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Eine Flut von Nennungen für Vielseitigkeit in Marbach PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Michaela Weber-Herrmann/ DL   
Montag, 22. April 2019 um 13:11

Foto im Hinblick auf die kommende Eröffnungsparty am 11. Mai "Horses and Fire"

(Foto: Privat)

Marbach. Mit einem großartigen Nennungsergebnis kann die Internationale Vielseitigkeit (8. bis 12. Mai) aufwarten. Topreiter aus allen möglichen Ländern haben ihre Startzusage gegeben.

 

Das Organisationskomitee der Internationalen Vielseitigkeitsveranstaltung in Marbach (8. bis 12. Mai) ist von der Flut der Nennungen geradezu überwältigt. Die Namen der Topreiter versprechen spannenden Spitzensport. Die Liste der Nennungen liest sich wie ein Who’swho der Disziplin, und der Run auf das Turnier auf der Schwäbischen Alb ist ungebrochen – für die CCI2*-L-Prüfung wurde mittlerweile eine Warteliste angelegt. Die Startgesuche kommen aus Australien, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden und der Schweiz. Die ausländischen Gäste treffen auf die deutschen Cracks – auf Michael Jung, den Profi aus dem Schwarzwald, der bei zwei Olympischen Spielen drei Gold- und eine Silbermedaille gewann, auf Andreas Dibowski, den Team-Olympiasieger von 2008, auf Frank Ostholt, der wie Dibowski 2008 zum olympischen Gold-Team gehörte und 2006 mit der Mannschaft Weltmeister wurde, auf Dirk Schrade, den Lokalmatador aus dem benachbarten Gomadingen, der mittlerweile in Schleswig-Holstein zu Hause ist und mit der deutschen Mannschaft sowohl bei den Olympischen Spielen 2012 als auch bei den Weltreiterspielen 2014 Gold gewann... 

Die Liste ließe sich fortsetzen. Für diese Profis geht es in der Vier-Sterne-Prüfung um den Preis des Landes Baden-Württemberg und auch um einen Titel. Denn in der sportlich hochkarätigsten Konkurrenz des Marbacher Turniers tragen die deutschen Berufsreiter im Vielseitigkeitssattel alljährlich ihr Championat aus. Unabhängig von Meistehren aber gilt es, sich mit guten Runden vor den Augen des Bundestrainers für einen Startplatz bei den Europameisterschaften Ende August in Luhmühlen zu empfehlen. Das Turnier auf der Schwäbischen Alb ist Formüberprüfung und Standortbestimmung auf dem Weg zum wichtigsten Championat dieser Saison und offiziell „Vorbereitungsprüfung“ für die EM.

Das Championat der Berufsreiter ist übrigens nicht die einzige Meisterschaft des Turniers –Baden-Württembergs Vielseitigkeitsreiter reiten in Marbach in der internationalen Zwei-Sterne-Vielseitigkeit, dem CCI2*-L, traditionell um die Schärpe des Landesmeisters und um Medaillen. Und auch für die Jüngsten im Sattel geht es im Mai in Marbach um mehr als „nur“ den Sieg und die individuelle Platzierung: Gleich zwei Nationenpreise – einer für die Altersklasse der Junioren, einer für Ponyreiter – stehen auf dem Programm. Die Teams der Anrainerstaaten reiten außerdem um den „Pony-Alpencup“, und für die deutschen Nachwuchsreiter im Ponysattel ist das Turnier gleichzeitig Sichtung für die Europameisterschaften, die Mitte August im polnischen Strzegom ausgetragen werden.

Ehrung und Abschied – emotionale Monente

Die hochkarätig besetzen Prüfungen versprechen zweifellos spannenden Sport auf dem herrlichen Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts. Aber die Besucher, die dem Turnier seit Jahren die Treue halten und zu Tausenden die Geländestrecken säumen, dürfen sich auch auf ein buntes Rahmenprogramm freuen. Für Abwechslung sorgen unter anderem der zum Shoppen einladende Ausstellungsbereich und eine Verkaufsschau des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg im Gelände, bei der talentierte Nachwuchspferde vorgestellt werden. Auch spektakuläre Show-Acts bereichern zudem das Programm: „Horse &Fire“ ist die Schaunummer überschrieben, die am Samstag ab 20:30 Uhr die legendäre Turnier-Fete unter dem Motto „Nationenpreis-Party“ einläuten wird. Ein Spektakel der besonderen Art!

Und immer wieder nutzen auch bekannte Sportler des Landes das Turnier für „ihren großen Tag“, für die Verleihung des Goldenen Reitabzeichens. In diesem Jahr gibt es „das Goldene“ für Falk-Filip-Finn Westerich aus dem württembergischen Ruppertshofen. Der auch im Springsattel bis Klasse S erfolgreiche Profi erhält die Auszeichnung dank seiner Erfolge im Vielseitigkeitssattel bis Vier-Sterne-Niveau. – Sicher ein emotionaler Moment, nicht nur für den Reiter.

Ein weiterer, zweifellos emotionaler Programmpunkt steht am Turnierfreitag um 17 Uhr an. Dann treffen sich Reiter, Freunde und Weggefährten des langjährigen Marbacher Gelände-Parcourschefs, des im vergangenen Jahr bei einem Autounfall tödlich verunglückten Gerd Haiber im sogenannten Eichelesgarten, dem Kernstück der Marbacher Geländetrecken. Dort wird ein Gedenkstein, ein Findling von seiner engeren Heimat, der Schwäbischen Alb, zu Ehren des Mannes enthüllt, der dieses Turnier so lange geprägt hat. Und ein Gerd-Haiber-Gedächtnispreis wird in diesem Jahr auch erstmals verliehen – ein Sonderpreis für den „Rookie“, den bestplatzierten der Reiter, die in Marbach ihr Vier-Sterne-Debü  t geben.

 

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