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Zum zweiten mal gewinnt Elizabeth Madden den Springreiter-Weltpokal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 15. April 2018 um 17:45

 

(Foto: FEI/ J.Morell PSV)

Siegerin Elizabeth Madden mit dem Weltpokal

Der vom Alinen Skisport hergeleitete Springreiter-Weltcup geht auf den Schweizer Kunstsammler, Publizisten und späteren Weltcupdirektor  Max Ammann zurück. Er beauftragte damals zur Schaffung einer entsprechenden Trophäe den Berner Juwelier und Reiter Jürg Stadelmann, dem sagte er, oben müsse ein Kelch zum Einschenken von Schampus sein, und unten solle sich ein Sockel zum Eingravieren  der Siegernamen befinden. Zwischen Schale mit Henkeln und Sockel setzte der Künstler dann noch eine Stele aus Bergkristall. Die Trophy hat eine Höhe von rund 40 cm und ist ein Wanderpokal, der Sieger erhält jeweils eine Nachbildung.

Paris. Zum zweiten mal nach 2013 gewann die US-Amerikanerin Elizabeth Madden den Springreiter-Weltcup. In Paris siegte sie auf dem Hengst Breitling ohne einen Strafpunkt in drei Wertungsprüfungen. Die beiden deutschen Starter waren wahrlich nicht vom Glück verfolgt…

Elizabeth Madden mit dem zwölfjährigen Hengst Breitling LS von Quintero mal Acord II auf der letzten Runde zum Triumph um den Weltcup - fünf Durchgänge, nur ein Abwurf

(Foto: FEI/ PSV J.Morell)

Das 40. Finale um den Springreiter-Weltcup seit 1979 endete in Paris-Bercy mit einem Triumph für die amerikanischen Teilnehmer. Vorneweg für Elizabeth („Beezie“) Madden. Die 54 Jahre alte viermalige „Reiterin des Jahres“ in den Staaten siegte auf dem zwölfjährigen Hengst Breitling von Quintero mit insgesamt vier Fehlerpunkten in drei Wertungsprüfungen. Die Team-Olympiasiegerin von 2004 und 2008 sicherte sich neben dem Pokal ein Preisgeld von insgesamt von 249.375 Euro, für den Gesamterfolg gab es allein 172.500 €. Der Gewinnerin fast aller Großen Preise bei den bekanntesten internationalen Turnieren in der Welt hätte jedoch fast ihr Landsmann Devin Ryan (36) die Tour vermasselt. Ryan, der international wahrlich noch nie groß brillierte, der vom bekannten Coach George Morris USA) trainiert wird und sich auch schon in den Niederlanden in verschiedenen Turnierställen schlau machte, hatte sich fast unbeachtet auf dem holländischen Schimmel Eddie Blue herangepirscht mit zwei fehlerlosen Runden im Finale - Schlussreiterin Beezie Madden wäre bei zwei Abwürfen gar ins Niemandsland abgestürzt, vom ersten auf den achten Rang. Doch Breitling patzte eben nur einmal. So strotzte am Ende eben vor allem Devin Ryan als Zweiter (Gesamtprämie 208.500 €) mit insgesamt sechs Strafpunkten, er sagte: „Mein gestecktes Ziel für dieses Jahr war das Erreichen des Finalsturniers, dass ich Zweiter wurde, das fühlt sich für mich an wie ein Sieg.“

 

Der fast als sicherer Zweiter schon feststehende Schwede Henrik von Eckermann wurde am Ende Dritter mit der Stute Mary Lou mit insgesamt lediglich acht Strafpunkten (Preisgeld gesamt 121.370 €), ein Abwurf auf der Schlussrunde.

 

An den beiden letzten Tagen gaben auch die beiden deutschen Teilnehmer Laut von sich. Daniel Deußer (Reijmenam/ Belgien) gewann auf dem Schimmel Cornet am Samstag den außerhalb des Weltcupturniers laufenden Grand Prix, wofür 25.000 € an Prämie gezahlt wurde, und mit einem Zeitfehlerpunkt auf seinem sonst so verlässlichen Wallach Cornet d`Amour platzierte sich der zweimalige deutsche Titelträger im letzten Wertungsspringen als Dritter (31.500), Vierter wurde in der Konkurrenz (Dotierung 300.000 €) mit zwei Umläufen Marcus Ehning (Borken) auf Cornado NRW, auf den gleichen Platz mit jeweils ebenfalls einem Abwurf kamen außerdem Eduardo Alvarez Aznar (Spanien), Sohn des bekannten ehemaligen Chapionatsspringreiters Luis Alvarez Cervera, auf Rockfeller, von Eckermann auf Mary Lou und Beezie Madden auf Breitling, alle kassierten 19.875 €. Den ersten Platz teilten sich der Schweizer Olympiasieger von London 2012, Steve Guerdat auf Bianca, und Devin Ryan auf Eddie Blue (je 60.750 €).

 

Daniel Deußer und Marcus Ehning, die so großartig begonnen hatten im Springen gegen die Uhr zum Auftakt, waren beide in der zweiten Prüfung nur ein Schatten ihrer selbst, keiner hat eine Antwort darauf. Für sie war damit der Weltcup in unsichtbare Ferne entrückt, obwohl sie beide bereits das süße Gefühl auskosten durften, Marcus Ehning gar dreimal, den Pokal in der Hand zu halten. Eine gewisse Ratlosigkeit wird bleiben als Erinnerung an Paris-Bercy. Deußer belegte mit insgesamt 18 Miesen die achte (37.500 €) und Ehning (21 Strafpunkte) die zwölfte Position (15.000).

Wo blieb ein Salto?



 

Was es auch sonst zu bestaunen gab im Parcours, das war ein fast mystisches Pferd namens Admara unter dem Kolumbianer Carlos Enrique Lopez Lizarazo. Hätte der Wallach über einem Hindernis mal so zwischendurch einen Salto geschlagen – es wäre keine Überraschung gewesen. Wie Admara die Gliedmaßen an jedem Sprung anzog, vor allem die Hinterbeine, war alles andere als natürlich. Vielleicht waren bei dem Wallach die Gamaschen überstramm festgezurrt… Erst in vier Jahren will der Weltverband diese Tortur verbieten, solange werden noch viele Pferde leiden müssen…

Finalspringen um 40. Weltpokal

 

 

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