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Sport kommt in Nachhachhaltigkeit nicht vor... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: DOSB/ DL   
Mittwoch, 01. Februar 2017 um 12:07

Frankfurt/ Main. Sport ist gut für Umwelt, Soziales und Ökonomie – doch der Begriff Sport taucht in Untersuchungen, Diskussionen oder politischen Grundsatzreden kaum oder gar nicht auf… Ein Kommentar von Prof. Dr. Günther Bachmann.

 

Zuerst das Positive: Sport kann Umwelt schützen. Er kann die Biodiversität und die Landschaft schützen, wenn die Nutzung umweltgerecht ist. Sport kann Werte wie Teamgeist, Fairness, Respekt und Disziplin vermitteln. Er kann Zusammengehörigkeit über ethnische und soziale Grenzen wachsen lassen und erlebbar machen. In der Entwicklungszusammenarbeit kann er weltweit die nachhaltige Entwicklung fördern und dabei helfen, den globalen Nachhaltigkeitszielen – den so genannten Sustainable Development Goals - zu Leben und praktische Wirkung zu geben. Sport kann Krankheiten vorbeugen und eine gesunde Lebensweise vermitteln. Eine intakte Umwelt und erlebbare Wildnis bieten Erholung und Naturerfahrungen. Sportliche Betätigung im rechten Maß fördert daher die mentale Gesundheit und hilft bei Stress.

Die Projekte auf tatenfuermorgen.de zeigen: Da ist noch viel mehr drin. Sport „kann Nachhaltigkeit“ im Sinne aller drei Dimensionen: der Umwelt, des Sozialen und der Ökonomie, und auch im Sinne der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, mit der jede Bundesregierung ihre langfristigen Ziele für Umwelt, Ressourcen, sozialer Lebensqualität und globaler Verantwortung fortschreibt. Aber ausgerechnet hier fehlt „der Sport“, gemeint: die Sportverbände, das Ehrenamt, die vielen Engagierten, hier fast weitgehend.

 

Warum?

 

Gründe gibt es viele, darunter sind einige, die sich relativ einfach abstellen ließen. Manche sind jedoch von anderem Gewicht. Zu den ersteren gehört der Mangel an gegenseitigem Wissen und Aufmerksamkeit, der sich durch bessere Kommunikation und aktivere Teilnahme an der politischen Nachhaltigkeits-Debatte lösen ließe. Etwas komplizierter ist es schon damit, dass der Umweltschutz dem Sport eben nicht überall und umstandslos zu eigen ist, sondern dass er ihr recht häufig auch arg zusetzt.

 

Sport verbraucht Landschaft, emittiert Klimagase und kann Stress im Tierreich auslösen. Gute Kompromisse sind hierzu schon gefunden worden. Weitere sind aber nötig. Nötig ist auch mehr Verantwortung beim Einkauf von Sportbekleidung und Geräten, die oft unter mangelnden Menschenrechten und mit Umweltschäden hergestellt werden. Jedes Vereinsmitglied könnte sich hier für Fairness stark machen. Die Nachhaltigkeitsstandards einiger großer Anbieter machen heute viel mehr möglich als noch vor zehn Jahren.

 

Aber es geht auch um Grundsätzliches, wo Sportpolitik auf die Jagd nach Medaillen und TV-Profite verkürzt und Transparenz als fragwürdig erscheint. In der Nachhaltigkeitspolitik zählen Eigenverantwortung und überprüfbare Ziele mehr als in üblichen Politikbereichen. Ein ehrliches Konzept eigener, auch kleiner Schritte ist die Eintrittskarte in den breiten Dialog. Dem Sport selbst aber fehlt eine substantielle und tief reichende Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Die versuchte Olympia-Bewerbung Hamburgs hat darunter gelitten. Eine Nachhaltigkeitsstrategie aufzustellen ist Handwerk. Sie besteht aus Zielen, messbaren Schritten, der Ermutigung zu kleinen wie großen Beiträgen, und aus Partnerschaft. Das ist kein Teufelswerk, aber auch nicht einfach mal eben zu machen. Ähnlich wie im Sport gehört dazu eine Menge Übung, Mut zum Experiment und ein starker Wille.

 

Es gibt Vorbilder in der Wirtschaft. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex gibt Anleitungen. Einige (noch wenige) Vereine berichten schon über das nachhaltige Management ihrer Einrichtungen und Leistungen.

Am wichtigsten bei einer Nachhaltigkeitsstrategie ist das Bild von Zukunft, das sie vermittelt: der Zukunft des Leistungswillens, der Mitnahme aller in der Gesellschaft, von Integration und Respekt, von Achtsamkeit gegenüber der Umwelt und von Hoffnung beim Angehen von Herausforderungen. Da hat unsere Gesellschaft insgesamt noch viel zu tun. Auf den Sport kann sie nicht verzichten.

 

 

Der Autor Prof. Günther Bachmann ist Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, dessen politische und organisatorische Arbeit er koordiniert. Zudem ist er Vorsitzender der beiden Jurys des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für Unternehmen und für Städte. Weitere Informationen finden sich online unter www.nachhaltigkeitsrat.de.