Dressur bis zur schweren Klasse und wurde “Pastor” genannt. Er gründete während seiner Studienzeit den Akademischen Reiterclub Bonn mit. Nach dem Studium unterrichtete er am Gymnasium in Frechen bei Köln Religion und Französisch. Schon während der Studienzeit lernte er auch den späteren Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, kennen, der hatte Turniere in Bonn gesponsert. Thumann, von 2001 bis 2005 Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), fragte Richenhagen eines Tages, ob er denn ewig “die unerzogenen Kinder anderer Leute” unterrichten wolle und bot ihm einen Job in der Stahlbranche an.

Richenhagen beendete das finanziell gesicherte Beamtendasein und begann 1985 seine nächste Karriere bei Thumann. Nach zehn Jahren in Düsseldorf wurde er 1995 als Vize-Präsident beim Aufzug- und Rolltreppenfabrikanten Schindler angestellt, danach arbeitete er als Geschäftsführer bei Claas KG, zwei Jahre wirkte er in der Schweiz bei Forbo International im Vorstand, und 2003 bewarb er sich beim Landmaschinenhersteller AGCO als einziger Nicht-Amerikaner – und wurde eingestellt. Seit 2004 ist  Martin Richenhagen Vorstandsvorsitzender und Chef des Aufsichtsrats des Landmaschinenherstellers AGCO mit Sitz in Duluth im US-Staat Georgia. AGCO beschäftigt weltweit 16.000 Mitarbeiter (Jahresumsatz rd. 9 Milliarden Euro). Dem Magazin “Capital” sagte er, in einem guten Jahr verdiene er zwischen zehn und zwölf Millionen Dollar. Sein Motto: “Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage…”  Zu AGCO gehört seit 1997 auch der deutsche Traktoren-Fabrikant Fendt, Hauptsponsor der deutschen Reiterlichen Vereinigung. Der 2010 geschlossene Vertrag zwischen der FN und Fendt (280.000 Euro plus Sachspenden in Höhe von 60.000 € pro Jahr) läuft bis 2020.

 Im Weißen Haus als Berater

 Barack Obama holte ihn 2014 ins Weiße als Wirtschaftsberater mit Schwerpunkt Afrika, er beendete aber seine Funktion, nachdem Obamas Nachfolger Donald Trump als neuer US-Präsident seinen Freund Außenminister Rex Tillserson per Twitter entlassen hatte. Der smarte und in Talkshows so leicht und verständliche Plauderer Martin Richenhagen, der auch englisch, französisch und italienisch spricht, wurde 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland geehrt, und Frankreich zeichnete ihn 2018 mit dem höchsten zivilen Orden „Ritter der Ehrenlegion“ aus.

Seit 2003 wohnt die Familie Richenhagen in Duluth, einem Vorort der Olympiastadt Atlanta. Dort pflegt er auch sein Hobby Pferdezucht. Die Dressur war und ist seine große Leidenschaft nach wie vor. Nach der aktiven Zeit legte er die Richterprüfung ab („ich bin unabhängig, ich richte, was ich sehe“). Bei den Olympischen Reiterspielen 2008 in Hongkong war er Equipechef der erfolgreichen deutschen Dressur-Equipe.

Vor einigen Monaten, als mal die berechtigte Frage nach einem Nachfolger für den jetzigen Verbands-Präsidenten Breido Graf zu Rantzau aufkam und einer aus der Vorstandsriege den Namen Martin Richenhagen aufrief, war zunächst großes Schweigen die Antwort, dann fast Empörung. Vor allem von den Fürsten der Landesverbände hallte kein positives Echo, denn sie fühlten sich sofort in ihrer gewohnt selbstgefälligen Allmacht bedroht. 

 

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