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Warendorf. 2026 ist das Jahr der Weltmeisterschaften im Pferdesport und ganz oben steht Aachen mit den Weltreiterspielen in den Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Voltigieren, Paradressur und Gespannfahren. Wer in alten Kaiserstadt an den Start gehen darf, entscheiden die jeweiligen Bundestrainer und Ausschüsse, Balve als Austragungsort der Titelkämpfe in Springen, Dressur und Paradressur gilt nicht für jede dieser Disziplinen als Sichtung.
Die ersten Weltreiterspiele fanden 1990 in Stockholm statt und sollten nach dem Willen des damaligen Präsidenten des Reiterweltverbandes, Prinz Philip, ein einmaliges Ereignis bleiben. Doch es folgten weitere Titelkämpfe dieser Größenordnung: 1994 in Den Haag/ NL, 1998 in Rom, 2002 in Jerez de la Frontera/ Spanien, 2006 in Aachen, 2010 in Kentucky/ USA, 2014 in Caen/ Frankreich, 2018 in Tyron/ USA und 2022 in Herning /Dänemark, dort aber mit einem abgespeckten Programm und weniger Disziplinen als davor.
Für die Nominierung der deutschen Starter in Aachen – Stichtag der Nennungen ist der 27. Juli - wurden durch die verschiedenen Gremien der nationalen Föderation (FN) folgende Kriterien oder Sichtungen festgelegt:
Dressur In der Dressur ist die Deutsche Meisterschaft in Balve eine solche Sichtung. Wer sich Chancen ausrechnet, bei der WM in Aachen an den Start zu gehen, der sollte vom 4. bis 7. Juni im Sauerland in Balve starten. Ebenfalls eine Sichtung ist der Nationenpreis, der vom 1. bis 5. Juli im Rahmen der „Covalliero Dressage Days” auf dem Hof Kasselmann in Hagen a.T.W. ausgetragen wird. Der Ausschuss Dressur nominiert in Abstimmung mit Bundestrainerin Monica Theodorescu anschließend, wer bei der WM in Aachen für Deutschland an den Start geht. Para-Dressur Auch die Para-Dressurreiter ermitteln seit einigen Jahren gemeinsam mit Dressur und Springen ihre Deutschen Meister ebenfalls in Balve. Das ist dort natürlich auch ein Wegweiser in Richtung WM und eine Pflicht-Sichtung. Der Beirat Para-Dressur des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) hat einen Sichtungsweg für die Teilnahme an der WM mit verschiedenen Stationen beschlossen. Von diesen Turnieren müssen mindestens drei Sichtungen geritten werden. Zu den Sichtungsturnieren in der Para-Dressur gehören das Turnier in Aachen vom 8. bis 11. April, das ebenfalls schon eine Pflicht-Sichtung ist. Es folgen die Turniere in Waregem/BEL vom 25. bis 26. April, das Maimarkt-Turnier in Mannheim vom 1. bis 5. Mai, vom 4. bis 7. Juni findet die Deutsche Meisterschaft in Balve statt, die ebenfalls zu den Pflicht-Terminen gehört. Eine weitere Sichtungsmöglichkeit ist vom 25. bis 28. Juni in Stadl-Paura in Österreich. Der Beirat und Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer nominieren dann im Anschluss die Teilnehmer für die WM in Aachen. Springen Keine feste Station, sondern einen individuell mit Bundestrainer Otto Becker abgesprochenen Sichtungsweg, haben die Springreiter. Auch Otto Becker entscheidet spätestens am 27. Juli, – das ist der definitive Nennungsschluss für alle Disziplinen für die WM – welche Reiter und Pferd-Kombinationen er mit nach Aachen nehmen möchte.
Vielseitigkeit In der Vielseitigkeit hat sich der individuelle Sichtungsweg des vergangenen Jahres grundsätzlich bewährt und wird in dieser Form auch 2026 umgesetzt. Dazu gehören mindestens zwei Starts mit erfolgversprechendem Ergebnis in CCI4*/CCI5* nach eigener Wahl. Die Turniere fallen unterschiedlich ins Gewicht, je nach Anspruch und Starterfeld, empfohlen sind außerdem die deutschen 4*-Prüfungen, da dort das Trainerteam vor Ort ist und sich ein Bild machen kann. Dazu gehört neben dem CCIO4*-S-Nationenpreis in Marbach vom 14. bis 17. Mai auch die Deutsche Meisterschaft (Longines CCI5*-L und CCI4*-S Meßmer Trophy mit Deutscher Meisterschaft) vom 17. bis 21. Juni in Luhmühlen, danach wird die Longlist bekannt gegeben. Als Pflicht-Sichtung gilt das Nationenpreis-Turnier in Avenches in der Schweiz vom 16. bis 19. Juli – vier Wochen vor der WM. Im Anschluss daran legt der Disziplin-Ausschuss gemeinsam mit Bundestrainer Peter Thomsen die Reiter für Aachen fest. Vierspänner Auch bei den Vierspännern ist die Deutsche Meisterschaft, die in diesem Jahr vom 21. bis 26. Juli in Rastede im Rahmen des Oldenburger Landesturniers stattfindet, eine wichtige Sichtung. Für die Vierspänner ist es nicht nur die nationale Meisterschaft, sondern zugleich auch ein Nationenpreis, der auch im internationalen Vergleich zeigt, wo die deutschen Vierspänner kurz vor der WM stehen. Weitere Sichtungen vor Rastede sprechen die Vierspänner individuell mit Bundestrainer Karl-Heinz Geiger ab, allerdings spielen die Nationenpreise dabei im Vorfeld eine wichtige Rolle. Weitere Nationenpreise sind in Kronenberg/NED vom 16. bis 19. April, in Kladruby nad Labem/CZE vom 23. bis 26. April und in Windsor/GBR vom 14. bis 17. Mai. Auch auf nationaler Ebene kommen für die Sichtungseindrücke noch die Turniere in Greven und in Zeiskam dazu, denn nicht alle Vierspänner werden sich zusammen bei den Nationenpreisen vergleichen können, da dort immer nur eine begrenzte Zahl an Vierspännern an den Start gehen kann. Der Ausschuss Fahren nominiert die Vierspänner für Aachen in dem Zeitraum rund um die Deutsche Meisterschaft in Rastede. Voltigieren Einen richtigen Sichtungsweg mit verschiedenen Stationen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft haben die Voltigierer. Die Gruppen müssen an zwei internationalen Turnieren teilnehmen, auch für die Einzelvoltigierer und Doppelvoltigierer gilt, dass sie an mindestens zwei internationalen Turnieren (CVI) teilnehmen. Auf Grundlage der bis dahin erbrachten Leistungen erfolgt eine Startgenehmigung für das Nationenpreis-Turnier vom 10. bis 14. Juni in Warendorf. Im Anschluss an dieses internationale Voltigierturnier (CVIO), das erstmalig am Bundesstützpunkt stattfindet, erfolgt dann die Nominierung.
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