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Christian Graf von Plettenberg 65 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Donnerstag, 26. Oktober 2017 um 13:23

(Foto: Kalle Frieler)

„Der Geburtstag ist ein ganz normaler Tag und keine Leistung…“

Chemnitz. Er ist im deutschsprachigen Raum der Beste, sicherlich auch einer der noch ganz wenigen, der als Ansager auf Turnieren mit Herz und Sachverstand einen Besucher mitnimmt in die wunderbare Welt des Pferdesports: Christian Graf von Plettenberg. „Pletti“, wie ihn seine Freunde nennen, wurde an diesem 27. Oktober 65 Jahre alt. An seinem Ehrentag und Beginn des offziellen Rentnerdaseins sagte er beim Turnier in Chemnitz an…

 

 

Geboren wurde er in Neheim-Hüsten/ Westfalen, von Beruf ist er Forstwirt, mit seiner Familie wohnt er auf Schloss Graschnitz in der Steiermark (Österreich).  Im titelhörigen Österreich, wo fast jeder mindestens Magister ist, wo die Edlen nach wie vor Hochkonjunktur haben, ausgerechnet dort wurden vor Jahren die Adelstitel per Gesetz abgeschafft. So ist Graf von Plettenberg in Austria ein ganz normaler Bürger, eben nur ein Christian Plettenberg. Laut Reisepass ist er nach wie vor Deutscher, obwohl er seit 41 Jahren in Österreich lebt, dem Land seiner Mutter.

 

Christian Plettenberg begann nach dem Abitur verschiedene forstwirtschaftliche Ausbildungen, dann zog ihn die deutsche Bundeswehr ein, 1976 wurde er als Leutnant der Reserve abgemustert. In Wien studierte er Betriebswirtschaft, nach dem Tod des Vaters Georg, Rittmeister im Zweiten Weltkrieg, Ritterkreuzträger, übernahm er 1980 den väterlichen Forstbetrieb auf Schloss Graschnitz in St.Marein in Österreich (450 ha). Im Ort unterhält er zudem eine Schotterproduktion, zum Schloss gehört außerdem ein Reitstall mit rund 50 Pferden. Verheiratet ist er seit 1986 mit Isabella.

 

Durch den Vater zum Pferd

 

Über den Vater fand er geradezu logisch zum Pferd und zum Reitsport. Mit sechs Jahren begann er zu reiten, ersten ernsthaften Unterricht erhielt in der Reitschule seines Onkels Dieter Graf Landsberg-Velen, dem langjährigen Präsidenten der deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Vize-Präsidenten neben Prinz Philip im Weltverband (FEI), in Balve auf Schloss Wocklum. Bis zum zweiten Bandscheibenvorfall 1983 startete er auf Springturnieren, später  fungierte er als Equipechef der österreichischen Springreiter - und fuhr auch Autorennen.

 

Erstmals am Mikrofon saß er beim „Fest der Pferde“ 1985 in der Wiener Stadthalle. Es war der Beginn einer beispielhaften Karriere als Ansager. Hauke Schmidt als Miterfinder des Stuttgarter Turniers in der Schleyerhalle engagierte ihn erstmals nach Deutschland 1988, danach wurde Hans Heinrich Isenbart, die „Stimme des Pferdes“ in Deutschland, sein Mentor. Er lehrte ihn das Handwerk des guten Sprechers. 1993 sagte er erstmals beim Internationalen Offiziellen Turnier (CHIO) von Deutschland in Aachen an, beim CHIO im Vorjahr war seine klare Stimme ohne Aufgeregtheit in der Aachener Soers zum 21. mal in 19 Jahren zu hören. Man holte den stets adrett gekleideten Grafen zu Reitveranstaltungen u.a. auch nach Göteborg, Frankfurt, Hamburg, München, Salzburg, Leipzig, Mannheim und St. Moritz, zu drei Europameisterschaften - Donaueschingen 2003, Mannheim 2007 und Aachen 2015 -, zu drei Weltcupfinals und zu den Weltreiterspielen 2006 in Aachen. Der smarte stets fein gescheitelte Graf wurde auch engagiert zu Events in Tennis, Tanzen und alpinem Ski, aber auch zu Sinfonie-Konzerten oder Blasmusik. Nichts war ihm fremd, nirgendwo ging er nicht bestens vorbereitet hin. Er ist auch in seinem Nebenjob ein echter und vorbildlicher Profi ohne Allüren, das macht ihn auch so liebenswert. Inzwischen versucht er, sein Wissen und Können an andere weiterzugeben.

 

„Wolle kein guter Sprecher werden…“

 

Gerne wäre er früher zu Turnieren als Reiter gefahren, „doch letztlich reichte mein Bemühen nicht aus, aber ich weiß, wie viel Talent und Einsatz es braucht, um ganz oben mithalten zu können“, wie er sagt, „ich wollte nie ein guter Sprecher werden, sondern vielmehr ein guter Reiter.“

 

Freude und Reiz an der Ansage lägen in der ständigen Herausforderung, „auf plötzliche Situationen und Ereignisse in ganz kurzer Zeit reagieren zu müssen und auch noch möglichst die richtigen Worte zu finden – oder auch mal an einer Stelle ganz einfach nichts zu sagen“. Er sah sich immer als Bindeglied zwischen Veranstalter, Reiter, Pferd und Zuschauer – doch in erster Linie als Bewunderer dieses Sports, der trügerischer Weise so leicht erscheint. Man müsse als Ansager auch ein gewisses Gefühl für die jeweilige Stimmung des Publikums entwickeln, sagt „Pletti“, „und ich danke vor allem Hans Heinrich Isenbart und dem lieben Gott, in dieser Reihenfolge, dass ich auch in kritischen Situationen bisher jeweils die passenden Worte fand“, Nummern, Zahlen, Ergebnisse könne jeder ablesen. Um gut zu sein, dafür steht Christian Plettenberg.

 

Nach 32 Jahren im Nebenjob als Sprecher bei allen möglichen Anlässen wird er  in absehbarer Zeit jene Bühne verlassen, auf der er das Wort und manchmal auch Regie führen durfte oder gar musste, um sich Frau und Tochter endlich zu widmen. Die beiden hätten ihm dankenswerter Weise über Jahre und ohne zu murren den Rücken frei gehalten, er möchte in der Zeit danach auch noch einige unternehmerische Projekte vorantreiben.

 

An diesem Wochenende übernimmt er freiwillig Dienst in Chemnitz, „dort sind viele liebe Menschen, die ein sehr nettes Turnier organisieren, das ich gerne unterstütze.“ Und er sagt: „Der Geburtstag ist doch ein ganz normaler Tag – und keine Leistung…“ Das könnten in Chemnitz einige wohl anders sehen.

Und hier sitzt oder saß "Pletti" am Mikrofon:

Aachen, Aach, Albführen, Balve, Basel, Braunschweig, Chemnitz, Donaueschingen, Dresden, Düsseldorf, Ebreichsdorf (Magna Racino), Frankfurt, Göteborg, Grafenegg (Österreich), Hachenburg, Hamburg (Abschied 2016 nach dem 20. Derby!), Kiel, Klagenfurt, Kössen (Österreich), Laxenburg (Österreich), Leipzig, Linz (Österreich), Mannheim,  München (Olympiahalle), Neustadt-Dosse, Nördlingen, Pforzheim, Redefin, Salzburg, Samorin (Slowakei),  Spangenberg, Stuttgart, St. Moritz, Wien, (Stadthalle und Global Champions Tour), Wiesbaden, Wiener Neustadt, Wolfsburg und Zeltweg (Österreich).