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Zwei von drei Weltcups an deutsche Voltigierer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Juliette Feytout/ FN-Press/ DL   
Sonntag, 21. April 2019 um 13:00

Saumur. Beim achten Finale um die Voltigier-Weltcups ging in Saumur zweimal ein Pokal an deutsche Teilnehmer, im Herreneinzel setzte sich ein in der Schweiz lebender Kolumbianer durch.

 

Die erfolgreichsten Voltigiersportler sind weiterhin in Deutschland zuhause. Beim achten Finale um die Weltcups in drei Disziplinen holten sich zwei Pokale die Kunstturner auf einem versammelt galoppierenden Pferd Athleten aus der Bundesrepublik. Zwei zweite Plätze und ein dritter Rang ergänzten die positive Bilanz vor 1.500 Zuschauern in der berühmten Reitschule „Cadre Noir“ von Saumur. Janika Derks (Dormagen) siegte bei den Damen, für den perfekten Abschluss ihrer Karriere sorgten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) im Pas-de-deux mit ihrer Cupverteidigung, bei den Herren setzte sich der in der Schweiz lebende Kolumbianer Juan Martin Clavijo durch,, gefolgt von Jannik Heiland (Wulfsen) und Thomas Brüsewitz (Köln).

Für das Finale des Finals hatte sich Janika Derks etwas besonderes einfallen lassen. Denn im zweiten Umlauf präsentierte die Spitzenathletin vom RSV Neuss-Grimlinghausen ihre neue Kür zum Thema „Million Dollar Baby“. Als „Boxerin“ lieferte die 28-jährige Physiotherapeutin eine nahezu perfekte Leistung ab und wurde mit 8,671 Punkten belohnt. Damit kam die Rheinländerin insgesamt auf 8,753 Zähler und freute sich über ihren ersten Sieg bei einem Weltcup-Finale. „Die Kür entspricht noch mehr meiner Persönlichkeit als die alte. Ich habe mich hier in Saumur spontan entschieden, das neue Thema zu zeigen“, berichtete Derks. „Die Kür zeigt ein bisschen von ihrem Wesen,  Janika ist eine absolute Kämpferin und steht immer wieder auf, auch wenn sie mal fällt“, sagte Trainerin und Longenführerin Jessica Lichtenberg, die Carousso Hit im Zirkel dirigierte.

Pech hingegen hatte Kristina Boe bei ihrem letzten Auftritt ihrer Karriere. Die als Zweitplatzierte ins Finale gegangene Hamburgerin präsentierte bis kurz vor Schluss die perfekte Schlussrunde - nach einem Rückwärtssprung jedoch stoppte plötzlich ihr Pferd Highlander. Deshalb konnte die Unfallchirurgin ihr geplantes freies Rad nicht zeigen – und fiel im Endergebnis schließlich auf 8,122 Punkte und Platz vier zurück. „Mein Pferd hat sich entschieden, unsere Karriere drei Galoppsprünge früher zu beenden als ich es geplant hatte“, sagte die amtierende Weltmeisterin unmittelbar danach in der ausverkauften Halle und erntete dafür  anerkennenden Beifall des Publikums. Auf Platz zwei voltigierte überraschend die Schweizerin Marina Mohar (8,39), die ihre Teamkollegin und Mitfavoritin Nadja Büttiker auf Rang drei verwies (8,374).

Bei den deutschen Herren sprangen am Ende zwei Podestplätze heraus. Jannik Heiland, Dritter aus dem Vorjahr, klettere dieses Mal noch einen Rang weiter nach oben und beendete den Showdown im Département Maine-et-Loire mit 8,77 Punkten. Der 26-Jährige amtierende Vize-Weltmeister und sein Pferd Dark Beluga sowie Longenführerin Barbara Rosiny mussten damit lediglich einem Athleten den Vortritt lassen: Juan Martin Clavijo aus Kolumbien, der seit letzten Oktober in der Schweiz lebt und trainiert, er war die größte Überraschung des Finals. Der 19-Jährige, der die Geschichte und das Leiden eines Sklaven verkörperte, untermalt mit schwerer russischer Musik, voltigierte mit 8,976 Punkten an die Spitze des international hochkarätigen Feldes. Rang drei sicherte sich Thomas Brüsewitz. Der 24-jährige Sportstudent verbuchte mit seinem Pferd Danny Boy OLD und Longenführerin Alexandra Knauf am Ende 8,69 Punkte. Doppel-Titelverteidiger Jannis Drewell (Steinhagen), der in Saumur die Kürpremiere zum Thema „Eddie the Eagle“ zeigte, beendete das Weltcup-Finale mit seinem Pferd Qualimero und Longenführerin Simone Drewell auf Rang sechs (8,459).

Im Pas-de-Deux ließen die Top-Favoriten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) trotz eines nervösen Danny Boy OLD nichts mehr anbrennen. Das Kölner Gespann, das seine Laufbahn ebenfalls in Saumur beendete, siegte mit 8,576 Punkten vor den Amerikanern Daniel Janes und Haley Smith (8,238) und den Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,216). „Wir sind glücklich, dass wir uns mit einem Sieg im Finale verabschieden konnten“, kommentierte Torben Jacobs.

 

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