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Belgier Wathelet könnte in Spruce Meadows auf ein Preisgeld von über einer Million Euro kommen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Ludwig   
Dienstag, 05. September 2017 um 14:22

Calgary. Spruce Meadows am Rande Calgarys wirft beim diesjährigen Internationalen Offiziellen Springreiterturnier (CSIO) von Kanada am Wochenende noch mehr Geld unters Reitervolk als bisher – die Entwicklung ist beängstigend…

 

 

Die Frage an Ludger Beerbaum war einfach. Der langjährige Leitwolf im internationalen Springsport, der laut eigener Föderation (FN) mit 134 Nationen-Preisen geführt wird im Gegensatz zur FN-Pressestelle im Nachbarhaus in Warendorf, die ihm gar 158 Einsätze im Roten Rock für Deutschland anheftete, was Weltrekord wäre, sagte einfach „Nein, der Zeitpunkt war richtig“. Die Frage ging dahingehend, ob er seinen Abschied als Mannschaftsreiter in der deutschen Equipe bereue. Der wohl perfekteste Springreiter aller Zeiten, so mal Olympiasieger Alwin Schockemöhle, hatte mit Mannschafts-Bronze in Rio de Janeiro Abschied genommen von Ritten in einem Preis der Nationen. Nun aber meinte er nach leichtem Zögern, wenn er lese, wie der kanadische CSIO am Wochenende in Spruce Meadows vor den Toren Calgarys ausgeschrieben wäre, da käme er doch ins Grübeln. Und dort ist sowieso einiges immer noch mehr anders al sonst irgendwo. Vor zwei Jahren wurde von jetzt auf gleich das Preisgeld im Großen Preis um eine Million kanadische Dollar erhöht. Man will unter allen Umständen das höchstdotierte Springreiterturnier der Welt bleiben.

 

Letztmals ritt Ludger Beerbaum (54) vor zwölf Jahren auf Spruce Meadows. Er gehörte zur deutschen Equipe 2015, es regnete schon seit Tagen in Strömen, dann kamen noch Schnee und Hagel dazu, der Boden war tief, lebensgefährlich für Ross und Reiter. Nach dem ersten Umlauf im Preis der Nationen schickten die einzelnen Equipen Ludger Beerbaum als Wortführer vor mit dem einstimmig gefassten Beschluss, zur zweiten Runde nicht mehr anzutreten zur Schonung der Pferde. Und der deutsche Rekordmeister hängte dann auch noch an, die einzelnen Mannschaften hätten einen Umlauf bestritten, gemäß dem Reglement müsste dennoch das Preisgeld ausbezahlt werden entsprechend der Platzierung nach der ersten Runde. Der damalige CSIO-Herrscher Ron Southern schäumte, wetterte, schrie. Doch er schaltete auf stur, keine Prämien, seither wurde Ludger Beerbaum auch nie mehr eingeladen zum CSIO von Kanada vor den Toren der früheren Winter-Olympiastadt Calgary mit inzwischen über eine Million Einwohner. Denn auch das hatte der vor 20 Monaten gestorbene Patron Southern als eigenes Gesetz festgeschrieben, starten könne in Spruce Meadows nur, wer eingeladen sei. Ludger Beerbaum gilt seit 2012 als „persona non grata“. Southern und er haben nie mehr miteinander gesprochen. Nun sagte Ludger Beerbaum, bei dem inzwischen immer wieder über Monate hinweg der Southern-Enkel Ben Asselin trainiert, „wenn ich so sehe, was da inzwischen ein Preisgeld ausgeschüttet wird, da komme ich doch ins Grübeln.“

 

Spruce Meadows oder über 4 Millionen Dollar

 

Das gesamte Preisgeld an diesem Wochenende beim kanadischen CSIO auf Spruce Meadows mit dem Grand Prix im Rahmen des Rolex Grand Slam beläuft sich auf umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro (4.180.000 Can Dollar). Im Preis der Nationen – mit einer deutschen Equipe – werden umgerechnet 270.000 € ausgeschüttet, normal sind in der Division I als höchster Liga 200.000, der Gewinner kassiert 91.600 €. Richtig üppig wird es im Großen Preis, der mit drei Millionen kanadischen Dollar (etwa 2 Millionen Euro) dotiert ist. Der Sieger erhält etwa 500.000 Euro, der Zweite 250.000. Der Grand Prix von Spruce Meadows gehört zur Rolex Grand Slam Serie mit den Turnieren in Genf, Aachen, Calgary und Hertogenbosch. Der Belgier Gregory Wathelet war in Aachen auf der Westfalen-Stute Coree Sieger im Großen von Preis von Aachen und nahm 250.000 Euro entgegen und begann für sich die Reihe um den Grand Slam, der ihm bei drei Siegen hintereinander in den anstehenden Grand Prix zusätzlich eine Million Euro einbrächte. Bei vier Erfolgen kämen gar zusätzlich zwei Millionen Euro zusammen. Sollte der Vize-Europameister von Aachen 2015 in Spruce Meadows ebenfalls Erster im Grand Prix werden, käme er mit den Preisgeldern von Aachen und Spruce Meadows auf 750.000 Euro, dazu kämen zusätzlich 500.000 Euro für zwei hintereinander erfolgte Siege in einem Großen Preis der Serie – Fortsetzung offen...

 

Die Summen an Preisgeld erschrecken inzwischen, machen bang. Die Kluft zwischen den normalen Springreitern und denen ganz oben verbreitert sich außerdem ständig und rasant. Und auch Veranstalter verlieren immer mehr den Mut, ein Turnier zu organisieren. In Deutschland kann heute schon keiner mehr Turniere aufziehen wie in der Schweiz, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und in Spanien, wo ihnen das Finanzamt oder die EU, wie in Spanien, gar mit Extrageldern und steuerlichen Vergünstigungen entgegenkommt. Deutschland hat die besten Pferde und die beste Zucht, aber die Zeiten, dass ausländische Reiter nach Deutschland kamen, zum Preisgeldverdienen, sind passe. Verdient wird im Ausland, nicht nur auf der Global Champions Tour.

 

Inzwischen läuft auch zusätzlich ein regelrechter Verdrängungskampf zwischen den beiden Schweizer Uhrmachern Rolex und Longines. Sollten beide, und das wäre nicht überraschend, weil Konzerne dieser Größenordnung oft so agieren und sich auf ganz andere Felder stürzen wie Kultur oder Segeln oder Golf, das Sponsorentum kappen, würde der gesamte Springsport in ein tiefes Loch ohne Boden fallen. Vielleicht auch der Beginn von Normalität…