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Angst der Vielseitigkeit vor dem Verschwinden bei Olympia PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ulrich Model/ dl   
Freitag, 21. Juni 2024 um 18:47

Wunderschöne Bilder aus Luhmühlen sind längst verschickt von den Berufsfotografen, und auch wenn die Fußball-Europameisterchaft die deutsche Nation längst im Griff hat, die Internationale Vielseitigkeitsveranstaltung in der Lüneburger Heide wirkt aber nach, bei den Pferdefreunden. Keine Bilder von Stürzen, von Verletzten. Und dennoch ziehen sich über der Disziplin nicht gerade heitere Wolken zusammen.

Die Vielseitigkeit im Reitsport, bis vor einigen Jahren noch Military genannt, mit auch ganz anderen Anforderungen als heute, ist auf einem pferdefreundlichem und durchaus dennoch leistungsgerechten Weg. Die Bilder vom letzten Wochenende aus Luhmühlen haben es bewiesen. Kein Zupfen und Zerren, keine steigenden Pferde und schon gar keine Stürze prägten die Veranstaltung der Deutschen Meisterschaft. Nichts, dennoch geisterte erneut ein Gerücht durch die Reiterei, das fürchten lässt, dass die Vielseitigkeitsreiterei aus dem olympischen Programm gestrichen werden soll. Warum ? Das Leben ist teurer geworden. Auch für Pferdebesitzer. Pferde -Menschen spüren das.

"Wenn man heute vorne mitreiten will, braucht man man zwei oder gar drei entsprechende Pferde. Minimum“, sagt Bundestrainer Peter Thomsen. Das bedeutet schon einmal so etwa 3.000 Euro pro Monat pro Pferd, die schon einmal auf der Soll- Liste des Reiters stehen.

Das können sich die meisten Vielseitigkeitsreiter gar nicht leisten, und Spopnsoren stehen auch nicht gerade Schlange. Der Vielseitigkeitsreiter hat nicht das große Einkommen, aber eine Familie, eventuell auch ein noch nicht abbezahltes Haus, doch alles muss bezahlt werden. Peter Thomsen sieht trotzdem nicht schwarz.

Es wird immer wieder Menschen geben, die diese Disziplin als einzige pferdefreundliche Sportart schätzen. Und anders als die Springreiter geben die Vielseitigkeitreiter ihre Pferde nach dem Turniereinsatz "nicht an der Garderobe" ab. Sie sorgen sich persönlich um das Wohlergehen ihres Partners Pferd. Denn sie sind auf ihn angewiesen und können nicht einfach den Vierbeiner einem Pfleger oder einen Bereiter in die Hand drücken, um sich ein Bier zu holen.

Und eines hat dieser Sport in den letzten Jahren sicher auch geschafft: er ist aus den negativen Schlagzeilen verschwunden, die Tierschutzvereine wie PETA genügend erzeugt haben. Meist in völliger Unwissenheit der Materie. Es gab bei der Deutschen Meisterschaft in Luhmühlen und den ebenfalls parallel gelaufenen weiteren Wettbewerben in diesem Jahr  keine schlechten Bilder.

Was sind schlechte Bilder? Eben solche, die durch Menschen erzeugt werden, bei denen das Pferd ein Sportgerät, aber kein Lebewesen ist. Der oft zitierte und kaum nachvollziehbare Teamgeist zwischen Pferd und Reiter wird bei den Vielseitigkeitsreitern in bemerkenswerter Weise sichtbar. Und nur so wird diese Disziplin olympisch überleben.

Das schneller, weiter, höher als Maxime des allgemeinen Sports, egal welcher Sportart, ist in der Vielseitigkeit kein Thema. Luhmühlen steht als Beweis. Und auch Bundestrainer Peter Thomsen (63), seit zwei Jahren als Nachfolger von Hans Melzer in diesem Job, sieht die Entwicklung positiv. Der Team-Olympiasieger von Hongkong 2008 und 2012 in London weiß, wovon er spricht: „Es fehlt ganz einfach daran, diese Sparte stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken als bisher, Schönheit und echte Partnerschaft von Pferd und Mensch verständlich hinüber zu bringen, vor allem glaubhaft.“

Wie sagte mal der leider zu früh verstorbene Turnierchef der großartigen Hallenveranstaltung im niederländischen Hertogenbosch, Jan-Gerrit Swinkels: „Springreiter denken meist ans Geld, Dressurreiter reden am liebsten über Lahmheiten der Pferde der Konkurrenten, Vielseitigkeitsreiter sind diejenigen, die ihre Pferde wirklich lieben...“

 

 

 


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