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Deutsche Voltigierer sammelten Medaillen en masse PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: FN-Press/ DL   
Sonntag, 23. September 2018 um 10:02

Kristina Boe - zweimal WM-Gold in Tryon, zuerst mit der Mannschaft, dann zusätzlich in der Einzelwertung der Damen

(Foto: FEI/ Martin Dokoupil)

 

Tryon. Grandioses Finale der deutschen Voltigierer: Nach Gold in der  Nationenpreiswertung wird Kristina Boe neue Weltmeisterin der Damen und zum Schluss eines langen Tages gibt es nochmals Gold für das Team Norka des VV Köln-Dünwald.

 

 

Den glanzvollen Schlusspunkt des Abends setzten Thomas Brüsewitz, Torben Jacobs, Jana Zelesny, Chiara Congia, Justin van Gerven und Corinna Knauf vom Team Norka des VV Köln-Dünwald. Mit dem bewährten Duo, bestehend aus dem Wallach Danny Boy OLD und Longenführer Patric Looser, zeigten sie eine fehlerfreie Kür. Mit einer Gesamtnote von 8.638 siegte die Gruppe vor den Vertretungen der Schweiz (8.433) und Österreich (8.198). „Das ist einfach nur geil“, freute sich Torben Jacobs. „Für uns bedeutet diese Medaille die Welt.“ Ebenso ging es Exweltmeister Patric Looser: „Es ist verrückt. Wir haben Geschichte geschrieben mit dem Sieg im Nationenpreis und jetzt hier mit der Gruppe. Alle haben einen fantastischen Job gemacht - und wir konnten es einfach nur genießen.“

 

Bundestrainerin Ulla Ramge erlebte den Tag „wie im Traum“. „Das Ausmaß des Erfolges wurde uns heute quasi scheibchenweise bewusst. Es kam alles Schlag auf Schlag. Nach jeder Freude mussten wir wieder runterkommen und uns auf die nächste Entscheidung konzentrieren. Das war eine so tolle und überragende Leistung von allen. Die Goldmedaille der Gruppe war die Krönung des Tages“, sagte die Warendorferin. Mit sieben Medaillen für ihre Voltigierer avancierten die Wettbewerbe in Tryon zu den erfolgreichsten Weltreiterspielen in ihrer Trainerlaufbahn. Ein besonderes Lob galt Danny Boy, der heute nicht nur die Gruppe zum Sieg getragen hatte, sondern auch Thomas Brüsewitz im Einzel zu Bronze. „Bei diesen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit hat Danny Boy heute Fantastisches geleistet. Unglaublich, wie er am Ende noch für seine Gruppe mitgekämpft hat“, sagte Ramge.

 

Goldener Tag für Kristina Boe

„Ich wollte noch einmal eine Runde abliefern, bei der alles klappt. Das ist uns, glaube ich, gelungen“, sagte Kristina Boe nach ihrer Kür. Es ist der erste Weltmeistertitel für eine deutsche Einzelvoltigiererin nach zehn Jahren und für sie die Krönung einer herausragenden Saison, die mit dem Weltcupsieg in Dortmund begann und über den Deutschen Meistertitel nach Tryon führte. „Die Weltreiterspiele sind der hochkarätigste Wettkampf, den unser Sport zu bieten hat. Darauf bereiten wir uns vier Jahre vor. Es ist der größte und bedeutsamste Titel, den wir erreichen können, dafür geben wir alles“, sagte Boe.

Mit ihrem Endstand von 8,388 Punkten nach Pflicht, Technikprogramm und zwei Kürdurchgängen war Boe, die mit ihrem bewährten Don de la Mar und Longenführerin Winnie Schlüter ein eingespieltes Team bildet, der Sieg nicht zu nehmen. Allerdings wurde es am Ende noch spannend. Die größte Konkurrenz kam dabei aus den eigenen Reihen: Janika Derks (Dormagen), die sich zunehmend mit dem noch etwas unerfahrenen Carousso Hit (Longenführerin Jessica Lichtenberg) zusammenraufte und zu guter Letzt mit 8,374 Punkten den Silberrang belegte. Mit ihrer Schlusskür (Thema: La Terre vue du ciel) konnte sie sich an der Österreicherin Lisa Wild vorbei die Silbermedaille sichern (8.363 Punkte).

Die höchstbewerte Kür im Finale gelang Sarah Kay (Münster), die damit insgesamt auf dem vierten Platz landete (8.308 Punkte). „Ich bin total zufrieden, das Pferd war klasse. Ich bin froh, dass wir das nochmals zeigen konnten, was wir können“, sagte die Kommunikationswissenschaftlerin, die in diesem Jahr von zahlreichem Verletzungspech verfolgt war. „Allein, dass wir es geschafft haben, nochmals zurückzukommen und allen zu zeigen, wir sind zu Recht hier, macht mich super happy. Wir haben so viel gearbeitet in den letzten Wochen, haben alles gegeben und es hat sich gelohnt“, sagte sie.

 

Silber und Bronze in der Herren-Wertung


„So ein Event wie die WEG sind für uns im Voltigieren das absolute Highlight. So weit oben zu stehen, das hätte ich nicht gedacht und bin so froh darüber, das erreichen zu dürfen“, sagte Jannik Heiland nach dem Gewinn der Silbermedaille in der Herrenkonkurrenz noch etwas ungläubig. Erleichtert war Longenführerin Barbara Rosiny über den Auftritt von Dark Beluga. 

Nur ein Voltigierer war in dieser finalen Kür besser als Heiland: Der aus Mauritius stammende Lambert Leclezio, der in Tryon für Frankreich an den Start ging und nach einem etwas schwächeren Beginn der WM die Zuschauer mit seiner Kür von den Sitzen riss. Mit 9,262 bewerteten die acht Richter seine Vorstellung, im Endergebnis bedeutete das 8,744 Punkte und damit Gold vor Heiland, der die WM mit 8,606 Punkten beendete.

Ebenfalls wieder von seiner besten Seite zeigte sich Thomas Brüsewitz (Köln), der nach Pflicht und erster Kür noch die Spitzenposition belegt hatte, nach Patzern im Technikprogramm aber auf Platz vier zurückgefallen war. Mit einer bis auf wenige Kleinigkeiten gelungenen Ausführung seiner Truman-Show-Kür kämpfte er sich zurück in die Medaillenränge. Mit einem Endstand von 8,533 gab es für ihn, seinen Longenführer Patric Looser und dessen Pferd Danny Boy OLD die Bronzemedaille.

Das Nachsehen hatte der Ex-Europameister und Weltcupsieger Jannis Drewell (Steinhagen). Nur Sechster in der finalen Kür, belegte er am Ende Platz vier in der Gesamtwertung (8.509 Punkte). „Natürlich ist man im ersten Moment etwas enttäuscht, wenn man keine Medaille mit nach Hause nimmt, gerade wenn alles so eng ist. Das ist mein erstes Championat ohne Medaille. Aber ich bin unheimlich stolz auf das, was wir alle hier geleistet haben, was wir mit dem gesamten deutschen Team erreicht haben“, sagte der Sportsoldat, der in Tryon erstmals beim Championat nicht mit seiner Mutter Simone Drewell als Longenführerin startete, sondern mit Lars Hansen und dessen Pferd Feliciano.

„Wir haben mit Lambert Leclezio einen würdigen Weltmeister. Was er abgeliefert hat, war wirklich Klasse. Aber ich bin auch stolz darauf, dass wir es ihm schwer gemacht haben. Unsere drei Jungs haben ihn regelrecht vor sich hergetrieben, er musste schon Nerven behalten. Wir haben tollen Sport gesehen, das hat Spaß gemacht zuzuschauen“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge.

 

Medaillenspiegel

 

Gruppen Voltigieren

1. Team Norka des VV Koeln-Duennwald mit Danny Boy OLD (Patric Looser); 8.638 (Pflicht 7.794 (2) / Kür 9.016 (1) / Kür 9.104 (1))
2. Team SUI Luetisburg/SUI mit Rayo de la Luz (Monika Winkler-Bischofberger), 8.433 (7.979 (1) 8.828 (2) 8.491 (3))
3. Team RC Wildegg/AUT mit Alessio L'Amabile (Maria Lehrmann); 8.198 (7.355 (3) / 8.598 (3) / 8.641 (2))

 

Voltigieren Damen
1. Kristina Boe (Hamburg) mit Don de la Mar (Winnie Schlüter); 8.388 (Pflicht 8.347 (2) / Kür 8.500 (3) /Technikprogramm 7.986 (2) / Kür 8.719 (4))
2 .Janika Derks (Dormagen) mit Carousso Hit (Jessica Lichtenberg); 8.374 (8.192 (7) / 8.415 (5) / 8.077 (1) / 8.810 (2))
3. Lisa Wild (AUT) mit Fairytale (Maria Lehrmann); 8.363 (8.267 (4) / 8.525 (2) / 7.894 (5) /
8.764 (3))
4. Sarah Kay (Münster) mit Sir Valentin (Dr. Dina Menke); 8.308 (8.203 (6) / 8.169 (10) / 7.979 (3) / 8.880 (1))

Voltigieren Herren
1. Lambert Leclezio (FRA) mit Poivre Vert (Francois Athimon); 8.744 (8.440 (3) / 8.832 (4) / 8.443 (1) / 9.262 (1))
2. Jannik Heiland (Wulfsen) mit Dark Beluga (Barbara Rosiny); 8.606 (8.467 (2) / 8.986 (2) / 7.995 (4) / 8.974 (2))
3. Thomas Brüsewitz (Köln) mit Danny Boy OLD (Patric Looser); 8.533 (8.480 (1) / 8.987 (1) / 7.796 (5) / 8.868 (3))
4. Jannis Drewell (Steinhagen) mit Feliciano (Lars Hansen)¸ 8.509 (8.286 (4) / 8.921 (3) / 8.116 (3) / 8.711 (6).

 

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