Sie befinden sich hier: Home Porträts Ein Jahrhundert-Hengst wird 28: Dobel`s Cento...

Wer ist Online

Wir haben 1217 Gäste online

Statistik

    Inhaltsaufrufe seit dem
    16.09.2009
: 10033774

Suche

Anzeige

Banner

Anzeige



Anzeigenschaltung

Google Translate

German Chinese (Simplified) Chinese (Traditional) Czech Danish Dutch English French Galician Greek Hungarian Italian Japanese Norwegian Polish Portuguese Romanian Russian Spanish Swedish Turkish Ukrainian

Anzeige

Anzeige: Collagen von Olaf Rutschek

  Olaf Rutschek - mehr als
  ein Fotograf

Newsletter

Anmeldung



Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Ein Jahrhundert-Hengst wird 28: Dobel`s Cento... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Montag, 27. Februar 2017 um 21:17

Dobel/ Nordschwarzwald. Ein wahrlich ungewöhnliches Pferd wird an diesem 1. März  28 Jahre alt, der Schimmel-Hengst Dobel`s Cento. Ein Jahrhundertpferd, der unter Otto Becker Triumphe feierte und den Namen Dobel in die Welt trug.

 

 

Dobel liegt im Nordschwarzwald, 700 m über dem Meeresspiegel, hat etwa 2.200 Einwohner, und über ansässige Unternehmen erwähnt das ziemlich allwissende Lexikon Wikipedia  als „von überregionaler Bedeutung“ die Waldklinik Dobel, kein Wort über das Gestüt Dobel, doch von dort trug gar ein Pferd den Namen in die Welt, der Schimmelhengst Dobel`s Cento. Ein Jahrhundertpferd. An diesem Mittwoch, 1. März, wird der Holsteiner Vererber 28 Jahre alt, mehr als ungewöhnlich für einen Sportler dieser Klasse. „Es geht ihm gut“, sagt sein ehemaliger Reiter Otto Becker (58), bei ihm in Albersloh unweit von Münster geniest das Pferd seit 2006 sein Rentnerdasein.

 

Horst Karcher erwarb den Schimmel mit zweieinhalb Jahren, er gab ihm den Vornamen Dobel. Karcher, seit 1989 Besitzer des Gestüts Dobel, orakelte damals bereits: "Der wird mal Olympiasieger." Er bekam recht. "So ein Pferd", sagt Olaf Peters (50), seit 2003 Gestütsleiter, "ist sicherlich  wie ein Sechser im Lotto.“ Doch ohne Otto Becker wäre vielleicht auch Dobel`s Cento nie jenes Ausnahme-Springpferd geworden, denn der gelernte Winzer aus Großostheim war bereits einer im großen Sport, der Schimmel erst fünf Jahre alt und ein talentiertes Nichts. Das Schicksal brachte beide zusammen, oder besser Karcher und Becker.

 

Das bedeutungsvolle Jahr 1989

 

Das Jahr 1989 war irgendwie von großer Bedeutung, für Otto Becker und Horst Karcher und letzten Endes auch für den Capitol I-Sohn Cento. Paul Schockemöhle hatte Otto Becker für seinen damaligen Kronprinzen Ludger Beerbaum nach Mühlen geholt, und in Holstein wurde Cento geboren. Ein Jahr später gewann Becker in Mannheim auf der Westfalen-Stute Pamina erstmals die deutsche Meisterschaft. Er holte auf der Polydor-Tochter in Stockholm bei den ersten Weltreiterspielen mit der Mannschaft Silber und verpasste nur um lediglich 0,47 Strafpunkten das Einzelfinale. Wenige Wochen später siegte er als erster Deutscher mit Pamina im Großen Preis des CSIO von Kanada in Spruce Meadows, und strich für Pferdebesitzer Schockemöhle das damals schier unglaubliche Preisgeld von 250.000 Mark ein. Als dann aber der Geschäftsmann Paul Schockemöhle Pamina sechs Monate vor Olympia in Barcelona 1992 für geschätzte zwei Milionen Mark an den Italiener Valerio Sozzi verkaufte, hatte Otto Becker plötzlich kein Spitzenpferd mehr. In der katalanischen Metropole ritt er auf Lucky Luke chancenlos in der Mannschaft mit, nach dem enttäuschenden elften Rang sagte er: „Mit Pamina wäre sicherlich einiges anders gelaufen.“

 

Im Oktober nach Olympia verließ er Mühlen und zog ins Leistungszentrum Warendorf um. Otto Becker damals. „Ich gehe nicht im Zorn aus Mühlen weg, Paul Schockemöhle hat mich immer fair behandelt. Er kennt die Materie wie kein anderer, als Reiter, als Trainer und als Geschäftsmann.“ Zur eigenen Situation sagte er: „Ich habe keine Sponsoren, keine Pferde. Ich fange bei Null an.“ Becker wurstelte sich so durch, doch dann kam 1994 ein Anruf, und der kam gerade recht. Horst Karcher fragte, ob er nicht mal einen Schimmel testen wolle. Es ging um Cento. Das war in Kurzform der Beginn einer wunderbaren und erfolgreichen Zusammenarbeit. Er nahm den Holsteiner fünfjährig mit zum damals noch existierenden Hallenturnier nach Bremen und gewann mit dem Hengst gleich eine Springpferdeprüfung, 1996 folgte in Caen/ Normandie der erste internationale Auftritt mit einem Sieg in einer nur für Hengste ausgeschriebenen Prüfung.

 

Link nach Caen

 

Gewinnsumme: Über eine Million Euro

 

1997 trafen sich Otto Becker und Paul Schockemöhle wieder. Sie schlossen  per Handschlag einen Vertrag „auf unbefristete Zeit“ (Becker). Der dreimalige deutsche Meister wurde freier Mitarbeiter im Stall Schockemöhle. Die Stute Pamina war der eigentliche Anfang für eine große Karriere des Otto Becker, der Holsteiner Jahrhundert-Hengst Dobel`s Cento wurde die Vollendung. Otto Becker formte den Schimmel zum Star. Er gewann mit Cento 2000 beim deutschen CHIO in Aachen den Großen Preis, 2002 den Weltcup, 2003 in Calgary zum zweiten Mal den Großen Preis des CSIO von Kanada wenige Tage nach dem Gewinn der Mannschafts-Europameisterschaft in Donaueschingen, die Olympische Goldmedaille mit dem Team 2000 in Sydney und beinahe auch 2004 in Athen, wäre daraus wenige Wochen später  nicht Bronze geworden wegen der Salbenaffaire um Goldfever von Ludger Beerbaum. Mehr jedenfalls geht mit einem einzigen Pferd kaum.

 

Am Schlusstag des CHIO von Deutschland im Mai 2006 in Aachen wurde Dobel`Cento vor 40.000 Zuschauern vom großen Sport in einer emotionalen Feierstunde verabschiedet. Im Sport hatte er bis dahin 1.053.318 Euro eingesprungen. Otto Becker, der spontan am 26. Oktober 2008 nach seinem Erfolg im Großen Preis von Hannover auf Lunatic seinen Rücktritt vom Leistungssport verkündete und seit Januar 2009 Bundestrainer ist, sagt über Cento: „Charakterstark, clever, intelligent, er spürte, wenn und wann es darauf ankam, dann gab er alles…“

 

Sternstunden zweier Größen…

 

Dobel`s Cento und seine Söhne,

vorgestellt von Claus Schridde:

 

Cento

Schimmel, geb. Holstein 1989, v. Capitol I u. Viola XI v. Caletto II u. Lady Legende v. Liguster u. Legende v. Löwenjäger u. Echta v. Diskus u. Konradine v. Ortolan u. Constanze v. Odem u. Uelzen v. Goeben u. Harburg v. Anatol u. Nemesis v. Leonidas u. Apollonia v. Brillant-Reineke der Fuchs (Stamm 2137) Halbbruder zu Casado (Ldb. Moritzburg).

Züchter: Heinrich Schoof, Büsum

Maße: 169 cm Stm.

Eigenleistung: HLP Marbach 1992: 132,56/2./45. Internationaler S-Sieger.

E-LGS: 1.053.318 EUR.

Deckeinsatz: ab 1992 Gestüt Dobel

 

Die Großmutter Lady Legende war erfolgreich in Springen der Klasse S. In Anpaarung mit Lord brachte sie den Holsteiner Verbandshengst Ligorett, der heute in Dänemark wirkt. Ihr Vater Liguster war Siegerhengst der Holsteiner Körung und Dreiviertelbruder zu Lamour, der ebenfalls Körsieger war. Die Urgroßmutter Legende war u.a. mit Reiner Hedde Siegerin im Großen Preis von Rom. Ihr Vater Löwenjäger ist auch Muttervater der internationalen Klassestute Fatinitza 6 (v. Ramiro ), die mit Fritz Ligges und Thomas Frühmann Erfolge feierte und später dem Hengst Almiro Z das Leben schenkte. Im Mutterstamm von Cento ergibt sich eine mehrfache Inzucht auf die Traditionsvererber Loretto, First und Heintze.

 

Cento absolvierte die Hengstleistungsprüfung 1992 in Marbach als Zweiter seines Jahrgangs mit absoluten Höchstnoten im Springen und hat diese Spezialveranlagung schon früh sportlich bestätigen können: Seriensiege in Springpferdeprüfungen, u.a. anlässlich der German Classis 1996, stellten sich ein und bereits siebenjährig gewann er die ersten internationalen S-Springen mit Otto Becker. Das Paar zählte zur deutschen Olympiamannschaft in Sydney 2000 und Athen 2004 und gewann 2001 den Großen Preis von Aachen. 2002 siegten sie im Weltcup-Finale in Leipzig. Cento und Otto Becker waren über Jahre eine starke Stütze der deutschen Championatsmannschaft. 2006 wurde Cento in Aachen feierlich aus dem Sport verabschiedet

Die Nachkommen sind hinsichtlich ihrer Leistungsveranlagung ganz vom Vater geprägt. In der Anpaarung ist ein hoher Blutanteil empfehlenswert. Die Nachkommen bereichern alljährlich die Bundeschampionate des Deutschen Springpferdes in Warendorf und sind in großer Zahl bereits bis Klasse S erfolgreich. 113 Töchter wurden in die Zuchtbücher deutscher Verbände eingetragen, zwei davon erhielten die Staatsprämie.

 

Cellini

Braun, geb. Bawue. 1999, v. Cento u. Cortina VI v. Caretino u. Veilchen VII v. Silvester u. Honette v. Lord u. Banda v. Manometer xx u. Siegesgöttin v. Heidefreund II u. Gima v. Faber u. Lehre v. Nenno u. V. 210215401 v. Roon (Stamm 3801)

Züchter: Hans-Dieter Weimer, Bondorf/Bad.-Wttbg.

Maße: 171 cm Stm.

Eigenleistung: 30 TT Marbach 2002: 7,97. Erfolge in SPF u. SPR S. Bisherige E-LGS: 880 EUR.

Deckeinsatz: ab 2002 Gestüt Dobel/Bawue.

 

Cellini wurde wie mehrere seiner Hengstbrüder in Baden-Württemberg auf rein holsteinischer Basis gezogen. Er befindet sich in gemeinschaftlichem Besitz des Gestüts Dobel und Hans Günter Winkler.

 

Centesimo I

Braun, geb. Bawue. 1996, v. Cento u. La Toya v. Lord u. Madeira v. Wildfeuer u. Herrada v. Marlon xx u. Sitte v. Kalif u. Capuanerin v. Fant I u. Cravatte v. Wolfram u. Nabe v. Carneval u. Zuleika v. Lord u. Lina v. Achill u. Berta v. Fritz u. Adda v. Y. Altona u. Acalypsa v. Colonel-Kuheilan-al-Ajuz ox-Y. Turk (Stamm 318 d 1)

Züchter: Gerhard Wolff, Sindelfingen/Bad.-Wttbg.

Maße: 167 cm Stm.

Eigenleistung: HLP Zweibrücken 2000: 114,49/6./18. Erfolge in SPR S. Bisherige E-LGS: 1.297 EUR.

Deckeinsatz: 1996-2004 Gestüt Dobel

Centesimo I wurde in Baden-Württemberg rein holsteinisch gezogen und kam zunächst auf dem heimatlichen Gestüt Dobel zum Deckeinsatz. Bisher wurden zwölf Töchter in die Stutbücher deutscher Verbände eingetragen.

 

Centesimo II

Braun, geb. Bawue. 2000, (Abstammung wie Centesimo I)

Züchter: Gerhard Wolff, Sindelfingen/Bad.-Wttbg.

Eigenleistung: 30 TT Marbach 2004: 7,8.

 

Centino

Braun, geb. Bawue. 1999, v. Cento u. Finja v. Caretino u. Murfini v. Ladykiller xx u. Dorea v. Anklang u. Othild v. Faßbinder u. Vorzug v. Nenner u. Vorreiterin (Stamm 1904)

Züchter: Klaus Schmidt, Eppingen/Bad.-Wttbg.

Eigenleistung: keine Daten vorhanden

 

Centus

Schimmel, geb. Oldbg. 2001, v. Cento u. I-Lagune v. Landadel u. Werina II v. Lagos u. Petritzia v. Malteser Elerne v. Napoleon u. Seglerin v. Heilbutt u. Coesfeld v. Heino u. Opsala (Stamm 7903)

Züchter: Frank-Christian Amend, Gehrden

Maße: 168 cm Stm.

Eigenleistung: 30 TT Vechta 2004: 8,02.

Deckeinsatz: ab 2004 Lengerich/Westf.

 

Der typmarkante Cento-Sohn Centus wurde 2003 in Vechta gekört und kommt als Leihhengst des Stalles Schockemöhle auf der westfälischen Station Korte in Lengerich zum Deckeinsatz. Die Großmutter Werina II ist Vollschwester zur Mutter des  international erfolgreichen Springpferdes Goldika 559 (v. Cor de la Bryère) von Toni Hassmann bzw. Mac Lain Ward (USA). Außerdem resultiert der Spitzenvererber Wahnfried (PB Holst., DK) aus dieser Linie.

 

Chepetto

Dunkelbraun, geb. Holstein 2003, v. Cento u. Camita II v. Ramiro u. Sitanni v. Mowgli u. Ingeli v. Moltke I u. Zaffa v. Frivol xx u. Klinke v. Logger u. Feuer v. Nebel u. Explosion v. Allah u. Calekute (Stamm 2456)

Züchter: Ekkehard Kraas, St. Peter-Ording

Maße: 167 cm Stm.

Deckeinsatz: ab 2006 Badendorf und Dägeling

 

Chepetto präsentiert sich als ausdrucksvoller Hengst im Erhaltertyp. Großer Rahmen, gute Linienführung. Im Trab losgelassen mit großer Übersetzung; im Galopp hervorragend bergauf. Am Sprung der Abstammung entsprechend mit sehr gutem Ablauf und Vermögen. Chepetto ist der erste Hengstsohn des Cento, der in seiner holsteinischen Heimat zum züchterischen Einsatz kommt. Mit Cento, Ramiro und Mowgli stehen drei international erfolgreiche Springhengste in direkter Kombination im Pedigree. Mutter und Großmutter brachten jeweils mehrere S-Pferde. Die Urgroßmutter Ingeli brachte mit Romino einen guten Vererber und mit dessen Halbschwester Actrice ein Top-Springpferd. Der recht schmale Stamm 2456 fand weite Verbreitung über die Zuchtstätte Friedrich-Wilhelm Maack (Glückstadt).

 

Weitere Cento-Söhne in anderen Zuchten:

Cenato, Sch., * Oldbg. 1994, v. Cento u. Arabella v. Agronom-Echo II, PB Bay.

Cento Lano, Sch., * Bawue. 1994, v. Cento u. Las Vegas v. Landgraf I-Golddollar/T., PB NL

Centolys Z, Sch., * Zang. 2003, v. Cento u. Kathinka van Thornesele v. Lys de Darmen-Furioso Z, PB Oldbg.

Chintan, Df., Old.-Int., *2002, v. Cento u. Que Sarah v. Quattro B-Koopman, PB Bawue.

Chippendale Z, Sch., * Zang. 2000, v. Cento u. M-Unellie v. Cassini I-Ladalco, PB Zang.

Chucas, Sch., * Bawue. 2001, v. Cento u. Sazza v. Silvio I-Grannus, PB Bawue.

Cinquecento, B., * Thür. 1995, v. Cento u. Alida v. Traum/T.-Ralf/T., PB Bay.

Cinquecento Z, Sch., * Zang. 2002, v. Cento u. Fleur d’Avifauna v. Furioso II-Götz, PB Zang.

Con Quest Star, Sch., * Westf. 2001, v. Cento u. Furiosa v. Faschingsprinz-Hartung/T., PB Bawue.