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Daniel Deußer um vier Hundertstel im Grand Prix von Chantilly geschlagen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Sonntag, 15. Juli 2018 um 15:33

Daniel Deußer auf dem Hengst Tobago Z - Sieger im Grand Prix von Chantilly

Siebter der Weltrangliste - in Aachen beim CHIO nur Einzelreiter, weil nicht verbandsgefügig

(Foto: GCT/ Stefano Grasso)

Chantilly. Zum zweitenmal hintereinander gewann der Belgier Nicola Philippaerts einen Grand Prix der Global Champions Tour, nur um vier Hundertstelsekunden geschlagen wurde in Chantilly Daniel Deußer Zweiter. Aber in den nächsten Tagen beim 103. CHIO von Deutschland in Aachen ist der zweimalige deutsche Meister nur Einzelstarter, er hat ein Papier nicht unterschrieben…

 

 

1991 sinnierten der dreimalige Europameister Paul Schockemöhle und der ehemalige Diamantenhändler Isaac Arguetty über eine Weltliga der Springreiter nach. Zwei Jahre danach wurde die „Professional Showjumping Association“ (PJA) gegründet und während des Turniers in Donaueschingen vorgestellt. Der Amerikaner mit Wohnsitz in London und der mexikanische Milliardär und Turnierveranstalter Alfonso Romo als Präsidenten hinterlegten bei einer Schweizer Bank für die Serie 6 Millionen US-Dollar. Nach Qualifikationen in aller Welt sollte das erste Masters Finale 1994 in Frankfurt/ Main ausgetragen werden mit einem Preisgeld für den Sieger von einer Million Dollar. Doch der Weltverband (FEI) vermutete die Gründung einer konkurrierenden Föderation und drohte, wer sich der PJA zuwende, habe das Recht auf Teilnahme an Olympischen Spielen, Championaten und Nationen-Preisen verwirkt. Die Reiter kuschten, keiner löste eine Lizenz, auch wenn PJA nun in „Pro Show Jumping Alliance“ umgemodelt wurde. Es blieb bei Gedankenspielen, wobei Tennis-Fan Arguetty für einige nicht Unrecht hatte mit der Bemerkung: „Im Vergleich zu Tennis, Golf und in England gar zum Dartspiel kommt Springreiten im Fernsehen für den unbedarften Zuschauer wenig rüber, ist zu langweilig, weil praktisch nichts passiert. Der Zuschauer leidet nicht mit.“

 

Aufrecht hatte eine weitere Idee

 

Paul Schockemöhle aus dem südoldenburgischen Mühlen hatte als einziger die Idee einer Serie im Springreiten nicht  verscheucht. Der All-Zweck-Unternehmer überredete sechs gleichgesinnte zur Gründung der „Riders Tour“, darunter Hans-Werner Aufrecht, der Erfinder der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), Mitbegründer des Tuning-Unternehmens für Automobile (AMG). Jeder zahlte eine Million Mark in den Topf ein, Sieger Ludger Beerbaum erhielt beim Auftakt der Serie 2001 nicht weniger als 500.000 Mark. Aufrecht, durch seine Töchter auch dem Pferdesport zugetan, hatte die Vision von einer Formel 1-Serie im Springsport. Daraus wurde nichts, Sponsoren standen keine Schlange, auch aus dem Ausland drängelte kein Veranstalter auf eine Poolposition. Inzwischen ist die Riders Tour so etwas wie eine Skatrunde, rein auf Deutschland beschränkt, dann und wann sitzen wie beim Kartenspiel auch ausländische Springreiter am Tisch und lassen sich Karten geben. Wenn die Riders Tour verschwindet, wird es kaum jemand merken.

 

Über die PJA-Tour grübelte jedoch der Niederländer Jan Tops (57) nach. Der viermalige Olympia-Teilnehmer und Mannschafts-Goldmedaillengewinner zusammen mit Piet Raijmakers senior, Bert Romp und Jos Lansink 1992 in Barcelona galoppierte 2006 gleich richtig los. Er hatte Verträge mit dem TV-Sender Eurosport, finanzstarke Sponsoren und vor allem, er zog mit seinem Unternehmen Global Champions Tour nicht in Provinzorte, sondern an weltbekannte Städte, wie Rom, Madrid, London, an den Strand von Miami Beach, vor das Rathaus in Wien, nach Mexiko City, nach Cannes oder Monte Carlo und an Plätze, wo Gäste Hotels nicht nach Preisen sondieren. Aus Deutschland ist Hamburg dabei, was möglicherweise das traditionelle Derby rettete, und nun seit einem Jahr Berlin. Das Finale der Tour findet jeweils in Doha statt, wo auch für Tops die Ölquellen sprudeln, und dem arabischen Raum ist der mächtigste Mann im internationalen Pferdehandel sowieso zugetan, den Scheichs und ihren Söhnen verscherbelt er entsprechende Pferde, um sie gut im Parcours aussehen zu lassen, und dafür hatte er auch immer die hochqualifizierten Bereiter, wie den Schweden Rolf-Göran Bengtsson, den Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat und auch den zweimaligen deutschen Meister und Weltcupgewinner Daniel Deußer.

 

35 Millionen Euro auf der Tour

 

Das System der Tour ist für die Reiter und jeden anderen auch verständlich angelegt. Die 30 Ersten der Weltrangliste haben automatisch Startrecht auf der Tour, sie werden mit entsprechender Entourage und Pferden je nachdem wohin eingeflogen, wohnen in besten Hotels und genießen alle Annehmlichkeiten dieser Welt. Kostenlos natürlich. Wer nicht dazu gehört, muss sich einkaufen oder einkaufen lassen durch einen Sponsor. Und um nach oben zu kommen, braucht man Weltranglistenspringen und die dort vergebenen Punkte, und auch die gibt es mehr als bei anderen Turnieren auf den Tops-Veranstaltungen. Hatte sich der Weltverband (FEI) gegen die PJA-Erfindung vehement und erfolgreich gewehrt, hat man sich mit Tops geeinigt. Man verdient ja ordentlich mit durch Vergabe der entsprechenden Lizenzen, ohne die keine Veranstaltung durchführbar wäre. Und die Reiter drängt es ja auch zur Global Tour, wo auch sonst werden solche Gelder bei einer Turniersserie ausgeschüttet, nämlich insgesamt 35 Millionen Euro 2018? Und außerdem kommt es zum erstmals zusätzlich erfundenen  großen Finale der besten Teams und der besten Einzelreiter nach 16 Springen Mitte Dezember in Prag.

 

Zuschauer kaum erwünscht

 

Auf große Zuschauerzahlen oder gar Presse legt Jan Tops kaum wert. Auf Print schon gar nicht. Er hat neben Eurosport den eigenen TV-Sender, der ebenfalls alles für lau überträgt. Am letzten Wochenende vor dem wunderschönen Wasserschloss in Chantilly nördlich von Paris war man auch wie gewollt und gewohnt ziemlich unter sich. Die Besucher konnten jeder einzelne persönlich begrüßt werden. Den mit 300.000 Euro dotierten Großen Preis gewann – wie bereits Mitte Juni in Estoril - der 24 Jahre alte Belgier Nicola Philippaerts auf dem Hengst Chilli Willi und dafür gab es 99.000  Prämie. Zweiter wurde mit einem Rückstand von lediglich vier Hundertstelsekunden im Stechen der zweimalige deutsche Meister Daniel Deußer (36) auf dem zehnjährigen Fuchshengst Tobago Z, was aber das Preisgeld um 39.000 € drückte. Jan Tops über seinen ehemaligen Angestellten Daniel Deußer: „Ich freue mich, dass Daniel sich auch gleichzeitig für das Superfinale in Prag qualifiziert hat.“ Und Deußer, Team-Olympiadritter in Rio: „Das Ziel Prag habe ich heute erreicht, darüber bin ich glücklich. Mit dem zweiten Platz bin ich mehr als zufrieden. Nicola war eben ein bisschen schneller…“ Dritter wurde nach ebenfalls freier Stechrunde auf der Stute Contanga der Italiener Alberto Zorzi (29), Angestellter im Turnierstall von Tops in Valkenswaard. Hinter Jerome Guery (Belgien) auf Garfield platzierte sich der Brite Ben Maher auf Explosion als Fünfter, er hält mit 237 Punkten die Führung in der Gesamtwertung nach elf von 16 Springen, ihn sieht Tops auch als kommenden Gesamtgewinner der Tour und damit als Nachfolger des Weltranglisten-Ersten Harrie Smolders (Niederlande). Deußer ist im Gesamtklassement als bester Deutscher mit 156 Zählern bisher Achter, ein Platz dahinter folgt Christian Kukuk (149) aus dem Stall Ludger Beerbaum, er war Siebter im Großen Preis von Chantilly.

 

Beim CHIO in Aachen in den nächsten Tagen in Aachen ist Daniel Deußer wie auch Christian Ahlmann (Marl) kein Mitglied der deutschen Equipe. Beide gehen als Einzelreiter an den Start, dabei ist Deußer als Nummer 7 der Weltrangliste der am höchsten geführte deutsche Springreiter. Er wie auch Ahlmann weigern sich weiter, die sogenannte Athletenvereinbarung mit dem deutschen Verband (FN) zu unterzeichnen, wonach sich ein Reiter bedingungslos der sportlichen Gerichtsbarkeit der entsprechenden Föderation unterwirft und sich selbst bei entsprechendem Fall vor dem Schritt vor ein ordentliches Gericht ausschließt.

 

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