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Nero - als Rennpferd versagt, Triumph in der Dressur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Offz/ DL   
Samstag, 25. November 2017 um 15:03

 

 

"Und Allah nahm eine Hand voll Südwind, hauchte ihm seinen Atem ein und erschuf so das Pferd" (arabisches Sprichwort)

(Foto: offz)

Leeds. Als Versager im Rennsport abgestempelt, in der Dressur spatter Medaillengewinner bei Olympia, nur der Sport schreibt solche wahren Geschichten, wie über den Hengst Sindbad…

 

Nicht nur Menschen, auch Pferde können mit ihrer Geschichte noch Jahrzehnte später nicht nur Reitsportfans faszinieren. Und wie bei Menschen sind Karrieren oft nicht automatisch vorgezeihcnet. Wie bei diesem Vollbluthengst, der mal Sindbad hieß und Rennen laufen sollte.

Aller Anfang ist schwer

Nicht jedes Pferd wird als erfolgreiches Dressurpferd geboren. Die grundlegende Qualität des Tieres spielt heutzutage im Ehrgeiz um den Erfolg in dieser Disziplin eine immer wichtigere Rolle. Einerseits kann diese Entwicklung als Triumphzug der modernen Warmblut-Zucht angesehen werden, doch andererseits ebenso als Gefahr für die Qualität der Ausbildung und des Reitens. Durch die in den vergangenen Jahren extrem vorangetriebene Verbesserung der Dressurpferde-Zucht lässt sich ebenso ein Verschwinden des reinen Vollbluts aus dieser Disziplin feststellen. Eines der legendärsten Dressurpferde in der Geschichte war der Vollbluthengst Nero, der unter Alois Podhajsky zu seiner Höchstleistung auflief.

Zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg traten ausschließlich Reiter der Kavallerie in Uniform gegeneinander an, die Pferde gehörten allesamt dem Militär. Eines dieser Pferde war der in Deutschland auf die Welt gekommene Galopper Sindbad, der im Mai 1927 geboren wurde. Sindbad galt rasch als vielversprechendes Rennpferd, sodass es für gleich 10.000 DM den Besitzer wechselte und nach Österreich verkauft wurde. Trotz aller Versprechungen enttäuschte das Pferd in den Rennen - solange, bis sein Besitzer das Interesse verlor und Sindbad an das österreichische Militär abgab. Nach seiner Ankunft wurde es dort in Nero umbenannt und trug fortan den Namen des römischen Imperators. Leicht war es jedoch auch dort noch nicht, denn Nero hatte große Angst vor Hindernisaufbauten in einem Parcours, und für die Dressur zeigte der Hengst weder Ehrgeiz noch Wille.

Der Beginn des Wandels

Im Jahr 1933 wandelte sich das Schicksal Neros, der Blüter war zu Alois Podhajski in Beritt gekommen, einem der besten Dressurreiter seiner Zeit, Offizier des österreichischen Heeres und Leiter der berühmten Spanischen Hofreitschule in Wien. In der Donaumetropole gab es jedoch gleich Probleme im Stall, Nero knabberte am Schweif von Stallgefährtin Nora, er bekam Gelbsucht und fiel einen Monat aus.

Solche unerwarteten Ereignisse sind von Reitern und Trainern gefürchtet.  Vor allem die Großevents wie der Cheltenham Gold Cup fordern Jahr um Jahr die bestmögliche Vorbereitung eines jeden Tieres. Für das kommende Jahr sind momentan Sizing John und Thistlecrack mit einer Quote von 6,00 (Stand 22. November) oben auf der Favoritenliste zu finden.

Um schließlich Nero für sich zu gewinnen, brauchte Podhajsky damals vor allem viel Geduld. Der geborene Bosnier nahm seinen jungen Schützling auf lange Ausritte im Wiener Prater mit und trainierte dort in der Anfangszeit vor allem lange gerade Linien. Durch das konsequente Üben der immer gleichen Lektionen einer Dressur verbesserte sich Nero schnell. Nach Auffassung von Podhajski seien Ehrgeiz und Willen neben Talent die wichtigsten Elemente, um den Bewegungsablauf eines Pferdes zu verbessern. Nach acht Monaten teils intensiven Trainings konnte Nero sechsjährig erstmals in einer offiziellen Prüfung in Wien vorgestellt warden, er wurde hinter Stallgefährtin Nora Zweiter. 1935 folgte der erste Sieg unter Podhajski in Budapest bei einem internationalen Turnier - gegen 13 andere Paare.

Der große Moment in Berlin

Ein Jahr später schließlich kam der ganz große Augenblick im sportlichen Leben des Hengstes Nero bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936. Die besten Reiternationen der Welt waren am Start, insgesamt 29 Starter. Die deutsche Equipe gewann wie erwartet Gold, und in der Einzelwertung sicherte sich der Deutsche Heinz Pollay, der auf Kronos zu Gold ritt, die zweite wichtigste Olympiamedaille. Der vormals zum Teil als unbrauchbares Dressurpferd betitelte Nero gewann mit Major Alois Podhajski im Sattel die Bronzemedaille. Beim als Revanche für Berlin beschriebenen Offiziellen Internationalen Reitturnier (CHIO) von Deutschland in Aachen eine Woche später hießen die Sieger im Grand Prix de Dressage Nero und Podhajski, das Paar triumphierte zwei Jahre später erneut in Aachen.

Der Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 setzte der sportlichen Karriere von Nero ein jähes Ende. Alois Podhajsky (+1973) brachte jedoch seinen geliebten Hengst durch die schwierigsten und härtesten Zeiten in Wien.