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Berlin hat wieder ein großes Reitturnier PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 29. September 2009 um 12:59

Berlin. Nach sechs Jahren hat die deutsche Hauptstadt Berlin an diesem Wochenende wieder ein großes Reitturnier. Und darüber freut sich auch ganz besonders die Ur-Berlinerin Madeleine Winter-Schulze. Sie sagt: „Daran hätte auch Dieter mehr als Spaß gehabt. Er sagte immer: Wenn Berlin wieder ein Turnier bekommt, dann werden wird es sehr unterstützen.“ Ihr Mann Dietrich Schulze starb vor fast genau einem Jahr nach schwerer Krankheit. Die zweite Qualifikation zum Großen Preis am Samstagnachmittag wird deshalb auch seinen Namen tragen.

 

Die Deutschlandhalle hatte Atmosphäre und war ein Sammelbecken der Erinnerungen, für alle unvergessen, die dabei waren, vor allem das emotionsgeladene Turnier unmittelbar nach der Wende grub sich in das Gedächtnis ein, als die Besucher aus dem anderen Teil Deutschlands endlich kommen durften wie vorher nie und erzählten, wie sie trotz Aussperrung die Erfolge der bundesdeutschen Reiter bei Championaten und Olympischen Spielen mit heißen Herzen miterlebten. Einige brachen in Tränen aus, als sie Hans Günter Winkler trafen.

1996 wurde die Deutschlandhalle für immer zugeschlossen, Versuche, den Reitsport im Velodrom und  in den Messehallen unter dem Funkturm hoffähig zu halten, scheiterten. Dann kam die große Pause – sechs Jahre lang. Die Idee zum Neubeginn hatte Ralf Hermann, Unternehmer aus Dortmund. Er wollte zunächst eine Hallenveranstaltung in Hoppegarten aufziehen, wurde dann aber fündig  im stillgelegten Flughafen Tempelhof – Reiten in einem Hangar. Madeleine Winter-Schulze (68) war bereits vor einigen Wochen dort und meint: „Alles unter einem Dach, das ist gut so.“ Sie hat vor allem auch Vertrauen zum Vermarktungsprofi Thomas Baur aus Stuttgart.

 

Deutsche Meisterin in Dressur und Springen

 

Vor den späteren Berliner Olympiasiegern Heike Kemmer und Springreiter Dirk Hafemeister war  Madeleine Winter. Mit 13 ritt sie bereits in den Messehallen unter dem Funkturm, sofort erfolgreich bei den Junioren. Sie lebt zwar inzwischen in Mellendorf bei Hannover, doch ihr Herz schlägt schneller vor allem für Berlin. Zehnmal wurde sie Berliner Meisterin in der Dressur, Deutsche Titelträgerin in Dressur 1959 und zweimal im Springen 1969 und 1975, und sie gewann außerdem das Deutsche Derby in Hamburg 1983 und 1986. Sie ist eine Pferdefrau, Mäzenin von Isabell Werth und Ludger Beerbaum. Die deutsche Föderation (FN) ehrte sie mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold, mehr geht nicht, aus der Hand von Familienministerin Ursula von der Leyen erhielt sie vor drei Jahren das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande, ohne Aufsehen unterstützt sie still und unauffällig verschiedene Hilfsorganisationen, Freunde wissen davon,  andere sollen davon nichts erfahren.

Seltsame Rolle des deutschen Verbandes...

Ohne Madeleine Winter-Schulze liefe einiges im Reitsport nicht so glatt, sie macht davon kein Aufsehen. Wo sie helfen kann, hilft sie. Isabell Werth sagt über Madeleine Winter-Schulze, die so wohltuend unauffällig ist, deren innere Aura jedoch umso kräftiger strahlt: „Wäre sie nicht da, müsste sie einfach noch geboren werden. Ich kenne niemanden, der sich so engagiert – und so wenig dafür als Gegenleistung fordert.“ Dass die fünfmalige Olympiasiegerin Werth zusätzlich wegen Dopings ihres Wallachs Whisper beim Pfingstturnier in Wiesbaden noch weitere sechs Monate – wie vom Weltverband verkündet -  aus der deutschen Nationalmannschaft ausgeschlossen wurde, machte Madeleine Winter-Schulze ziemlich sprach- und ratlos. Verbandspräsident Breido Graf zu Rantzau hatte nämlich zwei Tage vor der Abschlusskundgebung der DOSB-Kommission am Telefon gesagt, der Verband werde nichts nachschieben. Das Trio des Deutschen Olympischen Sport-Verbandes schlug aber vor, die Sperre von Isabell Werth um ein weiteres halbes Jahr zu verlängern. Die Empfehlung war dem Verband bekannt und auch mit ihm besprochen. Denn der über 30 Seiten umfassende  Schriftsatz lag bei der Pressekonferenz vor. Die FN schloss sich ohne Begründung an.

17 Jahre waren sie verlobt...

Ehe sie Dietrich Schulze heiratete, war die Unternehmertochter mit ihm 17 Jahre verlobt. Das Ehepaar Schulze war am  8. Mai 1953 mit vier Kindern aus dem  „Arbeiter- und Bauernstaat DDR“ geflüchtet, „mit 750 Ost-Mark kamen wir im Westen an“, wie Dietrich Schulze mal erzählte. In der Nähe von Lichtenwalde pachtete der Vater einen kleinen Hof, 1956 gründete er den Reiterverein Spandau. Dietrich Schulze wollte Jockey werden, begann dann mit der Reiterei im ländlichen Bereich, brach bei einem Sturz den fünften und sechsten Halswirbel, ging von der Schule nach der Mittleren Reife ab, hatte mit 18 den Führerschein und mit 20 die Lizenz als Taxifahrer. Er besaß zwei Droschken, eine fuhr er selbst. Und wenn er nicht gerade irgendjemanden zu chauffieren hatte, dann ritt er. Viermal wurde er Berliner Meister der Springreiter.

Als 28jähriger stürzte er schwer, brach das Schultereckgelenk. Im Krankenhaus besuchte ihn irgendwann Madeleine Winter, sie verliebten sich ineinander und heirateten 1987, seit 1971 waren sie zusammen. Die Ehe blieb kinderlos.

Herbert Meyer empfahl Ludger Beerbaum

In Mellendorf  bei Hannover erwarben sie  den Reiterhof des 1978 nach einem Autounfall gestorbenen Weltmeisters Hartwig Steenken. Bis zum Mannheimer Maimarktturnier 1994 ritt Exweltmeister Gerd Wiltfang die besten Jumper aus dem Stall Schulze-Winter, auch Hauke Luther stieg für das Ehepaar in den Sattel. Doch Dietrich Schulze hielt längst Ausschau nach einem anderen Reiter. Er besprach das Problem mit dem damaligen Bundestrainer Herbert Meyer, und der wusste bereits einen: Ludger Beerbaum. Der war nämlich inzwischen nach Warendorf übergesiedelt, weil „sein“ Turnierstall Moksel in Buchloe/Allgäu zugemacht hatte. Schulze damals: „Für den Dienstag nach dem Pfingststurnier in Wiesbaden 1994 hatten wir einen Termin bei uns für 7 Uhr festgelegt. Ludger war bereits um 6.45 Uhr da.“ Es war der Anfang einer fruchtbaren und erfolgreichen Partnerschaft, daraus entstand zusätzlich Freundschaft. Ludger Beerbaum: „Ich bin glücklich, diese beiden getroffen zu haben.“ Madeleine Winter-Schulze: „Ob Isabell oder Ludger, beide helfen, wo sie mir nur können. Und ich brauchte sie vor allem nach dem Tod von Dieter...“

 

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