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"Pferd und Sinfonie" - Begeisterung im ausverkauften Dressur-Stadion PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niels Knippertz/ Offz/ DL   
Samstag, 15. Juli 2017 um 14:24

(Foto: Andreas Steindl)

Aachen. „Pferd und Sinfonie“ – wie in jedem Jahr, auch nun wieder im Vorfeld des Internationalen Offiziellen Reit- und Fahrsportturniers (CHIO) von Deutschland in Aachen ein wahrer Hit. Reiner Sport genügt längst nicht mehr...

 

Das 13. Pferd & Sinfonie Konzert im Rahmen des CHIO Aachen steht unter einem besonderen Stern. Es ist zugleich der Abschied von Kazem Abdullah als Generalmusikdirektor der Stadt Aachen. Am Freitagabend zeigte der gebürtige US-Amerikaner, noch einmal warum er in Aachen nicht vergessen werden wird.

 

Auch heute Abend werden die Pferd & Sinfonie-Klänge das Deutsche Bank Stadion füllen. Schon das gestrige Konzert war ein voller Erfolg. Pünktlich zum Einlass hatte Petrus ein Einsehen und schickte Sonne statt Regen in die Soers. Das war nicht der einzige Wunsch, der an diesem Abend in Erfüllung ging.

 

Die Hälfte der diesjährigen Stücke konnten die Zuschauer nämlich mitbestimmen. Los ging es aber mit einer Hommage an die Heimat des Dirigenten, die USA. Und weil seine eigene musikalische Karriere einst in einem Spielmannszug begann, bildete ein solcher heute auch den Auftakt für diesen besonderen Abend. Auf dem Weg zum World Music Contest (WMC) macht der Spielmannszug Rödemis Halt in der Soers. Was dieses Ensemble den Zuschauern im Deutsche Bank Stadion geboten hat, war in der Tat weltmeisterlich. Im Gleichschritt marschieren, komplizierteste Choreografien in den Sand zaubern (Inspiration für die nächste Weihnachtsquadrille im Reitverein!) und dabei noch exzellent musizieren (unter anderem „Stars and Stripes Forever“ von John Philip Sousa) – beeindruckend!

 

Und so, wie der Tambourmajor seinen Spielmannszug dirigiert, so ließ die Österreicherin Kerstin Brein ihre Ponys tanzen. Quadrille ohne Reiter? Das geht! Zauberei? Gewissermaßen. Im Hintergrund zelebrierte das Aachener Sinfonieorchester nämlich die Titelmelodie des Zauberers von Oz, "Somewhere over the Rainbow". Den Gesangspart hatte keine Geringere als Sopranistin Emily Newton übernommen, die das Deutsche Bank Stadion spielend bis in den letzten Winkel mit ihrer glockenhellen Stimme ausfüllte. Und dann wurde es wild. Mit Quarter Horses und Harleys entführte Kazem Abdullah die Zuhörer musikalisch und speedtechnisch auf die Route 66. Diese legendäre Straße hatte Michael Dagherty einst dazu inspiriert, ein Musikstück zu schreiben, das so rasant ist, wie die Vorstellung der Cowboys und Motorräder gestern im Deutsche Bank-Stadion.

 

Aus Amerika kommt auch noch eine Pferderasse, mit der man hierzulande sonst kaum Berührungspunkte hat: die American Saddlebred Horses. Zu dem Jazzklassiker "Take the A train" von Billy Strayhorn bzw. Andres Reukauf stimmten sie darauf ein, was dann kommen sollte.  Als Arturo Márquez sich von kubanischen Rhythmen beflügeln ließ und den Danzon No. 2 schrieb, hätte er sich bestimmt nicht träumen lassen, wie hervorragend sein Werk sowohl zu zwei- wie auch zu vierbeinigen Tänzern passt. Aber die Barockpferde-Quadrille des Teams um die internationale Grand Prix-Reiterin Britta Rasche-Merkt und das A-Team des Tanzsportzentrums (TSZ) Aachen-Düsseldorf holten wirklich Kuba in die Soers.

 

Und wenn das musikalische Thema USA heißt, darf Hollywood nicht fehlen. Unter anderem der Soundtrack des cineastischen Evergreens „Rocky“ untermalte eine beeindruckende Vierspännerquadrille, bestehend aus vier Gespannen der internationalen Fahrer Daniel Würgler und Andreas Wintgens zusammen mit ihren Teams. 64 Hufe brachten das Dressur-Stadion zu "Eye of the Tiger" zum Beben.  Für ungläubiges Staunen sorgten Anne Krüger und ihre Tochter Carla, die vom Sattel mithilfe ihrer perfekt ausgebildeten Hunde ihre Laufenten auf den Millimeter genau durch die Bahn dirigierten. Perfekte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier, untermalt vom Klassiker der romantischen Musik schlechthin, Edvard Griegs "Peer Gynt".

 

Wenn Wunschkonzert, dann Beethoven! Seine Sinfonie Nr. 9 mit der "Ode an die Freude" durfte auch am gestrigen Abend nicht fehlen. Dazu ließ die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten, Isabell Werth, ihren erst zehnjährigen Sorento tanzen und stimmte damit schon mal auf den Deutsche Bank Preis in der kommenden Woche ein, wenn die besten Dressurreiter der Welt ihre Toppferde in der Grand Prix Kür präsentieren.

 

Aktuell regieren allerdings noch die Voltigierer in der Soers. Wer hätte gedacht, dass die Akrobaten nicht nur spielend leicht Flic-Flacs beherrschen, sondern auch noch passabel Fußball spielen? Zu Andreas Bouranis "Auf uns!" (es war eben ein Wunschkonzert), gesungen von Emily Newton boten die Voltis eine Kostprobe ihres athletischen Könnens, arrangiert rund um König Fußball.  Den Abschluss bildete der "Ritt der Walküren", für den das Team von Britta Rasche-Merkt noch einmal alles gegeben hat – inklusive Rettung der Brunhilde aus der Feuersbrunst. Nach dem Finale aller Mitwirkenden zu Pomp and Circumstances wurde das Publikum beseelt in den Abend entlassen. Danke, Kazem Abdullah!