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Vor genau 20 Jahren traf sich Ost und West erstmals wieder in der Deutschlandhalle... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Freitag, 02. Oktober 2009 um 14:16

 

Berlin. Vor 20 Jahren fiel die Mauer, genau am 9.November 1989. Das zwei Wochen danach stattfindende Reitturnier in der Deutschlandhalle war deshalb ein völlig anderes als gewohnt, voller Gefühle, tränenreich vom Glück, geprägt von Wiedersehensfreuden... Erinnerung an jenen CHI mit überglücklichen Zuschauern aus Ost und West.

In der Tradition beladenen Deutschlandhalle war ein Gewusel wie seit ewigen Zeiten nicht mehr. Blicke trafen sich, von jenen, die selbstbewusst herumflanierten wie immer und jenen, die immer noch nicht so recht wussten, ob die DDR nun nur noch Geschichte ist, mit teilweise bösen Erinnerungen. Doch daran dachte in jenen Stunden in der Deutschlandhalle niemand unter den genau 6.564 Besuchern. Und vor allem nicht der Landwirt Fritz Berger aus Niedersteinbach bei Leipzig. Er hatte gerade eine Reise nach Amsterdam gewonnen. Er trat vor, griff sich beherzt das Mikrofon und sagte: „Sie wissen ja gar nicht, wie wir Euch traurig hinter der Mauer zugejubelt haben. Wir wünschten uns nur jenen Tag, der uns wieder zusammenbringt. Heute war vielleicht ein neuer Anfang.“

Springreiter sammelten für einen PKW

Die Deutschlandhalle wurde an jenem Abend zu einem Treffpunkt aller Deutschen, in jenen Stunden war die Mauer auch in den Herzen niedergerissen. Die Ostdeutschen liefen in die offenen Arme der Deutschlandhalle. Niemand sollte sich fühlen wie im Zoo. Es gab Freitickets oder Karten zu verbilligten Preisen, und für jeden „DDR-ler“ zudem etwas zu gewinnen, er musste nur aus dem „Arbeiter-und Bauernstaat“ gekommen sein.

Die internationalen Springreiter hatten gesammelt und einen VW-Golf im Werte von 15.000 Mark gekauft. Er ging an die Reiterin Petra Henschel aus Golzow im Oderbruch. Sie sagte, nachdem sie die Schüssel in der Hand hatte: „Meine Tränen kommen später, wenn ich erst begriffen habe, dass ich jetzt ein Auto besitze.“

HG Winkler holte einen Mauerstein

Vier Besucher wurden von Paul Schockemöhle und Ulli Kasselmann zur damals anstehenden inzwischen weltbekannten Reitpferde-Auktion PSI nach Ankum bei Osnabrück eingeladen, vier Zuschauer durften zum Dressur-Weltcupfinale nach Dortmund über Ostern. Insgesamt waren 1.800 Besucher aus der DDR an jenem Samstag in der Deutschlandhalle, darunter ein Ehepaar aus Weißensee. Erstmals nach 26 Jahren trafen die beiden Hans Günter Winkler wieder, den erfolgreichsten Springreiter hatten sie damals bei den obligatorischen Ost-West-Ausscheidungen zur Bildung einer gemeinsamen Olympia-Equipe aus Ost und West für die Spiele 1964 in Tokio kennen gelernt. Der Kontakt war nie abgebrochen. Winkler, inzwischen 83, an jenem Abend: „Wer soll mir verdenken, dass ich eine Träne verdrückte.“ Er war morgens zur Mauer gefahren und hatte einen Stein mitgenommen, „ich glaube, ich habe einen historischen Moment erlebt“.

„Berlin behält den Springreiter-Weltcup...“

In der rasenden Euphorie um den Mauerfall wollte auch der Sport nicht zurückstecken. So erklärte beispielsweise damals der Schweizer Weltcup-Direktor Max Ammann: „Berlin wird immer Austragungsort des Weltcups bleiben, denn diese außergewöhnliche Stadt bleibt immer eine Brücke zwischen Ost und West.“ Und Berlins Stadtoberen verkündeten gar, die Deutschlandhalle werde erweitert.

Von den Versprechungen blieb nichts. Der Weltcup hat Berlin längst verlassen, und die Deutschlandhalle als Zeugin großer Sportereignisse wird sogar abgerissen. So ist das erstmals wieder nach sechs Jahren in Berlin-Tempelhof organisierte Reitturnier vielleicht ein mutiger Neubeginn.

 

 

 

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