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FEI-Beschluss - Vergewaltigung der Kreatur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. Peter F. Cronau   
Freitag, 20. November 2009 um 13:46

 

Wattenscheid. Das Votum der Generalversammlung des Reiterweltverbandes (FEI) am 19. November 2009 ist geeignet, Geschichte zu schreiben. Bei einem Sportpferd auf internationalen Turnieren unter FEI-Hoheit einen Blutplasmaspiegel von 8 Mikrogramm Phenylbutazon (PBZ) pro Milliliter zuzulassen, bedeutet, einen folgenschweren  fatalen Paradigmenwechsel zu begehen.

 

Ich bin ein lebender Zeitgenosse mit 40 Jahren Erfahrung im Berufsstand der Pferdemediziner. Zusammen mit der damaligen Präsidentin der FEI – Princess Anne – wurde 1996 nach vielen Jahren der Verwirrung und Unsicherheiten eine praktizierbare Lösung durch die Einführung der sogenannten Null-Lösung geschaffen. Zugegebenermaßen gab es auch für Einführung der Null-Lösung Gegenstimmen und Gegner. Ich erlaube mir, eine Beurteilung zeitgenössischer FEI-Politik vorzunehmen.

 

Mit der Einführung der Null-Lösung 1996 wurden seinerzeit zahlreiche Gesichtspunkte berücksichtigt:

Kreatur Pferd

Tierschützer

Hardliner-Verbände wie Schweiz, Schweden u.a.

Tierschutzgesetz in vielen Ländern (Nord-Süd-Gefälle, aussereuropäische Länder in der Regel ohne Tierschutzregeln)

Gruppe von Tierärzten, die im Besonderen die Nebenwirkungen des Phenylbutazons auf den Pferdemagen mit Bedenken eingestuft haben.

Die Entscheidung der FEI im Jahr 2009 führt sämtliche seinerzeit 1996 gehegten Argumente ad adsurdum.

Wie sieht die Paradigmen-Änderung für die Zukunft aus und welche Konsequenzen wird sie haben?

Pferde mit Schmerzen sind in der Lage, Sport zu betreiben. Natürliche Signale über Schmerzverhalten – also Lahmheiten – werden maskiert. Die Pferde erkennen den Schmerz nicht mehr und erhöhen die Gefahr weiterer Schäden, sie müssen bei progressiven Problemen sicherlich früher „entsorgt“ werden. Wir haben mit eine zunehmenden Anzahl von Frakturen und Sehnenrupturen zu rechnen.

Gegen fast alle Tierschutzregeln...

Die Regelung kollidiert fast mit allen existierenden Tierschutzgesetzen. Wie geht der Gesetzgeber damit um, wenn ein Internationales Turnier in Deutschland stattfindet? Ein Deutscher Reiter mit seinem Pferd darf nach deutschem Tierschutz- und Sportrecht kein PBZ verabreichen. Was passiert ihm, wenn er PBZ benutzt, die FEI ihm den Rücken freihält und der Deutsche Verband ihn bestraft? Wenn er die nationale Gesetzgebung befolgt, hat er einen Wettbewerbsnachteil...

Was passiert einem Deutschen Reiter, wenn er im Ausland auf einem Internationalen FEI-Turnier PBZ bei seinem Pferd anwendet? Nach deutscher Gesetzgebung ist sein Verhalten illegal. Jede Anwendung unabhängig vom Anwenderland ist gegen das Gesetz.

Wird wieder wie früher...

Da die 8 Mikrogramm-Grenze nicht überschritten werden darf und das PBZ gewissen Abbaumechanismen unterliegt, wird dafür gesorgt werden, dass der PBZ-Spiegel immer unter 8 Mikrogramm bleibt. Es wird ein Zeitraster für jedes Pferdindividuum geschaffen werden. In praxi bedeutet das, wenn das Pferd unter der Grenze bleiben soll, muss unter diesen Umständen und in Kenntnis des individuellen Metabolismus ggf. das Pferd in der Nacht um 03:00 Uhr (wie früher) behandelt werden.

PBZ baut nach bestimmtem Muster im Körper ab, dabei entsteht als wichtiger Baustein Oxyphenbutazon (OPB) , was auch selber entzündungshemmenden  Charakter hat. Also wenn man PBZ findet, wird automatisch OPB gefunden. Man kann dann OPB separat geben, ohne dass es geahndet wird, weil man es vom Metaboliten nicht unterscheiden kann.

Die Hersteller von PBZ werden einseitig begünstigt werden. Wenn nicht schon geschehen, wird es einen Quantensprung an der Börse geben.

Ergebnisse mit Fehlurteilen...

Die LPO setzt sich zum Ziel, Leistung zu bewahren und für Zuchtzwecke zu verwenden. Dazu muss das Pferd in seinem Urzustand vorgestellt werden. Unter PBZ erzielte Ergebnisse führen zu Fehlbeurteilungen und Irreführungen für Zuchtziele besonders a la longue.

Gerade durch die Null-Lösung ist es beispielweise gelungen, kranke Pferde auszusondern und nicht weiter damit zu züchten. Hier waren speziell für die Berufskrankheit des Sportpferdes – Hufrollenerkrankung - eine signifikante Verbesserung u.a. auch durch Transparenz und Medikationsverbote im Sport festzustellen. Jetzt werden wieder hufrollenkranke Pferde eingesetzt, die durch PBZ wieder maskiert werden.

Kurzsichtige Entscheidung der FEI

Ergo, die Entscheidung der FEI ist kurzsichtig und objektiv falsch. Auch der Glaube, damit das Dopingproblem lösen zu können, ist falsch,. Es wird Fälle geben, die die 8 Mikrogramm-Grenze überschreiten, weil der Tierarzt oder die behandelnde Pflegerin/Pfleger sich in der Dosierung vermetern werden. Der Kommerz hat der Kreatur Pferd keinen Gefallen getan. Das letzte Wort ist auch damit nicht gesprochen, denn der Gesetzgeber muss sich mit diesen Bestimmungen auseinandersetzen. Sollte er kritiklos den Bestimmungen der FEI zustimmen, macht er sich unglaubwürdig. Sollte er auf der legalen Durchführung bestehender Gesetze bestehen, gibt es in Deutschland zumindest die Forderung nach der Null-Lösung oder es gibt keinen Sport mehr.

Natürlich ist die Gesetzesänderung in der Meinung der Reiter ein Fortschritt. Er wird teuer erkauft werden...

 

 

 

 

 

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