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Marbacher Vielseitigkeit: "Freundliche, einladende Kurse..." PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. Michaela Weber-Herrmann/ DL   
Freitag, 13. März 2020 um 13:01

Kursarchitekt in Marbach: Rüdiger Schwarz

(Foto: Veranstalter/ Mulle)

 

Marbach. Wenn das Coronavirus nicht dazwischenfunkt, trifft sich die deutsche Vielseitigkeitselite Mitte Mai in Marbach auf dem Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüt zu einer internationalen Vorbereitungsprüfung auf Olympia in Tokio.

 

Eine Vier-Sterne-Vielseitigkeit als Vorbereitungsprüfung der deutschen Cracks  auf die Olympischen Spiele, dazu Zwei-Sterne-Prüfungen mit Landesmeisterschaften und Junioren-Nationenpreis – vom 14. bis 17. Mai wird das Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts einmal mehr Treffpunkt der internationalen Vielseitigkeitsszene. Im Interview gibt Course Designer Rüdiger Schwarz einen Ausblick darauf, was Reiter und Pferde erwartet.

Herr Schwarz, die INTERNATIONALE MARBACHER VIELSEITIGKEIT galt viele Jahre als freundlicher Start in die Saison, im vergangenen Jahr – Ihrer Premiere als verantwortlicher Parcoursdesigner in Marbach – hatte man den Eindruck, der Schwierigkeitsgrad sei etwas erhöht worden. Was planen Sie für 2020?

RÜDIGER SCHWARZ: „Mein Bestreben ist es, freundliche, einladende Kurse zu bieten. Marbach liegt recht früh im Jahr, dem werde ich Rechnung tragen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr werden die technischen Anforderungen etwas entzerrt, sodass sich die Kurse auch für etwas weniger routinierte Pferde oder Reiter als motivierender Start in die Saison eignen.“ 

Schon seit Wochen wird an den Hindernissen der Geländestrecken gefeilt, neue Sprünge werden gebaut, andere modifiziert. Wie gravierend sind die Änderungen hinsichtlich Hindernisgestaltung und Streckenführung?

R.Schwarz: „Die Linienführung ist gut und hat sich bewährt, daran werden wir nichts ändern. Allerdings sind rund 70 Prozent der Aufgaben – nicht der Hindernisse – anders als im vergangen Jahr. Zu den wesentlichen baulichen Veränderungen gehören beispielsweise einige Erdarbeiten am ersten Wasserhindernis im Bereich des sogenannten Eichelesgartens, was diesen Hinderniskomplex ebenfalls hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades freundlicher werden lässt. Dieser Streckenbereich wird auch fürs Publikum noch attraktiver gestaltet werden.“

Apropos Eichelesgarten. Der Ausstellerbereich soll dorthin verlegt werden?

R.Schw.: „Ja, das ist eine Maßnahme zur bestmöglichen Schonung der Weideflächen der Gestütsherden. Sowohl der Ausstellungs- als auch der Cateringbereich werden an den Rand des Eichelesgartens verlegt. Wir werden dieses Areal so interessant gestalten, dass dort, zusätzlich zum großen Wiesenbereich vor der Alten Hütte, von wo aus man große Passagen der Strecke einsehen kann, ein weiteres Zuschauerzentrum entstehen dürfte.“

Sie konzipieren zwei Strecken für drei Prüfungen. Was die Anzahl der Paare betrifft – wie stark wären Ihrer Meinung nach ideale Teilnehmerfelder?

R.Schw.: „Die INTERNATIONALE MARBACHER VIELSEITIGKEIT ist ein beliebtes Turnier, war allerdings mit einer zusätzlichen Pony-Prüfung und der dadurch erforderlichen dritten Geländestrecke an ihre Grenzen gestoßen. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr rund 50 Starter im Vier-Sterne CCI  haben werden. Das wäre ideal. In den Zweisterne-L-Prüfungen sind um die 150 Starterpaare realistisch.“

   

Ausschreibung:www.eventing-marbach.de

Ticket-Vorverkauf: www.easyticket.de

Zur Person:

Rüdiger Schwarz (69) ist seit 2019 Gelände-Parcourschef der INTERNATIONALEN MARBACHER VIELSEITIGKEIT und hat in diesem Jahr neben dem bewährten Bautrupp erstmals Rüdiger Rau aus Altensteig im Schwarzwald als Asisstenten an seiner Seite. Schwarz kennt alle Facetten des Sports: Der gebürtige Holsteiner feierte im Sattel Erfolge auf internationalem Parkett, unter anderem gewann er EM-Bronze und WM-Silber.

Nach einer Ausbildung zum Diplom-Trainer übernahm Rüdiger Schwarz bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung das Amt des Bundestrainers der Pony-Vielseitigkeitsreiter, später war er als Bundestrainer für die Junioren, Jungen Reiter und die Perspektivgruppe Vielseitigkeit erfolgreich.

Zu den Höhepunkten seiner Karriere als Course Designer zählt die Konzeption der Strecken bei den Weltmeisterschaften in Aachen 2006, beim Weltcup-Finale 2009 im polnischen Strzegom sowie bei den Europameisterschaften 2013 in Malmö in Schweden und 2017 in Strzegom. 2020 zeichnet Schwarz für die Geländestrecken in Marbach, Wiesbaden, beim CHIO in Aachen und im belgischen Arville verantwortlich.

 

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