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Gastkommentar zum Dressur-Finale um den Weltcup von Martin Richenhagen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin Richenhagen/ DL   
Sonntag, 02. April 2017 um 15:32

 

Obama/ USA. In einem Gastkommentar schildert der Wirtschaftsmächtige und internationale Dressurrichter Martin Richenhagen seine Eindrücke als direkter Zuschauer vom Finale um den Weltcup in Omaha.

 

Martn Richenhagen, selbst ehemaliger Reiter und Dressurrichter. sagt über die Vorstellung der Gewinnerin: "Isabell Werth, die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten, beeindruckte vom Beginn der Prüfung durch ihre effiziente, weltbeste Einwirkung. Heute wirkte sie ausserdem ganz besonders gelassen und überzeugte durch eine sehr moderne, souveräne und gleichzeig vollkommen klassische Reitweise. Weihegold zeigte sich stets in perfekter, feiner Anlehnung mit geschlossenem, tätigen Maul  als direktes Ergebnis einer super feinen Anlehunug und der ganz gefühlvollen Reiterhand. Ein echtes Highlight waren der schön schwingende Rücken der zwölfjährigen Don Schufro Tochter und Oldenburger Siegerstute von 2005 aus der Zucht der Familie Bastian. Die aktive und stets engagierte Hinterhand wurde immer wieder unsichtbar von der Reiterin motiviert. Dieses German – Team aus einer feinsten  und überaus eleganten Oldenburger Perle und der charismatischen  und souveränen Rheinischen Spitzenreiterin waren für das begeisterte amerikanische Publikum ein wahrer Genuss und eine unvergessliche Sternstunde und Demonstration pefekter Harmonie. Mit grossem Abstand zelebrierten beide deutsche Dressurreiterrei auf allerhöchstem Niveau, eine Leistung an der besonders auch  Bundestrainerin Monika Theodorescu grossen Anteil hat. Die Pferdebesitzerin Christine Arns-Krogmann, die selbstlose Mäzenin Madeleine Winter-Schulze und die Klaus Rheinberger Stiftung – dezent im Hintergrund koordiniert durch den bewährten Klaus Roeser – haben höchste Anerkennung für dieses German–Meisterstück im Bereich der hippologischen Völkerverständigung verdient! German Dressage auf internationalem diplomatischem Parkett und ganz sicher großer Stolz und zuverlässiges Ass der Warendorfer FN!

 

Omaha im Bundesstaat Nebraska liegt mitten im Herzen Amerikas. Die 500.000 Einwohner zählende ländliche Metropole und Heimat Warren Buffet’s beherbergt die Zentralen von gleich 5 Fortune 500 Unternehmen (umsatzstärkste Unternehmen der USA), und somit konnte das Centurylink Center, ein  großes Sportstadium, ohne Probleme finanziert werden. Hauptarena, Abreitehalle, Stallungen, Parkplätze alles unter einem Dach. Eine hochmoderne und gepflegte riesengroße Sportstätte für nahezu alle Sportarten. Die Organisation laut Aussagen der Reiter und Zuschauer einfach perfekt, die Ränge voller tausender enthusiastischer Pferdeleute waren der perfekte Rahmen für einen super Weltcup in Amerika.

 

Isabell Werth zeigte eine vollkommen fehlerfreie Vorstellung voller Höhepunkte. Piaffen und Passagen auf höchstem Niveau mit geschmeidigen Übergängen tanzte Weihegold Samba immer im Takt, und die berühmten Werth-Traversalen begeisterten Publikum und Richter! Diese klasse  Leistung  wurde mit 90,704 Prozentpunkten belohnt – mit Abstand der erste Platz. Deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Rang mit 85,307 die US-Newcomerin Laura Graves auf dem 15 Jahre alten Verdades. Mit einem beeindruckend losgelassenem Pferd auf Platz drei der britische Großsmeister Carl Hester mit 83,757. Nip Tuck ist vielleicht kein super „Knaller“, aber die beiden überzeugten mit einer überaus soliden und eleganten Vorstellung. Insgesamt ein spannendes Finale auf sehr ordentlichem sportlichen Niveau und ohne auch nur das geringste unschöne Bild.

 

Zum Abschluss eine Siegerehrung, die in die Geschichte eingehen dürfte. Nachdem die Siegerin zuerst der Aufforderung des Ansagers, abzusitzen nicht nachkam – ein Versehen für das man Verständins haben sollte, da es sicherlich ein ganz besonderes Gefühl sein dürfte im Sattel von Weihegold zu sitzen – stürmte die Reiterin dann als Erste aufs Podium, ohne die geplante Reihenfolge zu beachten! Die Siegerin revanchierte sich umgehend  mit einer Formel 1 würdigen Champagnerdusche vom allerfeinsten und bedachte hierbei auch alle Pfleger der Pferde. Die Halle tobte und Isabell konnte die Herzen der Amerikaner endgültig für sich gewinnen. Die Ehrenrunde beeindruckte durch eine vollkommen lockere Siegerstute und perfekten Passagen und Piaffen als Dankeschön an das tobende Publikum. Ein würdiger Abschluss eines spannenden und großen Dressur-Events!

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Martin Richenhagen (64) lebt in Duluth, einem Vorort von Atlanta, der gebürtige Rheinländer ist seit 2004 Vorstandsvorsitzender des Agrarunternehmens AGCO - zu dem auch der deutsche Traktorenhersteller Fendt gehört - mit ca. 16.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 8,3 Milliarden Euro. Die Dressur ist seine große Leidenschaft, er ritt selbst bis in die höchste Klasse, inzwischen ist er sechs- bis achtmal im Jahr auf Turnieren als Richter tätig „und ich richte, was ich sehe, ich bin nämlich vollkommen unabhängig“. In Duluth betreibt er auch eine kleine Pferdezucht. In Hongkong bei den Olympischen Reiterspielen 2008 war er Equipechef der deutschen Dressurmannschaft.