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Isabell Werth und mögliche drei Goldmedaillen bei EM in Göteborg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Wehner/ "Die Rheinpfalz"/ DL   
Sonntag, 20. August 2017 um 19:22

Ludwigshafen. Wenige Tage vor Beginn der Dressur-Europameisterschaften in Göteborg plaudert Isabell Werth als große Favoritin auf drei Goldmedaillen flockig über Gewesenes und Kommendes…

 

 

Bei der am Dienstag beginnenden Reit-EM in Göteborg ist Dressurkönigin Isabell Werth (48) mit  ihrer Stute Weihegold klare Favoritin. Die Rheinbergerin war und ist in ihrer langen Karriere dermaßen erfolgreich, dass ihre 14 (!) EM-Titel schon mal unter der Tisch fallen. Den Misserfolg der deutschen Equipe 2015 in Aachen hakt sie ab und hat deswegen auch „keine Rechnung offen“.

 

Und um ein Bonmot, gern auch mit bissiger Selbstironie gewürzt, ist Isabell Werth ebenfalls nie verlegen. Den Spruch der für die deutsche Dressur einigermaßen verkorksten EM 2015 – ausgerechnet in Aachen – lieferte sie  auch. „Endlich haben wir hier mal was zu lachen auf Turnier“, spöttelte Werth nach ihrem Grand Prix Special, als sich die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt – man glaubt es kaum – verritten hatte. „Der Jockey war die größte Blondine“, prustete sie und hatte da wirklich die Lacher auf ihrer Seite.

 

Ansonsten, das war das für Werth so typisch Hintergründige, hielt sich der Spaß damals „auf Turnier“ wirklich in engen Grenzen. Stichwort: Totilas. Ein lahmendes Superpferd, das eingeplante Mannschaftsgold futsch, „nur“ Bronze, sparsame Stimmung. Ein Championat, „das wir an die Wand gefahren haben“, wie Bundestrainerin Monica Theodorescu später selbstkritisch einräumte. Trotz der beiden Silbermedaillen für  Kristina Bröring-Sprehe und Desperados in den Einzelprüfungen. Und trotz des tollen vierten Platzes für Werths Don Johnson  in der Kür.

 

Zwei Jahre später ist aus der Equipe von Aachen bei der bevorstehenden EM in Göteborg nur Isabell Werth am Start: Denn Desperados hat sich verletzt, Jessica von Bredow-Werndl wurde diese Woche Mutter, und Matthias Rath weilt seit Totilas’ unwürdigem Karriereende (als Folge der Verletzung von Aachen) nicht mehr in den Bundeskadern. Das damalige Mannschaftsergebnis ordnet Isabell Werth heute im Gespräch mit unserer Zeitung so ein: „Für uns ist es da nicht so grandios gelaufen. Ein Jahr später in Rio haben das die Holländer erlebt. Es trifft jeden irgendwann einmal – und wen es nicht trifft, der ist einfach nicht lange genug dabei.“ Punkt. Wieder typisch Werth, die als Dauerbrennerin der Dressur auf Weltniveau genau weiß, wovon sie spricht. 1989 nahm sie gerade 20-jährig an ihrer ersten EM teil, gewann prompt mit dem Team. 13 weitere Goldmedaillen folgten. Sie werden selten erwähnt, weil die Masse an Erfolgen auf den noch höheren Ebenen einfach erdrückend ist: sechs Olympiasiege, zehn Olympiamedaillen insgesamt, sieben WM-Titel.

 

Doch die EM in Göteborg ist eben das Championat dieses Jahres, und Isabell Werth wäre nicht Isabell Werth, hätte sie mit ihrer fabelhaften Stute Weihegold OLD den Weg nach Schweden anders beschritten als den letztes Jahr nach Rio (olympisches Gold mit der Equipe, Silber im Einzel) oder nächstes Jahr in die USA zu den Weltreiterspielen. Gleichermaßen nüchtern wie empathisch und professionell wie locker. Mit dem Kürsieg im Juli in Aachen hat sie eine Widersacherin in die Schranken gewiesen. Und besagte Laura Graves ist trotz ihres  sehr englisch klingenden Namens Amerikanerin – und somit ab morgen in Göteborg gar nicht dabei.

 

Trotzdem,  Werth spürt „sehr junge, sehr ehrgeizige Verfolger im Nacken“. Die Dänin Cathrin Dufour (25) etwa und den eigenen Teamkollegen Sönke Rothenberger (22). Was nichts daran ändert, dass Weihegold – seit dem Abdanken Valegros  – das beste Dressurpferd der Welt mit der besten Dressurreiterin der Welt  ist. Und doch ist da noch jemand, und doch fällt da immer wieder ein Name, obwohl diese Fuchsstute des Belissimo  seit Ende 2014 wegen einer Verletzung niemand mehr im Prüfungsviereck gesehen hat: Bella Rose, derzeit im Aufbautraining. Ihr Pferd, das „alles im Überfluss hat“, wie Werth schwärmt. Während Weihegold „über sich hinausgewachsen ist“.  Regelmäßig sackt die Oldenburger Rappstute von Don Schufro aus einer Sandro-Hit-Mutter Neuner und Zehner für ihre Piaffe-Passage-Tour ein, störanfällig sind punktuell allenfalls die fliegenden Wechsel. Selbst dann sollte, nein muss es reichen in Göteborg – für drei Goldmedaillen. Team, Special, Kür. Da hätte Isabell Werth dann doch allerhand zu lachen „auf Turnier“.