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Julia Krajewski erstmals deutsche Meisterin PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: FN-Press/ DL   
Montag, 18. Juni 2018 um 12:13

Luhmühlen. Erstmals Deutsche Meisterin in der Vielseitigkeit wurde in Luhmühlen Julia Krajewski. In der Viersterne-Prüfung außerhalb des deutschen Titelkampfes setzte sich die Neuseeländerin Jonelle Price durch. Der nach Dressur und Gelände führende Amerikaner Boyd Martin war zum Springen nicht mehr angetreten.

 

 

Die Deutsche Meisterin in der Vielseitigkeit heißt Julia Krajewski. Mit Samourai du Thot beendete die Warendorferin die internationale Drei-Sterne-Prüfung in Luhmühlen mit ihrem Dressurergebnis von nur 19,9 Minuspunkten vor Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD und Bettina Hoy mit Designer.

Nur eine Woche nach ihrem überragenden Sieg im CCI3* Bramham mit Chipmunk FRH, stand Julia Krajewski mit Samourai du Thot nun in Luhmühlen erneut auf dem Treppchen. Und wieder mit einem Dressurergebnis von unter 20 Punkten „Ich glaube, Sam hat der Eichenkranz im letzten Jahr so gefallen, den wollte er wiederhaben“, sagte die Vorjahressieger im CCI4* bei der Siegerehrung. „Es ist mein erster Titel bei Deutschen Meisterschaften, bislang kam ich da noch nicht mal in die Nähe. Ich glaube, ich war mal Fünfte vor vielen Jahren“, sagte die Junioren-Bundestrainerin, die als eine von zwei Startern sowohl im Gelände aus auch im Springen komplett fehlerfrei blieb.

 

Einen Abwurf im Parcours leistete sich dagegen Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob  – ohne damit jedoch ihren Silberrang im CIC3* und der Meisterschaft zu gefährden. „Ich finde das nicht schlimm. Im letzten Jahr hatten wir hier unseren einzigen Springfehler und man hat ja gesehen, welch erfreuliches Ergebnis die Saison genommen hat“, sagte die Europameisterin, die die Prüfung mit 25,9 Minuspunkten beendete. „Und Julia hätte ich ja auch mit einer Nullrunde nicht mehr einholen können.“ Auf dem Bronzerang landete Titelverteidigerin Bettina Hoy (Rheine) mit Designer. Sie war nach Dressur noch Zweite, im Gelände, wie auch im Springen aber ein bisschen zu langsam. Einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung kam im Springen zu der ansonsten fehlerfreien Runde hinzu.

 

In der internationalen Wertung musste Hoy mit ihrem Endstand von 28,9 Minuspunkten noch dem Japaner Yoshiaki Oiwa mit The Duke of Cavan den Vortritt lassen. „Ich bin sehr glücklich. Es war hier meine erste Prüfung in diesem Jahr, weil ich in den letzten Wochen mit dem Team Niederlande unterwegs war. Und wenn ich schon jemand in einer internationalen Prüfung den Vortritt lassen muss, dann doch am liebsten einem ehemaligen Schüler“, sagte sie mit Blick auf den Japaner, der seit beinahe zehn Jahren in Deutschland lebt und trainiert. Für Championate steht Bettina Hoy nicht mehr zur Verfügung.

 

Christoph Wahler Sonderwertung im U25-Förderpreis

Den vierten Platz in der Deutschen Meisterschaft sicherte sich mit einer der jüngsten Teilnehmer: Christoph Wahler aus Bad Bevensen und seit Ende 2015 Mitglied der Perspektivgruppe in Warendorf, blieb mit seinem Holsteiner Schimmel Carjatan S im Springen fehlerfrei und machte damit in der letzten Teilprüfung noch einmal einen Platz in der Meisterschaftswertung gut. „Es war erst unsere zweite Drei-Sterne-Prüfung und man merkte schon, dass es ihm hier und da noch an Routine fehlt“, sagte Wahler. „Als ich hierhergekommen bin, wollte ich eine gute Dressur reiten und das Ergebnis in Gelände und Springen dann ordentlich nach Hause bringen. Über die Platzierung habe mir gar keine Gedanken gemacht“, sagte der 24-Jährige. Mit seiner Topplatzierung sicherte er sich zugleich den Sieg in der Sonderwertung des U25-Förderpreises vor Niklas Bschorer (Dinkelsbühl) mit TomTom Go (Platz acht in der DM-Wertung) und dem jüngsten Deutschen im Starterfeld, Jan Matthias mit Granulin (Platz zehn). .

 

Neuseeländerin Price Erste im CCI4*

Mit einer Nullrunde im Parcours besiegelte bereits am Vormittag die Neuseeländerin Jonelle Price ihren Sieg im CCI4*Luhmühlen. Nur wenige Wochen nach ihrem Triumph beim CCI4* Badminton mit Classic Moet, konnte sie sich mit Faerie Dianimo nun auch in der Heide durchsetzen. „Zwei solche Prüfungen in so kurzer Zeit nacheinander zu gewinnen, ist verrückt“, sagte die Siegerin, die erst im letzten Jahr Mutter geworden ist. Ebenfalls fehlerfrei im Springen blieb die Britin Laura Collett mit Mr. Brass. Für den Holsteiner, der vor drei Jahren die Weltmeisterschaft der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde gewinnen konnte, war es die erste Prüfung auf diesem Niveau. „Ich habe fast nur deutsche Pferde im Stall. Sie können sich bewegen, haben Sprungvermögen und bringen alles mit, was wir für den Sport brauchen“, sagte sie. Nach Dressur noch auf Platz 18 rückte er nach Gelände und Springen auf Platz zwei vor.

 

Ebenfalls der Sprung aufs Treppchen gelang Mannschaftseuropameisterin Rosalind Canter aus Großbritannien mit Zweitpferd Zenshera. Nicht mehr zum Springen trat dagegen Boyd Martin an. Der bis dahin führende US-Amerikaner zog seinen Hannoveraner Shamwari noch vor der Verfassungsprüfung zurück, der sich alle Pferde nach Dressur und Geländeritt vor der letzten Teilprüfung unterziehen müssen.

 

Von den vier deutschen Paaren im CCI4* traten am Sonntag nur noch Jörg Kurbel und Andreas Dibowski an. Falk-Filipp-Finn Westerich aus Ruppertshofen war im Gelände ausgeschieden. Felix Etzels Bandit hatte dabei ein Eisen verloren, so dass auch er auf die Vorstellung im abschließenden Springen verzichtete. Andreas Dibowski, der vor zwei Jahren mit It’s me xx das CCI4* in Luhmühlen gewinnen konnte, belegte mit FRH Llanero Platz 27. Das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erzielte Jörg Kurbel aus Rüsselsheim. Auch für ihn und Josera’s Entertain You war es der erste Vier-Sterne-Start.  „In Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Tryon sollten die qualifizierten Pferde kurz vorher keine Vier-Sterne-Prüfung mehr gehen“, begründete Hans Melzer die in diesem Jahr geringe Beteiligung an deutschen Reitern. Mit ihren Ergebnissen zeigte sich der Bundestrainer zufrieden. „Es ging hier für Reiter beziehungsweise Pferde ja vor allem darum, Erfahrungen auf diesem Niveau zu sammeln.“

 

Longlist für Weltreiterspiele

 

Im Anschluss an die internationale Vielseitigkeit hat die AG Spitzensport des Vielseitigkeitsausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) die Longlist für die Weltmeisterschaften in Tryon/USA bekannt gegeben.

 

Die WM-Kandidaten wurden in drei Gruppen rangiert. Der ersten Gruppe gehören an (alphabetisch): Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Butts Avedon und FRH Corrida, Michael Jung (Horb) mit fischerRocana FST, Ingrid Klimke (Münster) SAP Hale Bob OLD, Julia Krajewski (Warendorf) mit Chipmunk FRH und Samourai du Thot sowie Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise.

 

Der zweiten Gruppe gehören an: Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo, Jörg Kurbel (Rüsselsheim) mit Josera’s Entertain You und Josefa Sommer (Immenhausen) mit Hamilton.

 

Die dritte Gruppe bilden: Sandra Auffarth mit Viamant du Matz, Felix Etzel (Warendorf) mit Bandit, Andreas Ostholt (Warendorf) mit Corvette und Claas Hermann Romeike (Nübbel) mit Cato.

 

Die Weltmeisterschaften 2018 finden im Rahmen der Weltreiterspiele in acht Disziplinen in Tryon/USA (11. bis 23. September) statt. Der Termin für die Vielseitigkeit ist vom 13. bis 16. September.

 

Die AG Spitzensport gab außerdem die Teilnehmer für den CHIO Aachen bekannt. Hierfür erhalten folgende Paare eine Startgenehmigung: Sandra Auffarth mit Opgun Louvo oder als Reserve Viamant du Matz, Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon und FRH Corrida, Michael Jung mit La Biosthetique Sam oder als Reserve Corazon, Ingrid Klimke mit SAP Hale Bob OLD, Julia Krajewski mit Chipmunk FRH und Samourai du Thot, Andreas Ostholt mit Corvette, Kai Rüder mit Colani Sunrise und Josefa Sommer mit Hamilton. Als Reservisten wurden Claas Hermann Romeike mit Cato, Sandra Auffarth mit Viamant du Matz (als Zweitpferd), Bettina Hoy (Rheine) mit Designer und Andreas Dibowski mit It’s me xx benannt.

 

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